Prostatakrebs – was ist das?

25. Januar 2019
6 Min.

Auch wenn es sich bei der Prostata um ein relativ kleines Organ handelt – immerhin ist sie nur etwa so groß wie eine Kastanie – kann sie einige Probleme verursachen. Eines davon ist Prostatakrebs. Bei Männern ist dies das häufigste Krebsleiden, von 100.000 erkranken pro Jahr immerhin rund 167 daran.1 Dabei ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend für den Erfolg der Heilung. Doch wie macht sich ein Prostatakarzinom bemerkbar? Und welche Therapiemöglichkeiten haben Betroffene? Verschaffen Sie sich hier einen Überblick.

Ärztin stellt Prostatakrebs bei einem Mann fest

Begriffserklärung Krebs

Allgemein versteht die Medizin unter dem Begriff „Krebs“ eine Gruppe von bösartigen Tumorerkrankungen, denen das unkontrollierte Wachstum von Zellen gemeinsam ist. In der Folge wird gesundes Gewebe verdrängt oder sogar zerstört.

Anatomie und Funktion der Prostata

Die Prostata ist eigentlich eine Drüse – sie wird auch als Vorsteherdrüse bezeichnet –, die den oberen Teil der Harnröhre umschließt. Oberhalb von ihr befindet sich die Harnblase, unterhalb von ihr das Schambein. Zum Rücken hin grenzt die Prostata an den Enddarm.

Erst mit Beginn der Pubertät fängt das männliche Geschlechtsorgan an, zu wachsen und seine Funktion aufzunehmen: Bei erwachsenen Männern ziehen sich die Muskelstränge der Prostata während des Orgasmus zusammen. Das hat zur Folge, dass eine größere Menge an Prostata-Flüssigkeit – die zusammen mit Samenzellen und Sekret der Samenbläschen das Ejakulat bildet – in die Harnröhre gelangt. Durch die Flüssigkeit erlangen die Spermien ihre Beweglichkeit.

Prostatakrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Bei Prostatakrebs liegt eine vermehrte Anzahl der Drüsenzellen vor. Früher nahm man an, dass das Geschlechtshormon Testosteron die Ursache hierfür ist, da es auch am Wachstum der Prostata in der Pubertät mitwirkt. Mittlerweile wurde diese Theorie allerdings widerlegt. Andere Erklärungen, zum Beispiel eine Instabilität der Gene, sind derzeit in der Diskussion. Darüber hinaus wird ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und Prostatakrebs erörtert. Eine ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung gelten als Risikofaktoren.

Dem Prostatakrebs auf der Spur: Mit und ohne Symptome

Während sich viele Erkrankungen durch eindeutige Symptome bemerkbar machen, zeigt Prostatakrebs – aufgrund seiner schleichenden Entwicklung – zu Beginn meist keine Anzeichen. Erst, wenn sich die kranken Zellen weiter ausbreiten und wachsen, treten Probleme auf. Der Grund: Auch andere Bereiche des Körpers können nun betroffen sein, beispielsweise die Harnröhre, was sich durch Probleme beim Wasserlassen verdeutlicht. Weitere Symptome sind mitunter:

  • Beeinträchtigung der Blasenentleerung
  • Schmerzen der Prostata
  • Impotenz

Das Problem der späten Beschwerden: Der Prostatakrebs befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium – und das verringert die Heilungschancen. Eine frühzeitige Diagnose ist daher erstrebenswert. Nur wie? Männern steht ab dem 45. Lebensjahr einmal pro Jahr eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung beim Urologen zu. In diesem Rahmen tastet der Arzt die Prostata ab. Bei Auffälligkeiten, zum Beispiel einer veränderten Form, oder bei Auftreten von Schmerzen folgen weitere Untersuchungen wie der PSA-Test oder ein Ultraschall. Ziel ist es, den Verdacht auf ein Prostatakarzinom auszuräumen oder zu bestätigen und im letzteren Fall anschließend eine geeignete Therapie anzugehen.

Wie sieht die Behandlung eines Prostatakarzinoms aus?

Prostatakrebs ist nicht gleich Prostatakrebs – das zeigt sich spätestens bei der Behandlung. Denn je nachdem in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet und ob sich bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet haben, kommen verschiedene Therapieansätze zum Einsatz. Zur Auswahl stehen unter anderem:

  • Prostatektomie: Die operative Entfernung der Prostata sowie von benachbartem Gewebe, beispielsweise der Harnröhre und Samenbläschen, gilt als sicherste Behandlungsmethode bei einem Prostatakarzinom. Im Anschluss kann es zu Nebenwirkungen kommen, möglich sind Harnwegsinfektionen oder Inkontinenz.
  • Strahlentherapie: Bei dieser Form bleibt die Vorsteherdrüse erhalten, stattdessen werden die entarteten Zellen mittels ionisierender oder radioaktiver Strahlen zerstört. Für die Therapie sind über einen Zeitraum von bis zu neun Wochen mehrere Sitzungen notwendig.2 Auch hier lassen sich Nebenwirkungen wie Inkontinenz nicht ausschließen.
  • Hormontherapie: Im Rahmen einer hormonellen Behandlung sind unterschiedliche Verfahren möglich, beispielsweise die Gabe von Antiandrogenen oder die Entfernung des hormonproduzierenden Hodengewebes. Der Fokus liegt darauf, dem Prostatakarzinom das Testosteron zu entziehen und so das Wachstum zu bremsen.

Ziel aller Behandlungsmethoden ist es, eine dauerhafte Heilung zu erreichen, indem der Prostatakrebs und eventuelle Metastasen vollständig entfernt werden. Da sich das nicht immer realisieren lässt, ist alternativ eine gebremste Ausbreitung des erkrankten Gewebes anzustreben.

Wann ist eine Chemotherapie angedacht?

Manchmal kann es sein, dass sich die Krebszellen in ein sogenanntes hormontaubes Stadium begeben. Das heißt, sie breiten sich trotz Hormontherapie weiter aus. Ist das bei Ihnen der Fall, rät Ihr Arzt möglicherweise zu einer Chemotherapie. Die dabei zum Einsatz kommenden Medikamente sollen das Wachstum der Zellen aufhalten. Allerdings: Die Chemotherapie lässt sich nicht lokal begrenzen – die Medikamente verteilen sich im gesamten Organismus und greifen auch gesundes Gewebe an. Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Haarausfall sind nicht auszuschließen.

Fazit: Männer, geht zum Arzt!

Der Gang zum Urologen mag dem ein oder anderen Mann unangenehm oder gar peinlich sein – doch er kann Leben retten. Deshalb ist es wichtig, sich regelmäßig durchchecken zu lassen, auch wenn keine Beschwerden vorliegen. Denn je früher ein Prostatakarzinom diagnostiziert wird, desto besser stehen die Heilungschancen.