Die Funktion der Prostata


Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, bildet zusammen mit den Hoden, Nebenhoden und dem Samenleiter die inneren Geschlechtsorgane des Mannes. Sie liegt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt ringförmig den oberen Teil der Harnröhre – den Verbindungsweg des Urins von der Blase bis zur Eichel. Sie befindet sich außerdem in der Nähe des Enddarms, weswegen sie durch den After gut ertastbar ist. Die Prostata misst nur circa vier Zentimeter1, was ungefähr der Größe einer Kastanie entspricht. Sie entwickelt sich in der Pubertät und weist – vollständig ausgebildet – in etwa ein Gewicht von rund 20 Gramm auf.1 Verschiedene Prostatabeschwerden verändern Größe und Gewicht der Drüse aber stark. So erreicht das Organ zum Beispiel bei einer bös- sowie gutartigen Prostatavergrößerung ein Gewicht von bis zu 100 Gramm.1

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Die Prostata hat eine für den Mann wichtige Funktion: Sie bildet ein milchiges Sekret, das Bestandteil der Samenflüssigkeit (Ejakulat) ist. Es wird benötigt, um Samenzellen (Spermien) zu transportieren. In dem Sekret befindet sich zudem ein Enzym namens PSA (Prostata-spezifisches Antigen), das die Flüssigkeit befruchtungsfähig macht. Bei einem Samenerguss ziehen sich die Muskeln der Prostata zusammen und pressen das Sekret in die Harnröhre, wo sich zusammen mit den anderen Bestandteilen wie Eiweiß und Spermien das finale Ejakulat bildet. 

Auch interessant: Während der sexuellen Erregung und Ejakulation verschließt die Muskulatur des Harnblasenhalses den Weg zur Harnblase. Aus diesem Grund kann die Samenflüssigkeit nicht zurückfließen und die Beimischung von Urin zum Ejakulat wird verhindert.

Die Prostata kann im Laufe des Lebens an Größe gewinnen. Dieser Veränderung liegen verschiedene Ursachen zugrunde, wie beispielsweise eine Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse) oder aber auch Prostatakrebs. Bei älteren Männern tritt die Vergrößerung häufig natürlicherweise auf (benigne Prostatahyperplasie). Den genauen Auslöser für Beschwerden kann nur der Spezialist, der sogenannte Urologe, herausfinden.

Die häufigsten Prostatabeschwerden


Die Prostata fristet trotz ihrer überaus wichtigen Funktion häufig ein unscheinbares Dasein, bis sie sich durch Prostatabeschwerden bemerkbar macht. Drei Erkrankungen treten im Zusammenhang mit dem Organ besonders oft auf.

Prostatakrebs

Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Männern, rund 63.400 Neuerkrankungen werden jährlich diagnostiziert.2 Das Prostatakarzinom ist ein bösartiger Tumor in der Drüse und kann ebenfalls für eine Vergrößerung der Prostata verantwortlich sein sowie zunächst ähnliche Symptome wie zum Beispiel eine Prostatitis hervorrufen. Mögliche Beschwerden sind somit: 

  • Probleme bei der Entleerung der Blase oder des Darms 
  • häufiges Wasserlassen 
  • Blut im Urin 
  • Impotenz 

Der Spezialist bestimmt die Behandlung je nach Alter des Patienten und Entwicklung des Karzinoms. Möglicherweise empfiehlt der Mediziner bei sehr langsam wachsenden und wenig aggressiven Karzinomen zunächst das sogenannte „kontrollierte Zuwarten“. Das bedeutet, dass der Patient dazu aufgefordert wird, aufmerksam mögliche Veränderungen (zum Beispiel Symptome wie Schmerzen) zu beobachten. Unter Umständen macht auch eine aktive Überwachung der Prostata Sinn, bei der zusätzlich regelmäßige Kontrolluntersuchungen stattfinden.  

Wenn der Prostatakrebs bereits weiter fortgeschritten ist und die Beschwerden zu stark werden, kommt möglicherweise eine Prostatektomie (operative Entfernung der Prostata infrage).

Weitere Behandlungsmethoden sind 

  • Strahlentherapie (Zerstörung der entarteten Zellen mithilfe radioaktiver Strahlen), 
  • Hormontherapie (Verlangsamung des Tumorwachstums durch die Senkung des Testosteronspiegels), 
  • Chemotherapie (Verhinderung der Zellteilung mittels der sogenannten Zytostatika), 
  • Kältetherapie (Vereisung des betroffenen Gewebes) sowie 
  • Ultraschalltherapie (starke Erhitzung des kranken Gewebes durch Ultraschallwellen).

Welche Maßnahmen für Sie infrage kommen, entscheidet das behandelnde Ärzteteam. Wichtig ist, dass Sie die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und bereits bei den ersten Symptomen einen Allgemeinmediziner oder Urologen aufsuchen, um die dahintersteckende Ursache frühzeitig zu erkennen und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Denn: Je früher Prostatakrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Prostatitis

Bei dieser Prostatabeschwerde handelt es sich um eine Entzündung der Vorsteherdrüse, die man grob in zwei Formen unterteilen kann. Häufig macht die bakterielle Prostatitis das Leben des Mannes schwer. Ursache dafür sind Bakterien, die ihren Weg meistens durch die eigentliche Einbahnstraße „Harnröhre“ in die Prostata finden. Die Ursachen der zweiten Form, der nicht-bakteriellen Prostatitis, sind nicht eindeutig; Stress oder eine Blasenentleerungsstörung gelten als mögliche Auslöser. Hier verordnet der Arzt meist eine Kombination aus Medikamenten, Ernährungsumstellung und gezielten Entspannungsübungen.

Benigne Prostatahyperplasie

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine gutartige Prostatavergrößerung und eine Prostatabeschwerde, die spätestens im Alter sehr viele Männer betrifft. Häufig verläuft sie jedoch symptomlos. Treten Probleme beim Urinieren auf, spricht man vom benignen Prostata-Syndrom (BPS). Diese Prostatabeschwerden behandelt der Urologe in der Regel medikamentös und verkleinert die Vorsteherdrüse nur in einigen Fällen operativ. Der genaue Grund für die Vergrößerung wird weiterhin erforscht.

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Experteninterview zur Prostatavergrößerung
Von der Diagnose bis zur Behandlung – im Gesundheitspodcast sprechen wir mit Prof. Dr. med. Thomas Ebert über die Prostatavergrößerung. Neugierig geworden? Jetzt reinhören!

Beim Urologen: So wird die Vorsteherdrüse untersucht


Warum ist der Besuch beim Urologen eine so große Herausforderung für viele Männer? Meist ist es der Zeitmangel oder manchmal auch die Scham. Wir möchten aufklären und verraten, was beim „Männerarzt“ überhaupt passiert:

  • Anamnese: Eine systematische Patientenbefragung inklusive Ausfüllen eines speziellen Fragebogens gibt dem Arzt erste Anhaltspunkte. Mithilfe der Internationalen Prostata-Beschwerde-Skala kann er die Symptome einer Vergrößerung der Prostata bei einer benignen Prostatahyperplasie gut einordnen. Bei Prostatitis kommt dagegen der NIH-Chronic Prostatitis Symptom Index zum Einsatz, um Beschwerden richtig einzuschätzen.  
  • Tastuntersuchung: Das Abtasten der Prostata dauert nur wenige Minuten. Es gibt dem Urologen Aufschluss über die Größe und Beschaffenheit der Vorsteherdrüse. Durch diese Untersuchung geht der Arzt Prostatabeschwerden auf den Grund.  
  • Blut-, Urin- oder Spermaproben: Verschiedene Laborwerte geben dem Mediziner Hinweise auf mögliche Entzündungen. Beispielsweise findet bei der Urinprobe die 4-Gläser-Probe beziehungsweise mittlerweile oft nur noch die 3-Gläser-Probe Anwendung. Bei einer Blutuntersuchung werden mögliche Veränderungen des PSA-Wertes erkannt.

Benötigt der Arzt genauere Bilder von Größe und Beschaffenheit der Prostata, ordnet er eine Ultraschalluntersuchung (bildgebendes Verfahren; auch Sonografie genannt) durch den After an. Diese Maßnahme ist in der Regel schmerzfrei und nach wenigen Minuten überstanden. 

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Vorsorgeuntersuchung:

Um ernsthafte Erkrankungen, wie beispielsweise Prostatakrebs, rechtzeitig zu erkennen, ist der regelmäßige Gang zum Arzt ratsam. Ab einem Alter von 45 Jahren werden die Vorsorgeuntersuchungen bei Männern im Rahmen des Programms zur Krebsfrüherkennung jährlich empfohlen und von den Krankenkassen übernommen.3 Nehmen Sie diese Möglichkeit also unbedingt wahr.

Finden Sie einen Urologen in Ihrer Nähe: Geben Sie dafür einfach die gewünschte Postleitzahl in das untenstehende Feld ein. 

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Monika Hortig Die ersten Artikel schrieb Monika Hortig in ihrem Kinderzimmer und speicherte sie noch auf Diskette. Dass sie eines Tages Redakteurin werden möchte, wusste sie schon sehr lange. Deswegen zog es sie nach ihrem Studium in die Münchener Verlagswelt. Nach diversen Praktika in Online-Redaktionen absolvierte sie ihr Volontariat bei verschiedenen Lifestyle-Magazinen – unter anderem mit Schwerpunkt Sport und Ernährung. Das steigende Interesse für medizinische Themen führte sie letztendlich zu kanyo®. Als Medizinredakteurin kann sie hier ihre beiden Vorlieben – Online-Journalismus und Gesundheit – vereinen. Monika Hortig Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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