Was ist eine Vorhautentzündung (Posthitis)?

28. Januar 2019
7 Min.

Bei der Vorhautentzündung handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Vorhaut des männlichen Geschlechtsorgans. Meist sind Bakterien, ungeschützter Sex oder eine mangelnde Hygiene verantwortlich. Welche Symptome auftreten, auf welche Weise behandelt wird und wie Sie einer Posthitis vorbeugen können, lesen Sie hier.

Mann hat Schmerzen im Genitalbereich wegen einer Vorhautentzündung.

Symptome der Vorhautentzündung

Die Beschwerden der Posthitis fallen vielfältig aus und können prinzipiell jeden Mann betreffen. Im Allgemeinen sind sie also nicht auf ein spezifisches Alter beschränkt. Zu den Symptomen der Vorhautentzündung zählen:

  • Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an Vorhaut und Eichel
  • Jucken und Brennen im Intimbereich
  • gelblicher, eitriger Ausfluss
  • Bläschenbildung an der Eichel
  • Schmerzen und Schwellungen in der Leistengegend

Letzteres ist auf die gesteigerte Aktivität der Lymphknoten in diesem Bereich zurückzuführen, die für die Bekämpfung von Entzündungen im Körper verantwortlich sind.

Gegebenenfalls treten bei einer Posthitis auch punktförmige oder flächenartige Hautveränderungen auf, die zudem nässen. Selten sind Geschwüre an Vorhaut und Eichel möglich. Im weiteren Krankheitsverlauf klagen viele Betroffene ebenso über Fieber oder Probleme beim Wasserlassen. Bleibt die Entzündung unbehandelt, gelangt ihr Erreger leicht in die Harnröhre, steigt darin auf und löst Folgebeschwerden wie beispielsweise Harnwegsinfektionen, Deformationen des Penis oder sogar Krebsleiden aus. Gerade wenn Verunreinigungen über längere Zeit unter der Vorhaut verbleiben, steigt das Risiko hierfür stark an.

Vorhautentzündung (Posthitis) – die Ursachen

Die Vorhaut ist ein sehr dünnes, sensibles Gewebe, das im Laufe der Zeit mit einer Reihe verschiedener Substanzen in Berührung kommt, die Irritationen verursachen können. Angefangen bei Harnstoff und Schweiß, sind dabei beispielsweise auch körpereigene Hautschuppen zu nennen. Fehlt die entsprechend notwendige Körperhygiene, kann das schnell dazu führen, dass sich Bakterien, Viren oder Pilze ansiedeln und eine Vorhautentzündung auslösen. Im Zusammenspiel mit mangelnder Körperhygiene gelten zum Beispiel auch Sexualsekrete, die in erster Linie bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ausgetauscht werden, als eine mögliche Ursache für Posthitis.

Ebenso ist auch eine übermäßige Reinigung der entsprechenden Körperstellen kontraproduktiv. Zu viel Wasser und Seife sowie die potenziell in Pflegeprodukten enthaltenen chemischen Stoffe trocknen das Gewebe aus und entziehen ihm die schützende Fettschicht. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich im Anschluss eine Entzündung bildet.

Schon gewusst?

Zusätzlich sind mitunter allergische Reaktionen verantwortlich für eine Vorhautentzündung. Bei ihnen handelt es sich um nicht-infektiöse Ursachen. Diese äußern sich meist als eine Form der Kontaktallergie im Zusammenhang mit Intimschmuck oder Kondomen.

Nicht selten ist die Vorhautentzündung auch eine Folge von bereits existierenden Beschwerden, wie beispielsweise einer Vorhautverengung (Phimose). Hierbei kann die Vorhaut nicht vollständig zurückgeschoben werden, weshalb sich unter ihr sehr leicht Smegma bildet und ansammelt. Dabei handelt es sich um ein weiß-gelbliches Sekret aus Talgdrüsen unter der Vorhaut. Sofern es nicht entfernt wird, bietet es einen idealen Nährboden für eine Vielzahl von Mikroorganismen, die eine Posthitis begünstigen.

Oftmals leiden Betroffene einer Vorhautentzündung ebenfalls unter der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Experten vermuten, dass der dadurch erhöhte Zuckergehalt im Urin verantwortlich für ein erhöhtes Aufkommen von Entzündungen ist.

Ärztliche Diagnose und Behandlung einer Vorhautentzündung

Im Rahmen der Diagnose und Behandlung hat es oberste Priorität, die Entzündung zu identifizieren, einzudämmen und mögliche Infektionen zu entfernen. Da bei einer Posthitis zahlreiche Komplikationen entstehen können, die zum Beispiel die Harnröhre, die Blase, die Prostata oder auch die Nebenhoden in Mitleidenschaft ziehen, empfiehlt es sich in jedem Fall, umgehend einen Arzt aufzusuchen.

Nachdem dieser die genannten, charakteristischen Symptome der Posthitis abgefragt hat, klärt er zudem, ob eine Diabetes-Erkrankung, eine Allergie oder eine chemisch-irritierende Reizung, beispielsweise durch Pflegeprodukte, als Ursache für die Entzündung in Betracht kommt. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung werden neben dem Geschlechtsorgan beziehungsweise dem entzündeten Areal auch die angrenzenden Lymphknoten im Leistenbereich auf potenzielle Schwellungen untersucht. Sicherheitshalber macht der Arzt oft einen Abstrich der Vorhautentzündung, um den zugrunde liegenden Erreger im Labor zu identifizieren. Ist dieser eindeutig bestimmt, kann die entsprechende Therapie (zum Beispiel mit Antibiotika) sehr gezielt durchgeführt werden.

Als erste Maßnahme — begleitend zur ärztlichen Behandlung — ist zu empfehlen, den Intimbereich und die Stellen unter der Vorhaut hygienisch sauber zu halten und sorgfältig zu reinigen. Dazu eignet sich das vorsichtige Ausspülen mit Wasser. Besteht eine Verengung der Vorhaut, ist es möglich, eine Kunststoffspritze ohne Nadel zum Spülen zu verwenden. Diese kann sehr einfach unter die Vorhaut geschoben werden. Ebenfalls hilfreich sind Bäder mit Kamillentee oder — nach Absprache mit dem Arzt — auch desinfizierende Salben, die auf die entzündete Stelle aufgetragen werden.

Gut zu wissen:

Sind die Betroffenen einer Vorhautentzündung sexuell aktiv, ist es unabdingbar, dass ebenso der Partner oder die Partnerin zum Arzt geht. Eine Therapie ist hier nötig, da die Erreger vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragbar sind.

Nachdem der Urologe eine Diagnose gestellt hat, verschreibt er bei einer Posthitis oftmals Medikamente zur Bekämpfung der Entzündungsursache. Besteht ein Bakterienbefall sind dies üblicherweise Antibiotika, die man oral verabreichen kann, meist jedoch in Form von Salben aufgetragen werden. Im Fall von Pilzen kommen sogenannte Antimykotika zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um antimikrobielle Substanzen, die bei Erkrankungen durch Pilze — sogenannten Mykosen — Anwendung finden. Ist die Ursache hingegen eine Kontaktallergie, die in Verbindung mit Metallen (vor allem Nickel), Konservierungsstoffen, Pflanzen oder Reinigungsmitteln entsteht, verschreibt der Arzt für gewöhnlich kortisonhaltige Präparate. Diese wirken lindernd bei allergischen Reaktionen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, die Allergene aus dem Umfeld zu entfernen.

Wie beugt man einer Posthitis vor?

Der beste Weg einer Vorhautentzündung vorzubeugen, ist gründliche Hygiene im Genitalbereich zu halten. Zu beachten ist dabei allerdings, dass man diese in Maßen praktiziert. Zu viel Wasser und Seife trocknen die sensible Haut des Geschlechtsorgans schnell aus und entziehen ihr die schützende Fettschicht. Auf diese Weise wird sie anfälliger für die potenziellen Erreger einer Posthitis. Um die Verbreitung durch Geschlechtsverkehr zu verhindern, ist es ratsam, Kondome zu verwenden. Diese schützen nicht nur davor, sich selbst mit den Erregern zu infizieren, sondern im Zweifelsfall auch den Partner vor einer Ansteckung.