Prostatavergrößerung: Ursache, Anzeichen und Behandlung

4. April 2019
3 Min.

Ist das gefährlich? Sollte sich das lieber ein Arzt ansehen? Solche und ähnliche Fragen schwirren in den Köpfen vieler Männer umher, wenn erste Symptome einer Prostatavergrößerung (beispielsweise abgeschwächter Harnstrahl oder nächtlicher Harndrang) auftreten. Deswegen möchten wir Ihnen mit unserem Überblick Antworten liefern und Sie zum Thema Prostata informieren. In erster Linie wollen wir Sie aber beruhigen. Dennoch: Um den Arztbesuch werden Sie nicht herumkommen.

Grafische Darstellung einer vergrößerten Prostata


Vergrößerte Prostata: Das sollte Mann wissen

  • Normale Funktion der Prostata: Produktion von milchigem Sekret für die Samenflüssigkeit, das zum Transport der Spermien dient
  • Prostatavergrößerung: Die Zellen der Vorsteherdrüse vermehren sich (durch Zellteilung), wodurch das Organ wächst.
  • Symptome: Probleme beim Wasserlassen (schwacher Harnstrahl, ständiger Harndrang)
  • Diagnostik und Behandlung: Minimierung des Wachstums durch Gabe von pflanzlichen Mitteln oder Medikamenten (beispielsweise Alpha-Blocker)
  • Operation: Eingriff ist nur bei starken Schmerzen und hoher Menge an Restharn (was die Infektanfälligkeit begünstigt) nötig

Was bedeutet eine Prostatavergrößerung?

Eine gutartige Vergrößerung der Prostata wird als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet. Fälschlicherweise taucht auch manchmal der Begriff Prostatahypertrophie auf. Er umschreibt allerdings die Vergrößerung von Gewebe durch das Wachstum der Zellen selbst, nicht aber aufgrund der Vermehrung der Zellen – wie es hier bei der vergrößerten Prostata der Fall ist.

Wie entsteht überhaupt eine Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie)?

Im Blutkreislauf befindet sich das Geschlechtshormon Testosteron – den meisten Männern wohl ein Begriff. Dieses wird in sein Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron umgewandelt, welches dafür sorgt, dass sich die Zellen in der Prostata teilen. Die Folge also: Die Vorsteherdrüse wächst.

Bei manchen Herren der Schöpfung vergrößert sich das Organ eher nach außen, bei anderen wiederum wird es an der Innenseite voluminöser. Daraus resultiert, dass die Vorsteherdrüse immer mehr Druck auf die Harnröhre ausübt und diese regelrecht zuschnürt. Das Urinieren fällt somit schwerer. Je weiter die Prostatavergrößerung fortgeschritten ist, desto schwerwiegender sind die Beschwerden beim Toilettengang und umso schneller sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Die Prostatavergrößerung betrifft fast jeden Mann und beginnt etwa mit dem 30. Lebensjahr. Bei Männern um die 50 Jahre besitzt jeder zweite eine vergrößerte Prostata, in einem Alter von über 80 Jahren sogar fast jeder.1 Sie sind also nicht allein.

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Grundsätzlich ist eine BPH in vielen Fällen nicht weiter tragisch, sondern weitestgehend ungefährlich. Die meisten Männer bemerken die Prostatavergrößerung auch gar nicht. Einzig und allein, wenn sie Probleme bereitet, beginnt sich Mann mit diesem Organ auseinanderzusetzen. Aber wie merken Patienten, dass sie eine Prostatavergrößerung haben? Vielen Betroffenen fällt die Prostatahyperplasie durch Beschwerden beim Urinieren auf. Gibt es beim Toilettengang häufiger Schwierigkeiten, handelt es sich um eine Harnabflussstörung, das sogenannte benigne Prostata-Syndrom (BPS).

Zusammenfassung
benigne Prostatahyperplasie (BPH) Prostatavergrößerung ohne wahrnehmbare Symptome
benignen Prostata-Syndrom (BPS) Prostatavergrößerung mit Harnabflussstörung

Auf die Größe kommt es an: Symptome bei einem Prostata-Syndrom

Während die beschwerdefreie benigne Prostatahyperplasie (BPH) höchstwahrscheinlich unbemerkt bleibt – sie kann trotzdem bei einer Blutuntersuchung diagnostiziert werden –, treten beim BPS Symptome im Zusammenhang mit der Miktion (Harnlassen) auf. Die Beschwerden lassen sich in obstruktive (verschließende) und irritative (reizende) Symptome einteilen.

Obstruktive Symptome beim Prostata-Syndrom

Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre, den ableitenden Gang des Urins. Vergrößert sie sich, wird die Harnröhre verengt. Sogenannte obstruktive Symptome treten auf:

  • Die Entleerung der Blase beginnt mit Verzögerung (Anlaufhemmung).
  • Der Harnstrahl ist abgeschwächt.
  • Die Harnblase fühlt sich nicht vollständig entleert an (Restharn).
  • Es wird weniger Urin ausgeschieden (kleines Miktionsvolumina).
  • Die Blasenentleerung dauert länger als gewöhnlich.
  • Urin träufelt nach.

Neben den obstruktiven gibt es die sogenannten irritativen Beschwerden, die laut einer internationalen Studie die Betroffenen mehr belasten und ihre Lebensqualität einschränken.

Prostata-Syndrom und dessen irritative Symptome

Diese reizende Art der Symptome hat ebenfalls Auswirkungen auf die Harnblasenentleerung. Es liegen vor allem Störungen der Harnspeicherfunktion vor:

  • Sie müssen tagsüber häufiger zur Toilette (häufiges Wasserlassen).
  • Der Harndrang wird akuter wahrgenommen (Dranginkontinenz).
  • Sie stehen nachts öfters auf, um Wasser zu lassen.
  • Der Harndrang lässt sich nur schwer beherrschen, Urin kann unkontrolliert ausgeschieden werden (imperativer Harndrang).

Wichtig zu wissen ist, dass die Ausprägung der Symptome nicht direkt mit dem Wachstum der Prostata in Zusammenhang steht. Das heißt, es gibt Männer mit stark vergrößerter Prostata, die nur geringe Beschwerden wahrnehmen. Anderen wiederum macht bereits eine minimal vergrößerte Prostata zu schaffen. Somit hängt die Therapieentscheidung in erster Linie von den individuellen Symptomen des Patienten ab.

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Schweregrade des benignen Prostata-Syndroms

Die Ausprägung lässt sich in verschiedene Stadien unterteilen:

  1. Reizstadium: Typisches Symptom bei einer krankhaft vergrößerten Prostata ist eine verzögerte Blasenentleerung. Zudem muss „Mann“ häufig zur Toilette – auch nachts.
  2. Restharnstadium: Die Harnröhre ist so verengt, dass immer Restharn in der Blase verbleibt – dadurch können Infektionen (beispielsweise eine Blasenentzündung) entstehen. Auch besteht das Risiko einer Blasensteinbildung, wodurch sich die Beschwerden der Prostatavergrößerung verstärken.
  3. Dekompensationsstadium: Es entwickelt sich eine Überlaufblase. Das heißt, der Urin staut sich, die Blasenwände dehnen sich übermäßig und der Urin läuft über den Harnleiter zurück in die Nieren. Mögliche Folge: Nierenversagen.

Um es nicht so weit kommen zu lassen, sollten Sie bei festgestellten Blasenentleerungsstörungen medizinische Hilfe suchen und einen Termin beim Urologen vereinbaren. Auch, um etwaige andere Erkrankungen auszuschließen. Denn nicht immer deuten die Symptome nur auf das benigne Prostata-Syndrom hin: Geht die Prostatavergrößerung mit Beschwerden einher, kann das auch ein Anzeichen für ein Prostatakarzinom (Prostatakrebs) sein. Dabei treten aber zusätzlich noch weitere Beschwerden wie Erektionsstörungen oder Blut im Sperma auf. Deswegen ist der Gang zum Arzt in jedem Fall zu empfehlen.

Die Prostata – was kann sie eigentlich?

Als Teil des männlichen Geschlechtsorgans hat die sogenannte Vorsteherdrüse die Aufgabe, milchiges Sekret, welches Teil der Samenflüssigkeit ist, zu produzieren. Ohne die Prostata wäre der Mann also nicht zeugungsfähig. Finden kann man das kastaniengroße Organ unterhalb der Harnblase, wo es den oberen Teil der Harnröhre umschließt.

Diagnostik und Behandlung des Prostata-Syndroms

Der Termin beim Arzt ist vereinbart? Hervorragend, den ersten Schritt in Richtung Linderung haben Sie geschafft. Der Besuch beim Urologen beginnt mit einem Anamnesegespräch (systematische Patientenbefragung). Mithilfe eines speziellen Fragebogens (Internationale Prostata-Beschwerde-Skala) erkundigt sich der Arzt nach Ihren Beschwerden. Anschließend ist möglichweise schon eine Einschätzung möglich, ob eine Prostatahyperplasie vorliegt. Infolgedessen wird der Urologe weitere Untersuchungen vornehmen, wie beispielsweise eine Urin-, Ultraschall- und/oder Blutuntersuchung. Außerdem tastet er die Prostata ab. Nachdem dem Spezialisten alle nötigen Ergebnisse vorliegen, empfiehlt er Ihnen eine geeignete Therapie gegen Ihre vergrößerte Prostata.

In der Regel wird der Arzt zunächst versuchen, das Prostata-Syndrom mittels medikamentöser Therapie in den Begriff zu bekommen. Ziel ist es, das Wachstum einzudämmen (beispielsweise mit Alpha-Blockern, Anticholinergika oder auch pflanzlichen Mitteln) und so weit zu minimieren, dass die Harnröhre wieder frei ist und der Urin beschwerdefrei abläuft.

Reicht die Gabe von Medikamenten nicht aus, um das Prostatawachstum einzudämmen, stehen dem Arzt auch operative Eingriffe zur Verfügung. Es gibt mittlerweile Methoden, die wenig invasiv (gewebeverletzend) sind, so zum Beispiel die Embolisation (künstlicher Verschluss von Blutgefäßen) der Prostata, Behandlung mit Laser oder die Transurethrale Elektro-Resektion (mittels elektronischer Metallschlingen).

Die richtige Ernährung bei einer Prostatavergrößerung

Die Ernährung der westlichen Welt, vor allem bedingt durch den hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren (sind in hohen Mengen in Milchprodukten enthalten), kann das Risiko für Prostatavergrößerungen erhöhen.

Mit folgenden Tipps zur Ernährung wirken Sie unterstützend auf die Gesundheit der Prostata:

  • auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten
  • ungesättigte Fettsäuren bevorzugen (Omega-3-Fettsäuren)
  • den Konsum von Fleischprodukten reduzieren

Auch regelmäßige moderate Bewegung trägt zur gesunden Funktion der Vorsteherdrüse bei.

Monika Hortig
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Medizinredakteurin
Julia Hackbarth
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