Von der Ursache bis hin zur Behandlung: Alles über Prostatavergrößerung

25. Januar 2019
8 Min.

Ist das gefährlich? Sollte sich das lieber ein Arzt ansehen? Solche und ähnliche Fragen schwirren in den Köpfen vieler Männer umher, wenn erste Symptome einer Prostatavergrößerung auftreten. Deswegen möchten wir Ihnen mit unserem Überblick Antworten liefern und Sie zum Thema Prostata informieren. In erster Linie wollen wir Sie aber beruhigen. Dennoch: Um den Arztbesuch werden Sie nicht herumkommen.

Darstellung einer vergrößerten Prostata

Die Prostata – was kann sie eigentlich?

Sie ist so klein und kann doch ab und zu großen Ärger bereiten: die Prostata. Die sogenannte Vorsteherdrüse gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen und ist normalerweise so groß wie eine Kastanie. Ihre Aufgabe ist es, mit ihren rund 40 Drüsen ein milchiges Sekret zu produzieren, das Teil der Samenflüssigkeit ist. Diese wird wiederum für den Transport der Spermien benötigt. Auch interessant: Der Mann wäre ohne die Prostata nicht zeugungsfähig, denn das Sekret beinhaltet ein Enzym, das PSA (Prostata-spezifisches Antigen), das die Samenflüssigkeit erst befruchtungsfähig macht. Ein ziemlich wichtiges Organ also. Doch wo findet sich diese Prostata eigentlich? Sie liegt unterhalb der Harnblase und umschließt den oberen Teil der Harnröhre – und genau hier liegt das Problem. Aufgrund der Position kann eine Prostatavergrößerung diesen Durchgang zusammendrücken und so den Fluss des Urinstrahls beeinflussen.

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Was ist eine Prostatavergrößerung?

Eine gutartige Prostatavergrößerung wird als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet. Fälschlicherweise taucht auch manchmal der Begriff Prostatahypertrophie auf. Er umschreibt allerdings die Vergrößerung von Gewebe durch das Wachstum der Zellen selbst, nicht aber aufgrund der Vermehrung der Zellen – wie es hier bei der Prostatavergrößerung der Fall ist.

Wie kommt es überhaupt zu einer Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie)?

Im Blutkreislauf befindet sich das Geschlechtshormon Testosteron – den meisten Männern wohl ein Begriff. Dieses wird in sein Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron umgewandelt, welches dafür sorgt, dass sich die Zellen in der Prostata teilen. Die Folge also: Die Vorsteherdrüse wächst. Bei manchen Herren der Schöpfung vergrößert sich das Organ eher nach außen, bei anderen wiederum wird es an der Innenseite voluminöser. Das hat zur Folge, dass die Prostata immer mehr Druck auf die Harnröhre ausübt und diese regelrecht zuschnürt. Das Urinieren fällt somit schwerer. Je weiter die Prostatavergrößerung fortgeschritten ist, desto schwerwiegender sind die Beschwerden beim Toilettengang und umso schneller sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Die Prostatavergrößerung betrifft fast jeden Mann und beginnt etwa mit dem 30. Lebensjahr. Bei Männern um die 50 Jahre besitzt jeder zweite eine vergrößerte Prostata, in einem Alter von über 80 Jahren sogar fast jeder.1 Sie sind also nicht alleine.

Grundsätzlich ist eine BPH in vielen Fällen nicht weiter tragisch. Die meisten Männer bemerken die Prostatavergrößerung auch gar nicht. Einzig und allein, wenn sie Probleme bereitet, beginnt sich Mann mit diesem Organ auseinanderzusetzen. Vielen Betroffenen fällt die Prostatahyperplasie durch Beschwerden beim Urinieren auf. Gibt es beim Toilettengang häufiger Schwierigkeiten, handelt es sich um eine Harnabflussstörung, das sogenannte benigne Prostata-Syndrom (BPS).

Zusammenfassung
benigne Prostatahyperplasie (BPH) Prostatavergrößerung ohne wahrnehmbare Symptome
benignen Prostata-Syndrom (BPS) Prostatavergrößerung mit Harnabflussstörung

Auf die Größe kommt es an: Symptome einer Prostatahyperplasie (Prostatavergrößerung)

Während die beschwerdefreie benigne Prostatahyperplasie (BPH) höchstwahrscheinlich unbemerkt bleibt – sie kann trotzdem bei einer Blutuntersuchung diagnostiziert werden –, treten beim BPS Symptome im Zusammenhang mit der Miktion (Harnlassen) auf. Dazu zählen:

  • abgeschwächter Harnstrahl
  • längere Blasenentleerungsdauer
  • Nachträufeln
  • Restharn (Gefühl einer nicht vollständig entleerten Blase)
  • Anlaufhemmung (verlängerte Dauer bis zum Start der Entleerung)
  • vermehrte Toilettengänge
  • Inkontinenz
  • gehäuft nächtliches Wasserlassen (durch Druck auf der Blase)

Sie haben bei Ihnen eines oder mehrere dieser Symptome bemerkt? Dann könnte es auf Prostatahyperplasie beziehungsweise das benigne Prostata-Syndrom hinweisen.

Doch Vorsicht: Eine Prostatavergrößerung kann auch ein Anzeichen für ein Prostatakarzinom(Prostatakrebs) sein. Dabei treten aber zusätzlich zu den Symptomen eines BPS noch weitere Beschwerden wie Erektionsstörungen oder Blut im Sperma auf. In jedem Fall sollten Sie einen Termin bei einem Urologen vereinbaren. Er kann eine eindeutige Diagnose stellen und geeignete Behandlungswege einleiten.

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Diagnostik und Behandlung der Prostatahyperplasie (Prostatavergrößerung)

Sie haben einen Termin beim Arzt vereinbart? Sehr gut, das war bereits der erste Schritt in Richtung Linderung! Der Urologe erkundigt sich zunächst in einem Anamnesegespräch (systematische Patientenbefragung) und mithilfe eines speziellen Fragebogens (Internationale Prostata-Beschwerde-Skala) nach Ihren Symptomen. Danach kann er womöglich schon einschätzen, ob es sich um eine Prostatahyperplasie handelt. Er wird in Folge dessen weitere Untersuchungen vornehmen, beispielsweise eine Urin-, Ultraschall- und Blutuntersuchung sowie die Prostata abtasten. Nachdem dem Spezialisten alle nötigen Ergebnisse vorliegen, empfiehlt er Ihnen eine geeignete Therapie gegen Ihre Prostatavergrößerung.

In der Regel wird der Arzt zunächst versuchen, die Prostatahypertrophie mit Medikamenten in den Begriff zu bekommen. Ziel ist es, das Wachstum einzudämmen und so weit zu minimieren, dass die Harnröhre wieder frei ist und der Urin beschwerdefrei abläuft. Folgende Medikamente können zum Einsatz kommen:

  • Alpha-Blocker: Sie hemmen das weitere Wachstum und lassen die Muskulatur im Bereich der Prostata sowie des Blasenhalses erschlaffen.
  • 5-Alpha-Reduktasehemmer: Die Medikamente vermindern die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron und minimieren somit das Wachstum der Prostata.
  • Anticholinergika: Sie setzen direkt an der Blase an und wirken auf die Blasenmuskulatur sowie deren Reizbarkeit.
  • Pflanzliche Arzneimittel: Im Rahmen der sogenannten Phytotherapie kann sich mit beispielsweise Kürbiskernen, Extrakten aus Brennnesselwurzeln oder Sägezahnpalmenfrüchte die Prostatahyperplasie eindämmen lassen.

Da jedes der Medikamente zu Nebenwirkungen führen kann, sollte nur der Urologe bestimmen, welche Maßnahme für Ihren Fall der Prostatavergrößerung sinnvoll ist.

Wann muss die Prostatahyperplasie operiert werden?

Wenn der Patient sehr starke Schmerzen verbunden mit einer Miktion hat oder hohe Restharnmengen vorliegen – was als Folge zum Beispiel eine Entzündungen mit sich führt –, rät der Mediziner meist zu einem operativen Eingriff. Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile Methoden, die wenig invasiv sind, so zum Beispiel die Embolisation der Prostata.

Prostata-Arterien-Embolisation (PAE)

Äste der Arterie Ihrer Prostata werden durch winzige Kügelchen verschlossen, was die Prostatazellen schrumpfen lässt. Die Vorteile: Der Eingriff ist wenig schmerzhaft und kommt ohne Vollnarkose aus. Stattdessen reicht eine örtliche Betäubung.

Ansonsten gibt es weitere operative Verfahren wie die Behandlung mit Laser oder die Transurethrale Elektro-Resektion (mittels elektronischer Metallschlingen), die das Ziel haben, überschüssiges Prostatagewebe zu entfernen und auf diese Weise die Prostatavergrößerung zu beseitigen. Eine offene Operation, also ein Eingriff, bei dem von außen ein Schnitt unterhalb des Bauches gesetzt wird, ist nur noch selten und kommt bei sehr großen Prostatae vor. Diese tauchen allerdings durch die guten Vorsorgemaßnahmen eher selten auf.