Fragen rund um die Prostatavergrößerung

Was ist eine Prostatavergrößerung?

Die Zellen der Vorsteherdrüse vermehren sich (durch Zellteilung), wodurch das Organ wächst.

Was sind Symptome einer vergrößerten Prostata?

Häufig treten Probleme beim Wasserlassen (schwacher Harnstrahl, ständiger Handrang) auf

Wie erfolgt die Behandlung der Prostatavergrößerung?

Durch die Gabe von pflanzlichen Mitteln oder Medikamenten (beispielsweise Alpha-Blocker) wird versucht, das Wachstum zu minimieren.

Wann ist bei einer Prostatavergrößerung eine Operation nötig?

Ein solcher Eingriff wird beispielsweise bei ausgeprägten Beschwerden oder hohen Mengen an Restharn in der Blase (was die Infektanfälligkeit begünstigt) in Betracht gezogen.

Was ist eine Prostatavergrößerung?


Eine gutartige Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse) ohne begleitende Symptome wird als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet. Das Wachstum des Organs wird durch eine Vermehrung der dortigen Zellen verursacht. In vielen Fällen ist eine BPH nicht weiter tragisch, sondern weitestgehend ungefährlich. Die meisten Männer bemerken die Prostatavergrößerung auch gar nicht. Erst, wenn die Vorsteherdrüse Probleme bereitet, beginnen die meisten Männer sich mit dem Organ auseinanderzusetzen. Denn behindert die vergrößerte Prostata den Harnabfluss aus der Blase, spüren dies viele Betroffene durch Beschwerden beim Urinieren. Kommt es zu diesen sogenannten Harnabflussstörungen, wird die Vergrößerung nicht mehr als BPH, sondern als BPS (benignes Prostata-Syndrom) bezeichnet.

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Zusammenfassung
benigne Prostatahyperplasie (BPH)Prostatavergrößerung ohne wahrnehmbare Symptome
benignes Prostata-Syndrom (BPS)Prostatavergrößerung mit Harnabflussstörung

Die Prostatavergrößerung gehört zu den gutartigen Krankheiten des Mannes, deren Häufigkeit etwa mit dem 30. Lebensjahr ansteigt. Bei den 50-Jährigen besitzt jeder zweite eine vergrößerte Prostata, in einem Alter von über 80 Jahren sogar fast alle.1

Die Prostata – was kann sie eigentlich?

Als Teil des männlichen Geschlechtsorgans ist die Vorsteherdrüse beispielsweise an der Spermabildung beteiligt. Hauptsächlich produziert sie das milchige Sekret, welches Teil der Samenflüssigkeit ist und Stoffe enthält, die unter anderem dem Schutz der Erbinformation von Spermien dienen. Ohne die Prostata wären Männer also nicht zeugungsfähig. Finden kann man das kastaniengroße Organ unterhalb der Harnblase, wo es den oberen Teil der Harnröhre umschließt.

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Alles Wichtige zur Prostatavergrößerung
Wie wird die Diagnose gestellt? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Fragen über Fragen – Prof. Dr. med. Thomas Ebert weiß die Antworten. In unserem Gesundheitspodcast klärt er über die Prostatavergrößerung auf.

Was sind die Ursachen einer Prostatavergrößerung?


Die genauen Ursachen der Prostatavergrößerung sind bislang nicht geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass bei der Entstehung unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. Unter anderem scheinen das Geschlechtshormon Testosteron und sein Stoffwechselprodukt (Abbauprodukt) Dihydrotestosteron daran beteiligt zu sein, dass sich die Zellen in der Prostata vermehrt teilen. Die Folge davon: Die Vorsteherdrüse wächst.

Daraus resultiert, dass die Vorsteherdrüse immer mehr Druck auf die Harnröhre ausübt und diese regelrecht zuschnürt. Das Urinieren fällt somit schwerer. Je weiter die Prostatavergrößerung fortgeschritten ist, desto gravierender sind die Beschwerden beim Toilettengang und umso schneller sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Die Symptome bei einem Prostata-Syndrom


Während die beschwerdefreie benigne Prostatahyperplasie (BPH) höchstwahrscheinlich unbemerkt bleibt – sie kann trotzdem bei einer Blutuntersuchung diagnostiziert werden –, treten beim BPS verschiedene Symptome im Zusammenhang mit der Miktion (Harnlassen) auf.

Obstruktive Symptome beim Prostata-Syndrom

Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre, den ableitenden Gang des Urins. Vergrößert sie sich, wird die Harnröhre verengt. Sogenannte obstruktive (verschließende) Beschwerden treten auf:

  • Die Entleerung der Blase beginnt mit Verzögerung (Anlaufhemmung).
  • Der Harnstrahl ist abgeschwächt.
  • Es wird weniger Urin ausgeschieden (kleines Miktionsvolumen).
  • Die Blasenentleerung dauert länger als gewöhnlich.
  • Urin träufelt nach.
  • Die Harnblase kann nicht vollständig entleert werden (Restharn).

Obwohl die obstruktiven Beschwerden häufiger auftreten als die sogenannten irritativen Beschwerden, werden diese von Betroffenen als belastender empfunden.1

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Prostata-Syndrom und dessen irritative Symptome

Irritative (reizende) Beschwerden haben ebenfalls Auswirkungen auf die Harnblasenentleerung. Es liegen vor allem Störungen der Harnspeicherfunktion vor:

  • Betroffene müssen tagsüber häufiger zur Toilette, und auch nachts stehen sie öfter auf, um Wasser zu lassen.
  • Der Harndrang wird akuter wahrgenommen (Dranginkontinenz).
  • Es fällt schwer, den Harndrang zu beherrschen und Urin wird möglicherweise unkontrolliert ausgeschieden (imperativer Harndrang).

Wichtig zu wissen ist, dass die Ausprägung der Symptome nicht direkt mit dem Wachstum der Prostata in Zusammenhang steht. Das heißt, es gibt Männer mit stark vergrößertem Organ, die nur geringe Beschwerden wahrnehmen. Anderen wiederum macht bereits eine minimal vergrößerte Prostata zu schaffen. Somit hängt die Therapieentscheidung in erster Linie von den individuellen Symptomen des Patienten ab.

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Schweregrade des benignen Prostata-Syndroms


Die Ausprägung lässt sich in drei Stadien unterteilen:1

  • Reizblasenstadium: Die Beschwerden ähneln denen einer überaktiven Blase, bei der schon ein geringer Reiz zu einem ausgeprägten Harndrang führt – auch nachts.
  • Restharnstadium: Die Harnröhre ist so verengt, dass immer Restharn in der Blase verbleibt – dadurch können Infektionen (beispielsweise eine Blasenentzündung) entstehen.
  • Dekompensationsstadium: Es entwickelt sich eine Überlaufblase. Das heißt, der Urin staut sich, die Blasenwände dehnen sich übermäßig und der Urin läuft über den Harnleiter zurück in die Nieren. Mögliche Folge: Nierenversagen.

Um es nicht so weit kommen zu lassen, sollten Sie bei festgestellten Blasenentleerungsstörungen medizinische Hilfe suchen und einen Termin beim Urologen vereinbaren. Auch, um etwaige andere Erkrankungen auszuschließen. Denn nicht immer deuten die Symptome nur auf das benigne Prostata-Syndrom hin: Auch eine Prostataentzündung (Prostatitis) sowie ein Prostatakarzinom (Prostatakrebs) können mit den genannten Harnabflussstörungen einhergehen. Deswegen ist der Gang zum Arzt in jedem Fall zu empfehlen.

Vor der Behandlung: Die Diagnose der Prostatavergrößerung


Um eine gutartige Prostatavergrößerung zu diagnostizieren, stehen dem Urologen mehrere Diagnosemaßnahmen zur Verfügung:

  • Anamnese: Bei einer systematischen Patientenbefragung erfährt der Arzt die vorliegenden Symptome. Dem Mediziner liegt ein spezieller Fragebogen vor, die Internationale Prostata-Beschwerde-Skala, den er mithilfe des Patienten ausfüllt. Eventuell hat der Urologe den Betroffenen bereits vor dem Termin aufgefordert, ein Urinprotokoll zu führen, um die Stärke und Häufigkeit des Wasserlassens (Miktion) zu dokumentieren.
  • Körperliche Untersuchung: Davor fürchten sich die meisten Männer – dem Abtasten der Prostata. Dabei ist dieser Vorgang nicht weiter tragisch. Der Urologe führt seinen Finger durch den After ein und kontrolliert die Größe und Beschaffenheit der Prostata. Das ist möglich, weil die Prostata am Mastdarm anliegt. Eine gesunde beziehungsweise auch gutartig vergrößerte Prostata fühlt sich wie der Daumenballen bei geballter Faust an. Liegen bösartige Veränderungen vor, spürt der Urologe eine verhärtete Prostata – etwa so fest wie die Fingerknöchel.
  • Urinuntersuchung: Durch eine Urinprobe wird festgestellt, ob dem Harn Blut beigemischt ist und ob Entzündungsanzeichen bestehen.
  • Ultraschall: Die Sonografie verrät dem Arzt mehr über Größe und Form der Prostata. Am besten funktioniert dies durch eine transrektale Sonografie, also eine Untersuchung der Prostata über den Enddarm mittels Ultraschall. Mit dieser Methode lassen sich auch Restharn, eine Veränderung der Blase oder Blasensteine ausfindig machen.
  • Blutuntersuchung: Auf diese Weise wird der Wert des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) geprüft. Die Maßnahme ist erforderlich, wenn der Verdacht besteht, dass es sich womöglich um einen Tumor handelt. Allerdings gilt die Aussagekraft des Tests bei einigen Medizinern als umstritten, da auch eine gutartige Prostatavergrößerung sowie Prostataentzündung zu einem Anstieg des PSA-Wertes führen können.2

Für gewöhnlich findet der Arzt mithilfe einer Kombination der genannten Untersuchungen heraus, ob eine Prostatavergrößerung vorliegt und wie stark sie fortgeschritten ist. Manchmal entpuppt sich die Diagnostik allerdings als etwas schwieriger – dann stehen dem Arzt noch andere Untersuchungsmethoden zur Verfügung, so beispielsweise:

  • Uroflowmetrie: Diese gibt Aufschluss über die Stärke des Harnstrahls und Hinweise auf eine mögliche Prostatavergrößerung. Die Messung wird auf der Patiententoilette beim Arzt durchgeführt, wo eine spezielle Apparatur unter einem Urin-Auffangtrichter montiert ist. Diese misst den Harnstrahl in Millilitern pro Sekunde.
  • Blasenspiegelung: Die Zystoskopie wird in der Regel bei Verdacht auf Tumorerkrankungen eingesetzt. Mit einem Endoskop prüft der Arzt Harnröhre sowie Harnblase und erhält weitere Hinweise auf eine bösartige Prostatavergrößerung.
  • Druck-Fluss-Studie: Die Urodynamik kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn sich durch die anderen Maßnahmen nichts finden lässt. Über einen Katheter (Schlauch zur Einführung in Körperorgane) misst der Fachmann während des Wasserlassens den Druck in der Blase.

Hilfe bei Prostatavergrößerung: So sieht die konservative Behandlung aus


Wenn die gutartige Prostatavergrößerung festgestellt wurde, richtet sich die Behandlung nach dem Grad der Beschwerden. Bei einer BPS, welche nur geringe Schmerzen verursacht, wird von einer Operation abgesehen — stattdessen kommen in der Regel die folgenden Therapieansätze zum Einsatz:

Vorsicht: Schädigung der Nieren

Wird eine Prostatavergrößerung nicht behandelt, kann sie zu einer chronischen Überlaufblase führen. Das bedeutet, dass die Blase – dadurch, dass sie sich nicht mehr vollständig entleeren lässt – irgendwann überläuft. Der Urin gelangt durch die Harnleiter zurück in die Niere, was das Organ schädigen kann. Im schlimmsten Fall führt dies zu einem Nierenversagen.

Medikemante

Bei der Therapie einer Prostatavergrößerung stehen dem Arzt verschiedene Präparate zur Wahl, allen voran:

  • Alpha-1-Rezeptorenblocker
  • 5-Alpha-Reduktasehemmer
  • Anticholinergika

Alpha-1-Rezeptorenblocker – kurz Alpha-Blocker – können dabei helfen, mäßige Beschwerden zu lindern. Die Wirkstoffe lassen die Muskulatur im Bereich der Prostata und des Blasenhalses erschlaffen, sodass beispielsweise der Urin wieder leichter abfließen kann. Die Symptome des Patienten verbessern sich daraufhin. Einige dieser Medikamente gegen die Beschwerden einer vergrößerten Prostata haben eine blutdrucksenkende Wirkung, was unter Umständen zu Schwindelanfällen führt.

Die Wirkung der 5-Alpha-Reduktasehemmer liegt darin, die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron zu vermindern. Dadurch wächst das Organ langsamer. Wie andere Arzneimittel haben auch die 5-Alpha-Reduktasehemmer Nebenwirkungen, beispielsweise sind Erektionsstörungen oder Depressionen möglich. Die Einnahme muss deshalb ausführlich mit dem Arzt abgesprochen werden.

Gut zu wissen:

Bei vielen Patienten erzielt die kombinierte Behandlung von Alpha-Blockern und 5-Alpha-Reduktasehemmern besonders gute Resultate. Die Prostatavergrößerung wird so längerfristig zwar nicht vollständig aufgehalten, aber stark verlangsamt.3

Bei einigen Betroffenen tritt in Verbindung mit der Prostatavergrößerung verstärkter Harndrang und unkontrollierter Urinabgang (Inkontinenz) auf. Um diese Beschwerden zu behandeln, setzt der Urologe sogenannte Anticholinergika ein. Diese Medikamente wirken direkt auf die Blasenmuskulatur und sorgen dort für Entspannung.

Pflanzenheilkunde

Bei der Phytotherapie handelt es sich um eine pflanzliche Therapie, bei der unter anderem Präparate mit folgenden Inhaltsstoffen angeboten werden:

  • Kürbiskerne
  • Extrakte aus Brennnesselwurzeln
  • Roggenpollen
  • Sägepalmenfrüchte

Bei einigen Betroffenen schlägt die Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln, sogenannten Phytopharmaka, gut an. Fragen Sie im Rahmen der Behandlung einer Prostatavergrößerung ruhig Ihren Arzt nach natürlichen Methoden.

Homöopathie

Die Homöopathie verfolgt den Ansatz, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen. Das bedeutet: Ein Mittel, das bei gesunden Personen bestimmte Symptome hervorruft, kann bei Erkrankten eben jene Beschwerden lindern. Im Hintergrund steht die Annahme, dass sich dadurch die Selbstheilungsprozesse des Körpers aktivieren. Die verwendeten Wirkstoffe werden so stark verdünnt (potenziert), dass nur geringe Spuren in den Mitteln aufzufinden sind. Dennoch sprechen homöopathische Experten sich für die Anwendung aus, da sich ihrer Ansicht nach selbst kleinste Mengen positiv auf den Organismus auswirken sollen.

Eingenommen werden die jeweiligen Wirkstoffe vor allem als winzige Rohrzuckerkügelchen (Globuli), aber auch Tabletten, Tropfen oder Ampullen sind möglich. Verordnete Arzneien können sein:

  • Sabal serrulatum (Sägepalme): bei schwachem Harnstrahl, häufigem Harndrang (auch nachts)
  • Selenium (Selen): bei unwillkürlichem Abgang von Samenflüssigkeit oder Prostatasekret, Harnnachtröpfeln, ziehenden Hodenschmerzen und sexueller Schwäche
  • Conium maculatum (gefleckter Schierling): durch eine Prostatavergrößerung bedingter häufiger Harndrang, Harnnachträufeln
  • Digitalis (roter Fingerhut): bei ständigem Völlegefühl der Blase, schmerzhaftem Harndrang

An dieser Stelle sei noch zu erwähnen, dass die Wirksamkeit von Homöopathie medizinisch nicht nachgewiesen ist. Dennoch erfreut sich der alternativmedizinische Ansatz einer großen Anhängerschaft, weswegen es sich auch durchaus lohnen kann, diese Variante der Behandlung zu testen.

Aha!

Die Therapieansätze mit Hausmitteln und Homöopathie sind als unterstützende Maßnahmen zur schulmedizinischen Behandlung zu sehen und sollten mit dem Arzt abgeklärt werden. Denn den Ursprung der Beschwerden – die Hyperplasie der Prostata – können sie nicht beheben. Sie dienen lediglich zur Linderung der Symptome.

Hausmittel

Bei Symptomen einer gutartigen Prostatavergrößerung bringen häufig auch einfache Hausmittel Erleichterung. Das Interessante ist, dass sich die Tipps auch zur Vorbeugung eignen.

  • Warme Sitzbäder können helfen, die Muskulatur zu entspannen, die Durchblutung anzuregen und Beschwerden zu lindern.
  • Vermeiden Sie Alkohol, da ein Übermaß zur vermehrten Urinproduktion und somit zu nächtlichen Blasenentleerungen führen kann.
  • Das Trinken von Brennnesseltee ist zur Verbesserung der Harnausscheidung (Miktion) geeignet, denn Brennnessel kann harntreibend wirken und so das Risiko von verbleibendem Restharn in der Blase reduzieren.
  • Generell sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Viele Betroffene neigen bei prostatabedingten Blasenproblemen wie ständigem Harndrang dazu, weniger zu trinken. Empfohlen werden aber mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit täglich.4
  • Es gibt verschiedene Beckenbodenübungen, die die Muskultur in der Blasengegend stärken und so Inkontinenz vorbeugen.

Beispielübung für den Beckenboden:

Die Übung findet im Liegen auf einer Matte statt. Die Arme legen Sie flach neben den Körper, während Sie die Beine so aufstellen, dass sich die Fersen direkt unter den Knien befinden. Drücken Sie nun den Bauch nach oben (Schulter, Po und Knie bilden eine gerade Linie), während Sie die Beckenbodenmuskeln so stark wie möglich anspannen. Stellen Sie sich hierfür einfach vor, Sie würden Harn zurückhalten wollen. Die Position kurz halten, dann den Po langsam absenken und den Beckenboden entspannen.

Darüber hinaus kann Blasentraining bei Harndrang helfen, den Urinabgang weiter hinauszuzögern. Auf diese Weise vermeiden Sie, dass Sie zu häufig Wasser lassen, der Harn nur tröpfchenweise abgesetzt wird und Restharnmengen in der Blase zurückbleiben, welche dann zu Infektionen oder Blasensteinen führen können.

Das Training ist relativ einfach umzusetzen: Sobald Sie Harndrang verspüren, geben Sie diesem nicht direkt nach, sondern halten den Druck so lange wie möglich aus. Erst wenn es gar nicht mehr geht, suchen Sie die Toilette auf. Am besten befinden Sie sich in der Nähe eines WCs. Die Dauer des „Aushaltens“ sollten Sie mit der Zeit möglichst steigern.

Die richtige Ernährung bei einer Prostatavergrößerung

Mit folgenden Tipps ist es möglich, einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Prostata zu nehmen:

  • vermehrt Ballaststoffe in den Speiseplan integrieren (beispielsweise Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte)
  • ungesättigte Fettsäuren pflanzlicher Herkunft bevorzugen (unter anderem pflanzliche Öle, Nüsse und Avocados)

den Konsum von pflanzlicher Kost steigern (zum Beispiel Kichererbsen, Sojabohnen sowie Leinsamen)

Embolisation: Verschluss der prostataversorgenden Gefäße


Eine nicht-operative Methode zur Verkleinerung der Prostata stellt die Prostata-Arterien-Embolisation (PAE) dar. Bei der minimalinvasiven Behandlung wird durch die Leiste ein besonders dünner Katheter in die innere Beckenarterie eingeführt. Mithilfe von winzigen Kugeln (aus Polyvinylalkohol) werden die zur Prostata führenden Arterien verschlossen. Die Durchblutung des Organs wird so dauerhaft und stark reduziert, was zur Folge hat, dass die Prostatazellen schrumpfen.

Die Schmerzen bei diesem Eingriff sind sehr gering, eine Vollnarkose ist somit nicht nötig. Im Allgemeinen gilt die Embolisation der Prostata als sicher und komplikationsarm.

Voraussetzung für das Verfahrenist jedoch, dass es mithilfe von Medikamenten zu keiner Besserung der Beschwerden in einem Zeitraum von mehr als 6 Monaten gekommen ist.5 Von der PAE ausgeschlossen sind beispielsweise Patienten mit einem Prostatakarzinom.

Weitere Vorteile der Embolisation der Prostata:

Gelegentlich kann es nach operativen Eingriffen an der Prostata sein, dass der Samenerguss in die Harnblase austritt, weil der Schließmuskel am Blasenausgang verletzt wird und sich deshalb nicht mehr verschließen kann. Bei der Embolisation entfällt dieses Risiko. Auch die Gefahr einer Inkontinenz ist bei der Embolisation der Prostata sehr gering.

Wenn nichts anderes mehr hilft – Prostataoperation


Chirurgen bei der Operation einer Prostatavergrößerung

Für gewöhnlich ist der Urologe in der Lage, die Prostatavergrößerung durch Medikamente in Schach zu halten. Unter gewissen Umständen wird er dem Patienten allerdings eine Operation der vergrößerten Prostata nahelegen. Dazu gehören:

  • ausgeprägte Beschwerden wie Harnverhalt oder Überlaufinkontinenz
  • hohe Mengen an Restharn (als Folge sind Entzündungen oder in die Nieren zurücklaufender Harn möglich)
  • wiederkehrende Folgeerkrankungen (beispielsweise Blasensteine)

Operative Eingriffe – so wird die Prostata behandelt

Ziel einer Operation bei vergrößerter Prostata ist es, das Organ durch Entfernung von Prostatagewebe zu verkleinern und damit den Druck auf die Harnröhre zu minimieren. Die Prostata wird nicht vollständig entfernt – dies geschieht nur bei einem bösartigen Tumor (Prostatakarzinom).

Als Standardverfahren gilt die transurethrale Resektion der Prostata – kurz auch TURP.6 Bei dieser Methode trägt der Arzt mit einer elektrischen Schlinge, die er durch die Harnröhre einführt, das Gewebe der Prostata ab. Eine Kamera am Kopf des Instrumentes ermöglicht dem Chirurgen eine bessere Übersicht.

Neben der TURP-Methode gibt es weitere Operationsverfahren, unter anderem:

  • Laser-Therapie: Der Mediziner schiebt Laserfasern durch die Harnröhre bis zur Prostata und schneidet dort überschüssiges Gewebe heraus (Resektion). Alternativ erhitzt der Laser das Gewebe und löst es auf diese Weise auf (Koagulation) oder lässt es verdampfen (Vaporisation).
  • Transurethrale Nadel-Ablation (TUNA): Der Arzt sticht mit einer feinen Nadel in unterschiedliche Bereiche der Prostata. Gewebe wird etappenweise durch Radiofrequenzwellen erhitzt und zerstört.
  • Transurethrale Mikrowellen-Thermotherapie (TUMT): Ein Katheter, den der Arzt in die Harnröhre einführt, strahlt Mikrowellen ab, die zu einer Überwärmung des Prostatagewebes führen. Auf diese Weise wird das vergrößerte Prostatagewebe zerstört.

Eine weitere Möglichkeit stellt die offene Operation (Prostataadenomektomie) dar. Hier erfolgt ein Schnitt unterhalb des Bauches, sodass der Arzt das Gewebe der Prostata entfernen kann. Das Operationsverfahren wird heutzutage aber nur noch selten durchgeführt, zum Beispiel bei einer stark vergrößerten Prostata.

Interessant:

Ist die vergrößerte Prostata so weit fortgeschritten, dass der Allgemeinzustand des Patienten schlecht und der Harnverhalt akut ist, legt der Arzt vor der Operation einen Katheter. Auf diese Weise kann der Urin aus der Blase abfließen und die Schmerzen werden vorerst gelindert. Nach der Operation sind die meisten Männer beschwerdefrei.

Was sind die Risiken einer Prostataverkleinerung?

Wie jede Operation birgt auch die Verkleinerung einer Prostata die Gefahr von Komplikationen. Diese ist aber als niedrig einzustufen, da nicht das ganze Organ entfernt wird, wie es beispielsweise bei einem Karzinom der Fall sein kann. Dennoch sind folgende Nebenwirkungen beziehungsweise Risiken einer Prostata-Operation zu nennen:

  • Harninkontinenz: In den ersten Monaten nach der OP kann es zu ungewolltem Harnabgang beispielsweise beim Heben schwerer Lasten oder beim Husten kommen, da umliegende Nerven und Muskeln angegriffen wurden.
  • Erektile Dysfunktion: Werden Nerven und Blutgefäße während der Operation beschädigt, fällt es schwerer, eine Erektion zu bekommen.
  • Trockener Orgasmus: Wenn Muskeln, die den Blasenausgang beim Samenerguss verschließen, verletzt sind, wird die Samenflüssigkeit nicht nach außen abgegeben, sondern fließt in die Harnblase.

Bei der TURP kann es zudem zum sogenannten TUR-Syndrom kommen, das mit Übelkeit und Verwirrtheit, in seltenen Fällen auch mit Herz-Kreislaufproblemen einhergeht. Grund ist, dass Teile der Reinigungsflüssigkeit, mit welcher entferntes Prostatagewebe über die Harnröhre ausgespült wird, während des Eingriffs in den Blutkreislauf gelangt sind. Auf diese Weise kann es zu einer Veränderung des Elektrolythaushalts kommen, was vorübergehend Auswirkungen auf den Kreislauf hat.

Was passiert nach der Prostata-Operation? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Auch nach der stationär durchgeführten Prostataverkleinerung bleiben gelegentlich einige Fragen für den Patienten noch unklar. Die Wichtigsten haben wir für Sie zusammengetragen und beantwortet.

Wie lange ist der Krankenhausaufenthalt bei einer Prostataverkleinerung?

Einen Tag vor dem Eingriff erfolgt die stationäre Aufnahme des Patienten in die Klinik. Dann werden vorbereitende Maßnahmen sowie Untersuchungen durchgeführt, wie zum Beispiel Bluttests oder ein Ultraschall. Nach der Operation folgen auch noch einmal Tests, beispielsweise ein Urintest. In der Regel bleiben die Betroffenen bei einem minimal-invasiven Eingriff insgesamt etwa zwei Tage und Nächte im Krankenhaus.7 Bei einer aufwendigeren, vielleicht sogar offenen OP kann die Aufenthaltsdauer länger sein, je nach Genesungsverlauf.

Wie lange dauert die operative Verkleinerung der Prostata?

Die Dauer der Operation zur Prostataverkleinerung ist von verschiedenen Aspekten abhängig, vor allem aber vom Grad der Hyperplasie (Vergrößerung). In der Regel ist mit einer reinen Operationsdauer von 60 bis 90 Minuten zu rechnen.8

Was hilft gegen die Schmerzen nach einer Prostata-Operation?

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kommt es bei der Prostata-Operation zu Verletzungen des umliegenden Gewebes und der Gefäße. Gegen die Schmerzen können schmerzstillende Medikamente helfen. Die Art des Arzneimittels und die Anwendungsdauer sind dabei individuell mit dem Arzt abzusprechen.

Müssen sonst irgendwelche Medikamente eingenommen werden?

Als präventive Maßnahme kann der behandelnde Arzt auch Antibiotika verschreiben, um eine bakterielle Infektion der Harnwege und Blase nach dem Eingriff zu verhindern.

Was sollte Mann nach der Prostata-Operation trinken?

Besonders in den Wochen nach einer Prostata-Operation ist es ratsam, viel zu trinken. Möglichst zwei Liter über den Tag verteilt, damit die Blase gut durchgespült wird.9 Abends sollte dagegen weniger getrunken werden, denn ansonsten müssen Betroffene nachts häufiger zum Wasserlassen auf die Toilette. Die Wahl sollte auf Tee oder stilles Wasser fallen. Achten Sie darauf, keine zu kalten Getränke zu sich zu nehmen.10 Alkohol ist in kleinen Mengen erlaubt.

Sind die Harnbeschwerden nach der OP behoben?

Nach einem Prostataeingriff kann es noch eine Weile zu Harnproblemen kommen, wie zum Beispiel Missempfinden beim Wasserlassen oder Blut im Urin. Aber auch Inkontinenz ist möglich. Hier sei gesagt, dass der unwillkürliche Harnabgang nach einigen Wochen wieder verschwinden sollte. Über diese Zeit können Einlagen hinweghelfen, die es auch speziell für Männer gibt. Zu kaufen sind sie in der Apotheke, im Reformhaus oder auch in Drogerien.

Was ist nach der Operation zu beachten?

Das Heben von mehr als fünf Kilo ist nach der OP für vier Wochen tabu. Das Gleiche gilt für stärkere körperliche Belastung und Sport.8 Gönnen Sie Ihrem Körper in dieser Zeit Ruhe, um sich von dem Eingriff zu erholen.

Wie lässt sich der Körper bei der Genesung nach der Prostata-Operation noch unterstützen?Beckenbodenübungen stärken die Muskulatur rund um die Harnwege und fördern die Kontinenz. Blasentraining hingegen dient dazu, die Zeiten zwischen den Toilettengängen zu verlängern. Dafür halten die Patienten den aufkommenden Harndrang immer länger aus, bis sie ihm nachgeben. Auf diese Weise können ständiger Harndrang, Restharn und Blasensteine vermieden werden. Wann Betroffene mit dem Training starten dürfen, ist individuell mit dem behandelnden Arzt zu klären.

Weitere Informationen:

Sie möchten gerne mehr zum Thema Prostataverkleinerung bei einer gutartigen Hyperplasie erfahren? Dann können Sie sich auf den Seiten von urologischen Kliniken und Praxen informieren, wie zum Beispiel der deutschlandweit ansässigen Alta-Klinik, des Universitätsklinikums in Erlangen oder des Universitätsklinikums in Heidelberg.

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Carolin Stollberg Schreiben ist ihre Leidenschaft – und das am liebsten über Themen, die die Menschen wirklich bewegen. Nachdem sich Carolin Stollberg in ihrem Studium der Germanistik alle Instrumente angeeignet hat, die sie für das Schreiben guter Texte benötigt, konnte sie sich voll und ganz Ihren Interessensschwerpunkten widmen: Gesundheit und Medizin. Seit Juli 2018 schreibt sie mit Hingabe und Sorgfalt für kanyo®. Carolin Stollberg Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Monika Hortig Die ersten Artikel schrieb Monika Hortig in ihrem Kinderzimmer und speicherte sie noch auf Diskette. Dass sie eines Tages Redakteurin werden möchte, wusste sie schon sehr lange. Deswegen zog es sie nach ihrem Studium in die Münchener Verlagswelt. Nach diversen Praktika in Online-Redaktionen absolvierte sie ihr Volontariat bei verschiedenen Lifestyle-Magazinen – unter anderem mit Schwerpunkt Sport und Ernährung. Das steigende Interesse für medizinische Themen führte sie letztendlich zu kanyo®. Als Medizinredakteurin kann sie hier ihre beiden Vorlieben – Online-Journalismus und Gesundheit – vereinen. Monika Hortig Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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