Männerarzt: Alles Wichtige zur Untersuchung beim Urologen und Andrologen

28. Januar 2019
6 Min.

Frauen gehen regelmäßig zum Frauenarzt. Und Männer? Die Bezeichnung Männerarzt ist nicht sehr verbreitet. Es gibt aber Mediziner, die sich auf Männerleiden spezialisiert haben. Obwohl der Urologe auch vom weiblichen Bevölkerungsteil aufgesucht werden kann, untersucht er neben den Harnwegen ebenfalls die Prostata. Der Androloge fokussiert sich dagegen auf geschlechtsspezifische Erkrankungen des Mannes. Mit anderen Worten: Was der Gynäkologe für die Frau, sind der Urologe und Androloge für den Mann. Doch was passiert beim Männerarzt?

Ein Urologe oder Androloge bei der Arbeit

Urologe und Androloge: Männerärzte für jede Lebensphase

Heutzutage achten Männer verstärkt auf ihren Körper sowie die eigene Lebensweise – dazu gehören auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitschecks. Der Gang zum Urologen ist daher für die meisten Männer Pflichtprogramm, um beispielsweise Prostatakrebs frühzeitig diagnostizieren zu lassen. Denn: Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Krebsformen bei Männern. Spätestens ab dem 45. Lebensjahr wird eine jährliche Untersuchung beim Urologen empfohlen, auch wenn ansonsten keinerlei Beschwerden bestehen.

Interessant: Da Urologen nicht nur Experten für männerspezifische Organe wie etwa die Prostata sind, sondern auch Nieren- und Harnwegsspezialisten, werden selbst Frauen von ihm behandelt. Die Zusatzqualifikation Androloge (übersetzt „Männerkundler“), die ein Urologe erwerben kann, gibt Männern jedoch einen Hinweis darauf, dass der Arzt vor allem auf ihre Leiden spezialisiert ist. Wer auf der Suche nach einem Männerarzt ist, sollte also auf den Zusatz Androloge achten.

Es spricht allerdings vieles dafür, dass auch junge Männer hin und wieder für einen Gesundheitscheck zum Urologen oder Andrologen gehen sollten. Denn der Männerarzt überprüft neben Nieren, Blase und Prostata auch Hoden und Penis. Er ist ebenfalls Ansprechpartner in Sachen Familienplanung und Sexualität. So kann er selbst Teenager zu den Themen Verhütung, Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten und Sexualität beraten.

Video Prostatitis: Markus Maria Profitlich klärt auf

Der Komiker und Schauspieler weiß: Eines der größten Männerprobleme ist, dass Mann nicht darüber redet. Doch bevor Symptome wie Schmerzen und Druckgefühl im Schambereich Ihren Alltag beherrschen – geben Sie sich einen Ruck und vereinbaren Sie einen Termin beim Urologen.


Männerproblem Prostatitis: Was ist das?>>

Was passiert beim Urologen?

Die Vorstellung, sich von einem Männerarzt untersuchen zu lassen, kann Gefühle der Scham oder Angst hervorrufen. Diese Reaktion ist durchaus natürlich, immerhin geht es um den Intimbereich – das sollte allerdings niemanden vom Arztbesuch abhalten.

Beim ersten Termin steht das persönliche Gespräch im Vordergrund. Dabei stellt der Urologe unter anderem Fragen zu den folgenden Themen:

  • Grund des Besuchs (Vorsorge, Beschwerden)
  • Vorerkrankungen, Operationen, Medikamenteneinnahme
  • Erkrankungen innerhalb der Familie (zum Beispiel Krebs, Harnsteine)
  • Lebensstil (Ernährung, Alkohol- und Drogenkonsum)
  • psychosoziales Umfeld (Familie, Stress)
  • Sexualität (beispielsweise vorzeitiger Samenerguss, Erektionsstörungen)

Der Urologe, vor allem mit der Weiterbildung als Androloge, ist Experte für Männerprobleme aller Art und begegnet seinen Patienten daher mit angemessener Empathie. Dass Gespräche und Untersuchungsergebnisse vertraulich behandelt werden, ist selbstverständlich.

Der Gesundheitscheck beim Männerarzt

Was passiert beim Urologen nach dem Vorgespräch? Im Anschluss untersucht der Männerarzt die Genitalien und den Lendenbereich. Er achtet dabei auf Rötungen der Haut, Schwellungen sowie Ausfluss aus der Harnröhre. Beim Penis zieht er die Vorhaut behutsam zurück, um auch die darunter liegende Eichel nach Auffälligkeiten zu untersuchen. Der Hodensack wird abgetastet, um eventuelle Knoten festzustellen. Hodenkrebs kommt zwar seltener vor als Prostatakrebs, dafür tritt er oft schon bei jüngeren Männern auf.

Tipp zur Krebsvorsorge:

Es wird empfohlen, dass Männer ihre Hoden regelmäßig selbst abtasten, um Gewebeveränderungen frühzeitig festzustellen. Wer sich unsicher ist, kann den Männerarzt um eine entsprechende Unterweisung bitten.

Die Prostatauntersuchung

Bei Männern ab 45 Jahren wird der Urologe zusätzlich die Prostata abtasten, auch als digital-rektale Untersuchung bekannt. Für die Früherkennung von Prostatakrebs und auch Darmkrebs kann sie erste Hinweise liefern.

Die Prostata (Vorsteherdrüse) liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Ihre Rückseite – die Stelle, wo die meisten Tumore entstehen – kann mit dem Finger vom Enddarm aus abgetastet werden. Dafür legt sich der Patient meist seitlich auf eine Liege und zieht die Beine an. Die Untersuchung dauert nicht lange und verursacht keine Schmerzen.

Gegebenenfalls ergänzt der Männerarzt das Abtasten von Hoden und Prostata durch einen Ultraschall, um einen noch genaueren Eindruck der Organe zu erhalten. Manche Urologen empfehlen im Rahmen der Krebsvorsorge zusätzlich einen PSA-Test. Dabei handelt es sich um einen Bluttest, der den Anteil des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blutkreislauf misst. Das Enzym gilt als Tumormarker für Prostatakrebs.

Zeigen die Untersuchungsergebnisse Auffälligkeiten oder bestehen Beschwerden, entscheidet der Arzt, welche weiteren Diagnosemethoden zum Einsatz kommen. Egal, ob es sich um die Krebsvorsorge handelt oder Probleme mit Nieren, Harnwegen und Co. auftreten – je eher eine Erkrankung diagnostiziert wird, desto erfolgreicher lässt sie sich in der Regel behandeln.