Prostataentzündung – diese Hausmittel können helfen

25. Januar 2019
7 Min.

Sie ist für Männer alles andere als angenehm – die Prostataentzündung. Bei der von Medizinern als Prostatitis bezeichneten Erkrankung kommt es zu Symptomen wie Schmerzen am Hoden, in der Leistengegend oder beim Wasserlassen. Besteht eine der Beschwerden sollte immer der Gang zum Arzt erfolgen. Unterstützend zur ärztlichen Behandlung finden bei einer Prostataentzündung oftmals auch Hausmittel und Homöopathie Anwendung. Doch welche alternativen Heilmethoden sind geeignet?

Pflanzliche Mittel & Hausmittel zur Prostatitis-Behandlung

Omas Tipps: Bewährte Hausmittel bei einer Prostataentzündung

Nicht jede Prostatitis ist wie die andere: Die Erkrankung kann in verschiedenen Varianten auftreten. Daher besteht auch keine Garantie für die Heilung der Prostataentzündung durch Hausmittel.

Sind Bakterien die Schuldigen, macht in der Regel der Einsatz von Antibiotika Sinn. Daneben kennen Ärzte viele weitere Medikamente, die zur Behandlung einer Entzündung der Prostata infrage kommen.

Die chronisch abakterielle Prostatitis ist die nicht durch Bakterien verursachte Variante der Krankheit, welche die meisten Patienten haben. Da die Auslöser dieser Prostatitis-Form noch nicht vollständig geklärt wurden, kann es unter Umständen etwas länger dauern, bis die Erkrankung überstanden ist. Deshalb lohnt es sich mitunter, unterstützend zur ärztlichen Therapie auf alternative Heilmittel zu setzen. Unter anderem haben sich diese Hausmittel bei einer Prostataentzündung bewährt:

  • Brennnesselwurzel: Als Hausmittel gegen eine Prostataentzündung kann die Brennnessel — beziehungsweise deren Wurzel — angewendet werden. Das Gewächs scheint die Nieren dazu zu bringen, mehr Harn zu produzieren. Das ist für viele Betroffene von Vorteil, denn oftmals kommt es bei einer Prostatitis dazu, dass die Prostata die Harnröhre abdrückt und das Wasserlassen schwerfällt. Eine volle Blase macht es Betroffenen (durch den erhöhten Druck) unter Umständen leichter, sie vollständig zu entleeren. In Apotheken gibt es eine große Auswahl an Produkten, welche das Heilkraut beinhalten. Ein Brennnesseltee lässt sich ganz einfach von Zuhause herstellen: Einfach einen Esslöffel getrocknete Brennnesselwurzeln für fünf Minuten in 200 Milliliter Wasser kochen und anschließend abseihen. Sie können drei Tassen Brennnesseltee pro Tag trinken.1
  • Kürbiskerne: Sie sind ein weiteres Hausmittel, das beim verminderten Wasserlassen aufgrund einer Prostataentzündung helfen kann. Zudem werden den Kernen entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt. Die heilenden Effekte scheinen von den Phytosterinen (bestimmte chemische Verbindungen) im Kürbiskernöl auszugehen. In der Regel schadet es im Krankheitsfall daher nicht, zwischendurch immer wieder einmal ein paar Kürbiskerne zu knabbern oder Salate, Suppen und Co. mit Kürbiskernöl zu verfeinern.
  • Weidenrinde: Bei einer Prostataentzündung entstehen für gewöhnlich auch Schmerzen am Hoden, in der Leistengegend oder am Rücken – hier hat sich Weidenrinde als Hausmittel bewährt. In der Rinde der Heilpflanze sind Salizylglykoside enthalten, welche im Organismus zu Salizylsäure – verwandt mit dem Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS) – umgebaut werden. Fertigpräparate mit Weidenrinde können in der Apotheke erworben werden. Zudem lässt sich auch ein Tee aus Weidenrinde herstellen: Geben Sie einen Teelöffel grob gehackte Weidenrinde in 250 Milliliter Wasser und erhitzen Sie dieses, bis es kocht. Nach zwei bis drei Minuten köcheln sollten Sie die Rinde aus dem Gebräu herausnehmen. Sie können täglich zwei bis drei Tassen Weitenrindentee trinken.2

Da vermutet wird, dass unter anderem eine hohe psychische Anspannung eine chronisch abakterielle Prostatitis auslöst, können bei der Behandlung als weiteres Hausmittel gegen eine Prostataentzündung auch stressreduzierende Maßnahmen wie beispielsweise Yoga oder autogenes Training zum Einsatz kommen.

Wasser: Ein weiteres Hausmittel bei einer Prostataentzündung

Oft kommt es bei einer Prostatitis vor, dass Männer einen ständigen Harndrang haben. Dadurch tendieren sie dazu, weniger zu trinken. Besser ist es jedoch, weiterhin täglich etwa eineinhalb bis zwei Liter3 – am besten Wasser – zu sich zu nehmen. Dadurch füllt sich die Blase und das Wasserlassen kann leichter fallen. Zudem sorgt eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme mitunter dafür, dass auch der Stuhl weicher wird. Dies ist vorteilhaft, wenn Schmerzen beim Stuhlgang vorhanden sind.

Weitere Behandlungsalternative bei einer Prostataentzündung: Homöopathie

Homöopathie – einige Männer mit einer Prostataentzündung setzen auf Alternativen zur Schulmedizin. Homöopathische Präparate (meist Globuli, kleine weiße Kügelchen) sind durch eine sogenannte Potenzierung so stark verdünnt, dass nur noch kleinste Spuren von Wirkstoffen im einzunehmenden Endprodukt vorhanden sind. Ein Grund dafür, weshalb es wissenschaftlich noch umstritten ist, ob homöopathische Mittel mehr als nur einen Placeboeffekt haben.

Wenn Sie an einer Prostataentzündung leiden und bei deren Therapie auf die Homöopathie zurückgreifen wollen, können Sie sich in einer auf diese alternativmedizinische Behandlungsmethode spezialisierten Praxis beraten lassen. Unter Umständen hat auch ihr Hausarzt eine homöopathische Weiterbildung.

Im Sinne der Homöopathie finden bei einer Prostataentzündung unter anderem nachfolgende Präparate ihre Anwendung:4

  • Chimaphila umbellata D3 (Wintergrün): Dieses Mittel eignet sich für Patienten, bei denen die Prostatitis mit einem Harnwegsinfekt einhergeht, welcher sich durch Symptome wie ständigen Harndrang und Brennen beim Wasserlassen bemerkbar macht.
  • Pareira brava D6 (Grießwurz): Zum Einsatz kommt diese Substanz oftmals, wenn ein ständiger Harndrang zusammen mit erschwertem Wasserlassen in Erscheinung tritt – die Blase ist nur noch durch starkes Pressen entleerbar.
  • Sabal D3 (Sägepalme): Es wird von Betroffenen eingenommen, die eine Art Stechen der Prostata wahrnehmen und deren Erektion von Schmerzen begleitet ist.
  • Staphisagria D12 (Stephanskörner): Das Präparat verwenden Männern mit Prostataschmerzen, die von der Harnröhre bis hin zum After ziehen. Außerdem wird es bei Harnverhalt und Brennen nach dem Wasserlassen eingesetzt.

Sie sollten wissen, dass sowohl die Homöopathie, als auch Hausmittel bei einer Prostataentzündung immer nur unterstützend zur schulmedizinischen Therapie empfehlenswert sind. Zudem ist es ratsam, vor der Anwendung Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten, um zum Beispiel mögliche Unverträglichkeiten auszuschließen.