Was hilft bei einer Prostataentzündung?


  • Antibiotika
  • Alpha-Blocker
  • Spasmolytika
  • Schmerzmittel
  • warme Bäder
  • Massagen
  • Entspannungsübungen
  • Hausmittel
  • homöopathische Präparate

Eine Prostataentzündung – auch Prostatitis genannt – ist für Betroffene sehr unangenehm. Beschwerden wie Schmerzen beim Wasserlassen oder Erektionsstörungen sind alles andere als schön. Die gute Nachricht: Es gibt einige Möglichkeiten zur Behandlung einer Prostataentzündung. Doch welche Medikamente, Hausmittel und Therapieansätze kommen infrage?

Medikamente zur Behandlung von Prostatitis


Übersicht:

Prostataentzündung: Diagnose vor der Behandlung

Die Behandlung einer Prostataentzündung erfolgt nie ohne eine vorangegangene ärztliche Diagnose. Nur so kann erkannt werden, welche Form der Erkrankung vorliegt. Die hier gewonnenen Informationen wirken sich auf die Wahl der Medikamente aus, die der Arzt einem Betroffenen verschreibt oder empfiehlt.

Unter anderem kommen folgende Untersuchungsmethoden vor der Behandlung einer Prostataentzündung zum Einsatz:

  • Abtasten: Diese Methode ist auch unter dem Namen digital-rektale Untersuchung (DRU) bekannt. Die Prostata (auch Vorsteherdrüse genannt) grenzt an den Enddarm, also das letzte Stück des Darms. Für einen Urologen [https://www.ratgeber-maennerurologie.de/urologe-androloge/] ist es daher möglich, über den unteren Teil des Enddarms die Vorsteherdrüse abzutasten. Merkmale wie etwa eine Schwellung, Schmerz- oder Druckempfindlichkeit sind mögliche Hinweise auf eine Prostatitis.
  • Urinprobe: Eine Urintrübung kann bereits einen Hinweis darauf geben, dass eine Prostatitis vorliegt. Darüber hinaus ist es möglich, über Teststreifen festzustellen, ob sich eine erhöhte Anzahl an weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Harn befindet. Diese liegt meist bei einer Entzündung im Körper vor. Auch mithilfe der sogenannten 3-Gläser-Probe können in der Folge auftretende Harninfektionen identifiziert werden.
  • Blutuntersuchung: Durch eine Blutprobe ist der sogenannte PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) ermittelbar. Bei einer Prostatitis ist dieser oftmals erhöht. Das PSA zählt zur Gruppe der Eiweiße (Proteine). Es sorgt dafür, die Samenflüssigkeit des Mannes im Rahmen einer Ejakulation zu verflüssigen. Auf diese Weise wird es den Samenzellen ermöglicht, leichter aus dem Körper befördert zu werden.

Eine exakte Untersuchung des Betroffenen ist nötig, um zu verstehen, wie die Prostatitis im Detail entstanden ist. Einerseits sind Bakterien als Verursacher möglich, weshalb man in einem solchen Fall von einer bakteriellen Prostatitis spricht. Andererseits kann eine Prostatitis auch ohne den Einfluss von Bakterien auftreten. Für die Ermittlung des Auslösers sind in diesem Fall weitere Untersuchungen nötig. In Abhängigkeit von der jeweiligen Ursache erfolgt auch die Behandlung bei einer Prostataentzündung.

Prostatitis: Wann werden Antibiotika eingesetzt?

Vergleichsweise einfach ist die Behandlung einer Prostataentzündung für einen Mediziner, wenn er feststellt, dass Bakterien zur Erkrankung geführt haben. Diese können nämlich mit einem Antibiotikum bekämpft werden. In einem solchen Fall ist dann die Rede von einer bakteriellen Prostataentzündung. Unterschieden wird zudem zwischen einer akuten (plötzlich auftretenden, kurz anhaltenden) und einer chronischen Prostatitis. Als chronisch gilt sie, wenn die Symptome für mehr als drei Monate anhalten.1

Schon gewusst?

Die Ursachen der chronisch abakteriellen Prostatitis, für die keine Bakterien verantwortlich sind, an der allerdings ein Großteil der Betroffenen erkrankt, sind noch nicht zur Gänze geklärt. Sicher ist jedoch, dass bei dieser Form der Prostatitis in der Regel keine Antibiotika helfen. Vielmehr setzen Fachmänner bei der Behandlung – auch weil Stress als möglicher Auslöser infrage kommt – auf alternative Maßnahmen wie etwa warme Sitzbäder, Massagen oder den Einsatz von pflanzlichen Präparaten. Letztere haben unter anderem eine beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute in der Afterregion und dem unteren Bereich unseres Dickdarms — der Teil des Körpers, in dem die Prostata liegt.

Antibiotika sind nicht gleich Antibiotika. Unter anderem bedeutet das: Es gibt Bakterien, gegen die nur ein ganz bestimmtes Antibiotikum wirkt. Durch die Anwendung eines Antibiogramms – ein Test im Labor mit einem Abstrich des auslösenden Erregers – ist der Arzt in der Lage herausfinden, welcher Erreger vorliegt, und auf Basis dieser Information das richtige Antibiotikum zu wählen. Häufig werden bei einer Prostataentzündung Antibiotika angewendet, welche den sogenannten Fluorchinolonen angehören. Sie zeichnen sich beispielsweise durch ihr vielfältiges Wirkspektrum aus, was einen erfolgreichen Antibiotikaeinsatz etwas wahrscheinlicher macht.

Im Allgemeinen werden dem Betroffenen die Antibiotika über einen Zeitraum von circa drei bis vier Wochen verschrieben.1 Antibiotika können jedoch nur eine effektive Waffe gegen Bakterien sein. Bei einer nichtbakteriellen Prostataentzündung sind sie wirkungslos.

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Operation als Behandlungsmethode:

Sollte die Behandlung mit Antibiotika bei einer Prostatitis erfolglos bleiben, stehen darüber hinaus noch andere Therapieoptionen zur Verfügung. So kommt zum Beispiel bei einer chronisch bakteriellen Prostataentzündung noch die Behandlung mit einer Transurethralen Prostataresektion (TUR-P) infrage. Es handelt sich dabei um eine Operation, die darauf abzielt, das erkrankte Prostatagewebe abzutragen. Die TUR-P wird entweder unter Vollnarkose, oder mithilfe einer Spinalanästhesie durchgeführt, bei der nur gewisse Bereiche des Körpers betäubt werden und der Betroffene sonst zur Gänze bei Bewusstsein bleibt. Der behandelnde Arzt entscheidet, welche Art der Narkose im jeweiligen Fall am besten geeignet ist.

Weitere Medikamente zur Behandlung einer Prostatitis

Eine Prostataentzündung äußert sich durch verschiedene Symptome. Beispielsweise Schmerzen in der Leistengegend oder Probleme beim Wasserlassen gehören dazu. Je nachdem, welche Beschwerden die Prostataentzündung mit sich bringt, kommt eine Reihe verschiedener Medikamente zur Anwendung. So zum Beispiel:

Einige Präparate, die bei der Behandlung einer Prostataentzündung eingesetzt werden, basieren auf pflanzlichen Wirkstoffen. Sie enthalten beispielsweise Weihrauch oder Kürbiskernöl.

Prostataentzündung: Wenn die Psyche betroffen ist

Eine Prostataentzündung kann eine große psychische Belastung sein. Ständige Schmerzen oder Erektionsstörungen beeinflussen die Lebensqualität des Betroffenen. Die Lust auf Sex kann vergehen, was möglicherweise zu Beziehungsproblemen führt. Eine entsprechende Gesprächstherapie oder eine hierfür geeignete ergänzende Medikation sind Möglichkeiten, um besser mit Druck und Ängsten umzugehen. Darüber hinaus helfen bei einer Prostataentzündung oftmals auch Methoden zur Stressbewältigung, wie etwa Yoga oder autogenes Training.

Tipps von Oma: Welche Hausmittel gegen die Prostataentzündung?

Eine Prostatitis kann in verschiedenen Varianten auftreten. Egal ob bakteriell oder nichtbakteriell, unterstützend zur ärztlichen Therapie kann es sich lohnen, alternative Heilmittel in Betracht zu ziehen. Unter anderem haben sich diese Hausmittel bei einer Prostataentzündung bewährt:

  • Brennnesselwurzel: Als erstes Hausmittel gegen die Prostataentzündung kann die Brennnessel — genauer gesagt deren Wurzel — verwendet werden. Die Inhaltsstoffe der Pflanze haben mitunter eine förderliche Wirkung auf die Harnproduktion der Nieren. Dieser Effekt ist für viele Betroffene von Vorteil, denn oftmals kommt es bei einer Prostatitis dazu, dass die Prostata die Harnröhre abdrückt und das Wasserlassen schwerfällt. Durch die erhöhte Produktion von Harn ist die Blase schnell gefüllt und steht unter Druck. Deshalb ist es unter Umständen einfacher, sie vollständig zu entleeren. In Apotheken gibt es eine große Auswahl an Produkten, die das Heilkraut beinhalten. Ein Brennnesseltee lässt sich jedoch auch sehr leicht zu Hause herstellen: Einfach einen Esslöffel getrocknete Brennnesselwurzeln für fünf Minuten in 200 Millilitern Wasser kochen und anschließend abseihen. Sie können drei Tassen Brennnesseltee pro Tag trinken.2
  • Kürbiskerne: Sie sind ein weiteres Hausmittel, das beim verminderten Wasserlassen helfen kann. Zudem werden den Kernen entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt. Die heilenden Effekte scheinen von den Phytosterinen (sekundäre Pflanzenstoffe aus der Klasse der Sterine) im Kürbiskernöl auszugehen. Daher schadet es nicht, zwischendurch ein paar Kürbiskerne zu essen oder Salate, Suppen und Co. mit Kürbiskernöl zu verfeinern.
  • Weidenrinde: Im Rahmen einer Prostataentzündung treten für gewöhnlich auch Schmerzen im Bereich der Hoden, der Leistengegend oder am Rücken auf. Weidenrinde als Hausmittel eignet sich hier sehr gut. In der Rinde der Heilpflanze sind Salizylglykoside enthalten, welche im Organismus zu Salizylsäure – verwandt mit dem Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS) – umgebaut werden. Präparate, die Weidenrinde enthalten, können in der Apotheke gekauft werden. Zudem lässt sich Tee aus Weidenrinde auch selbst herstellen: Geben Sie einen Teelöffel grob gehackte Weidenrinde in 250 Milliliter Wasser und erhitzen Sie dieses, bis es kocht. Nach zwei bis drei Minuten köcheln sollten Sie die Rinde aus dem Gebräu herausnehmen. Täglich zwei bis drei Tassen Weidenrindentee können die Beschwerden lindern.3

Da vermutet wird, dass unter anderem eine hohe psychische Anspannung die chronisch abakterielle Prostatitis auslöst, können auch stressreduzierende Maßnahmen wie beispielsweise Sport oder Meditation hilfreich sein.

Wasser als Hausmittel bei einer Prostataentzündung:

Nicht selten kommt es bei einer Prostatitis vor, dass Betroffene häufigen Harndrang haben. Dadurch tendieren sie dazu, weniger zu trinken. Allerdings ist es besser, täglich circa eineinhalb bis zwei Liter zu sich zu nehmen.4 Dadurch wird die Blase gefüllt und das Wasserlassen fällt unter Umständen leichter. Zudem sorgt eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme dafür, dass auch der Stuhl weicher wird. Mögliche Schmerzen bei der Ausscheidung, die aufgrund der Prostatitis bestehen, können so verringert werden. Der Alkoholkonsum sollte für die bestmöglichen Heilungschancen über die Dauer der Erkrankung möglichst reduziert werden.



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Homöopathie: Alternative Behandlung einer Prostataentzündung

Pflanzliche Mittel & Hausmittel zur Prostatitis-Behandlung

Einige Männer mit einer Prostataentzündung setzen auf Alternativen zur Schulmedizin. Homöopathische Präparate wie Globuli (Streukügelchen) sind durch eine sogenannte Potenzierung so stark verdünnt, dass nur noch kleinste Spuren der Wirkstoffe im einzunehmenden Endprodukt vorhanden sind. Ein Grund dafür, weshalb es wissenschaftlich noch umstritten ist, ob homöopathische Mittel mehr als nur einen Placeboeffekt haben.

Betroffene, die an einer Prostataentzündung leiden und bei der Therapie auf die Homöopathie zurückgreifen wollen, können sich in einer entsprechend spezialisierten Praxis beraten lassen. Unter Umständen kann auch Ihr Hausarzt eine homöopathische Weiterbildung vorweisen. Im Rahmen der Homöopathie finden bei einer Prostataentzündung mitunter folgende Präparate Anwendung5:

  • Chimaphila umbellata D3 (Wintergrün): Dieses Mittel ist für Betroffene geeignet, die sowohl an einer Prostatitis als auch an einem Harnwegsinfekt leiden, welcher durch Beschwerden wie ständigen Harndrang und Brennen beim Wasserlassen spürbar wird.
  • Pareira brava D6 (Grießwurz): Eingesetzt wird diese Substanz häufig, wenn ein ständiger Harndrang gemeinsam mit erschwertem Wasserlassen auftritt. Die Blase ist dabei nur durch starkes Pressen zu entleeren.
  • Sabal D3 (Sägepalme): Sie wird von Betroffenen eingenommen, die eine Art Stechen der Prostata wahrnehmen und deren Erektion von Schmerzen begleitet ist.
  • Staphisagria D12 (Stephanskörner): Dieses Präparat wird bei Prostataschmerzen angewendet, die von der Harnröhre bis hin zum After ziehen. Außerdem wird es bei Harnverhalt und Brennen nach dem Wasserlassen eingesetzt.

Wichtig: Sowohl Homöopathie als auch Hausmittel bei einer Prostataentzündung sind ausschließlich als Unterstützung zur schulmedizinischen Therapie zu empfehlen. Zudem ist es ratsam, vor der Anwendung Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten, um beispielsweise mögliche Unverträglichkeiten oder Wechselwirkungen auszuschließen.

Regina Lopes Bombinho Brandt
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Jan Zimmermann
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