Prostatakrebs: Informationen zur Erkrankung


Manchen Patienten fällt es leichter, mit einer Erkrankung und Behandlung umzugehen, wenn sie fachlich möglichst gut informiert sind. Häufig hatten Betroffene, die die Diagnose Prostatakrebs erhalten haben, vorab nur wenige Berührungspunkte mit der Krankheit. Daher gibt es viele Fragen rund um das Prostatakarzinom zu beantworten

Erster Ansprechpartner sollte immer der behandelnde Arzt sein, da er mit Ihrem individuellen Krankheitsverlauf und der Krankengeschichte vertraut ist. Für allgemeine Informationen zum Thema Prostatakrebs stellen aber auch verschiedene Institutionen verlässliche Quellen dar. Dazu gehören unter anderem:

Zudem stellt die Deutsche Krebshilfe Patientenleitlinien zur Verfügung, die unter anderem zur Diagnose, der Behandlung und dem Leben mit Prostatakrebs aufklären. Die Leitlinien unterscheiden sich nach der Art beziehungsweise dem Fortschreiten des Tumors und sind übersichtlich aufbereitet als Broschüre kostenfrei bestellbar.  

Kontakt Deutscher Krebsinformationsdienst

Sie möchten Antworten auf individuelle Fragen? Neben Ärzten bieten auch Beratungsstellen Unterstützung. Sie können beispielsweise den Deutschen Krebsinformationsdienst telefonisch oder per E-Mail kontaktieren.

E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de

Telefonnummer: 0800 - 420 30 40 (kostenlos; täglich von 8 bis 20 Uhr)

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Medizinische Ansprechpartner & Beratung bei Prostatakrebs


In der Regel erfolgt die Betreuung von Krebspatienten nicht nur durch einen Arzt. Vielmehr ist es meist ein Team von Medizinern (Chirurgen, Internisten, Radiologen) und Gesundheitspersonal, das Sie im Kampf gegen den Tumor unterstützt. Jedoch sollte es einen festen Hauptansprechpartner geben, bei dem alle Informationen zusammenfließen und der den Überblick über den Krankheitsverlauf sowie Behandlungen behält.  

Tipp!

Im Gespräch mit Ärzten kommen oft viele Fachbegriffe vor, die für Betroffene nur schwer verständlich sind. Das gilt vor allem für den komplizierten Bereich der Tumorbehandlung. Was da hilft? Das „Lexikon wichtiger Fachbegriffe und Abkürzungen“ des Krebsinformationsdienstes – hier werden Begriffe von A wie Algesie bis Z wie Zytostatika verständlich erklärt.

Im Falle eines Prostatakarzinoms ist immer ein Urologe Teil des Expertenteams. Der Urologe ist zwar Spezialist für Störungen im Bereich des Harntrakts, aber auch Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane zählen zu seinem Aufgabenbereich.

Da eine Krebserkrankung eine große seelische Belastung darstellt und psychische Störungen wie eine Depression zur Folge haben kann, sollten Patienten sich nicht davor scheuen, bei anhaltender psychischer Belastung Hilfe zu suchen. Die Psychoonkologie befasst sich speziell mit der psychologischen Betreuung von Krebspatienten.  

Viele Kliniken haben besondere Angebote zur psychischen Unterstützung von Krebspatienten. Doch mancherorts gibt es auch niedergelassene psychoonkologische Praxen, die die Patienten vor allem langfristig begleiten. Um solch eine Praxis in Ihrem Umfeld zu finden, können Sie die Suchfunktion des Krebsinformationsdienstes nutzen. 

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Hilfe bei Fragen zu sozialrechtlichen Ansprüchen und finanzieller Versorgung


Betroffene mit Prostatakrebs machen sich häufig nicht nur Gedanken um den Krankheitsverlauf und die Therapieaussichten. Auch Aspekte wie die berufliche Zukunft und finanzielle Absicherung der eigenen Person (und der Familie) stehen im Vordergrund.  

Generell sollten Patienten wissen, dass sie – abhängig von der Schwere der Erkrankung und der Art der einhergehenden Beschwerden sowie Einschränkungen – folgende Ansprüche unter bestimmten Voraussetzungen geltend machen können:1

  • Krankengeld (bei einer Arbeitsunfähigkeit von über 6 Wochen)  
  • Erwerbsminderungs-/Frührente (wenn durch die Krebserkrankung dauerhaft eine teilweise oder vollständige Arbeitsunfähigkeit auftritt) 
  • Pflegegeld oder andere Pflegeleistungen wie Versorgung durch ambulantes Pflegepersonal (Anerkennung auf Pflegebedürftigkeit, wenn die Selbstständigkeit des Patienten durch gesundheitliche Beeinträchtigungen mindestens 6 Monate eingeschränkt ist und er Hilfe benötigt) 
  • Erhalt eines Schwerbehindertenausweises, der mit Vergünstigungen wie beispielsweise einem verstärkten Kündigungsschutz einhergeht (Anerkennung auf Schwerbehinderung ab einem Grad der Behinderung von 50)2 

 Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen finden Krebspatienten beispielsweise bei den Sozialdiensten in Krankenhäusern. Auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland berät Sie zu sozialrechtlichen Fragen.  

Wer bezahlt das alles?

Generell übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Behandlungsverfahren. Unter Umständen können jedoch Zuzahlungen aufkommen, die der Patient zu tragen hat (zum Beispiel für Hilfsmittel wie Prothesen oder Rollstühle).

Für die Zuzahlungen gilt jedoch eine Höchstgrenze im Jahr, die maximal zwei Prozent des jährlichen Brutto-Familieneinkommens entspricht.1 Bei chronisch Kranken verringert sich die Belastungsgrenze auf ein Prozent des Familieneinkommens.1

Gelangen Patienten trotz Sozialleistungen aufgrund der Prostatakrebserkrankung unverschuldet in eine finanzielle Notlage, besteht die Möglichkeit, einmalig einen Zuschuss in Höhe von mehreren hundert Euro beim Härtefond der Deutschen Krebshilfe zu beantragen.  

Tipps & Hilfe zum Alltag mit Prostatakrebs: Ernährung, Sport, Sexualität und Co.


Häufig gibt es in Kliniken spezielle Schulungen für Krebspatienten, die sich Alltagsbereichen wie Ernährung oder Sport widmen. Auch Krebsberatungsstellen stellen zu diesen Aspekten hilfreiche Informationen zur Verfügung. 

Interessante Broschüren des Krebsinformationsdienstes zu den Themen...

Gerade das Thema Ernährung spielt für Männer mit Prostatakrebs eine besondere Rolle. Aufgrund der Behandlung kann es bei ihnen zu einem erhöhten Nährstoff- und Energiebedarf kommen. Werden diese nicht gedeckt, sind eine Mangelernährung und ungewollte Gewichtsabnahme als Folge wahrscheinlich.   

Eine ausreichende und gesunde Ernährung ist enorm wichtig, um den Organismus bei seinem Kampf gegen den Krebs zu unterstützen. Krebspatienten lassen sich am besten von ihrem Arzt oder einem Ernährungsberater dazu informieren, wie die für sie optimale Ernährung aussehen sollte.  

Rezept: Couscous-Salat mit Rinderfiletstreifen auf buntem Gemüse

Das folgende Rezept-Video beweist, dass eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung weder aufwendig noch kompliziert sein muss. Es richtet sich besonders an Patienten mit Prostatakrebs, die mittels Hormontherapie behandelt werden.

Selbstverständlich ist dieses Rezept ebenfalls für alle anderen Personen geeignet. Denn: Der Couscous-Salat ist nicht nur gesund, sondern auch lecker!

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Selbsthilfe – Austausch mit anderen Prostatakrebspatienten


Für viele Männer mit Prostatakrebs ist es hilfreich und befreiend, sich mit anderen Betroffenen über ihre Erfahrungen auszutauschen. Auch können andere Erkrankte die eigene Situation besser nachvollziehen, als es vielleicht bei Familie und Freunden der Fall wäre. Zudem ist es möglich, offen über Sorgen und Ängste zu sprechen, mit welchen der Patient seine Angehörigen vielleicht nicht belasten möchte.   

Vielerorts gibt es regionale Selbsthilfegruppen für Menschen mit verschiedenen Krebsleiden. Weiterhin bestehen Gruppen speziell für Männer mit Prostatakrebs – der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. liefert Ihnen hierzu einen Überblick.

In der heutigen Zeit ist es ebenfalls möglich, über Internetforen digital mit anderen (Prostata-) Krebsbetroffenen in Kontakt zu treten. Vielen Menschen fällt es leichter, sich weitestgehend anonym über eher unangenehme Themen (wie Impotenz und Inkontinenz als Folge der Krebstherapie) auszutauschen. Beispiele für solche Foren sind: 

Bitte beachten

Obwohl Patientenforen sehr sinnvoll sein können, sollten Nutzer immer darauf achten, mit der Preisgabe persönlicher Daten über das Internet an Fremde vorsichtig zu sein, um einen Missbrauch der Daten zu verhindern.

Für Patienten mit Prostatakrebs: Anwendungen und Hilfestellungen zur besseren Organisation


Eine Krebserkrankung geht für Patienten meist mit einem großen organisatorischen Aufwand einher, zum Beispiel wenn es um die Dokumentation von Krankheitssymptomen, Planung von Behandlungsterminen oder die mehrmals tägliche Einnahme von Medikamenten geht. Es kann sehr kraftraubend sein, hierbei den Überblick zu bewahren. Glücklicherweise gibt es einige Möglichkeiten, um den Alltag zumindest etwas zu erleichtern.  

Prostatakrebspatienten müssen häufig mehrmals am Tag verschiedene Medikamente zu sich nehmen. Um an diese zu denken, können zum Beispiel spezielle Apps auf dem Smartphone zur Unterstützung nützlich sein. Viele der Anwendungen sind kostenlos. Sie erinnern die Handynutzer durch Benachrichtigungen an die Einnahmezeiten und zeigen nach anfänglicher Einstellung auch an, in welcher Menge das Arzneimittel einzunehmen ist.  

Weiterhin gibt es digitale Anwendungen, die beispielsweise dabei helfen, ein Symptom-Tagebuch zu führen oder Untersuchungsergebnisse festzuhalten. Dies ist natürlich gleichfalls analog möglich – zum Beispiel in Form eines Patientenpasses. Das Dokument ist vor allem bei Behandlungsformen wie der Hormonentzugstherapie sinnvoll, welche mit regelmäßigen ärztlichen Kontrollen einhergehen.

Prostatakrebs – hier bekommen Angehörige Unterstützung


Was oft vergessen wird: Eine Prostatakrebserkrankung stellt für die Familie des Patienten in der Regel eine große Belastung dar. Oft sorgen sie sich um die Gesundheit des Betroffenen, gleichzeitig verändert sich in vielen Fällen auch der gesamte Ablauf des Alltags. Wichtig ist, dass Angehörige mit ihren Ängsten nicht allein bleiben. Häufig neigen sie zwar dazu, den Erkrankten selbst und den Rest der Familie nicht zusätzlich durch ihre eigenen Sorgen belasten zu wollen, doch auch für sie hat ein offener Austausch meist einen befreienden Effekt. 

Hilfe finden Angehörige sowie Patienten bei Sozialdiensten in Kliniken oder Krebsberatungsstellen (wie dem Krebsinformationsdienst). Weiterhin gibt es Selbsthilfegruppen, die sich speziell an die Familien von Krebspatienten richten. Dort finden sie Unterstützung und können offen kommunizieren.  

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Pauline Zäh Bereits als Kind wusste Pauline Zäh, dass sie einmal Redakteurin werden wollte. Lesen und Schreiben waren schon immer ihre großen Leidenschaften. Während des Journalismus-Studiums spezialisierte sie sich im Bereich Medizin. Für sie ein besonders wichtiges Feld, denn Gesundheit geht jeden etwas an. Seit 2019 ist sie Teil von kanyo®. Pauline Zäh Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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