Prostatitis – die Prostataentzündung verstehen lernen

25. Januar 2019
7 Min.

Ein Krankheitsgefühl plagt Sie? Das Wasserlassen fällt schwer und der Genitalbereich schmerzt? Hinzu kommt noch, dass Ihre Sexualfunktion gestört ist? Machen Sie sich deswegen nicht zu viele Gedanken: All das liegt nicht an einer Einschränkung Ihrer Männlichkeit, sondern möglicherweise daran, dass Sie eine Prostataentzündung – auch Prostatitis genannt – haben. Wir helfen Ihnen dabei, die Prostataentzündung zu verstehen: Informieren Sie sich über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Patient mit Prostatitis im Diagnosegespräch beim Arzt

Was ist eine Prostatitis?

Prostatitis heißt eine der häufigsten Erkrankungen der Prostata. Konkret handelt es sich dabei um eine Entzündung. Da Frauen keine Prostata besitzen, können nur Männer eine Prostataentzündung bekommen. Wir erklären Ihnen, worum es sich dabei handelt.

Die Prostata – auch Vorsteherdrüse genannt – ist ein Organ, das nur Männer haben. Sie ist so groß wie eine Kastanie und besteht hauptsächlich aus Drüsengewebe und Muskeln. Umhüllt wird die Drüse von einer bindegewebigen Kapsel. Über den After ist die Prostata mit den Fingern gut zu erfühlen. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Blase, sodass der obere Teil der Harnröhre vom Organ des Mannes umschlossen wird.

Besonders beim Sex spielt die Prostata eine wichtige Rolle. Kommt es zum Höhepunkt, zieht sie sich zusammen und setzt Sekret in die Harnröhre frei. Die abgegebene Flüssigkeit, die sich in der Harnröhre mit den Spermien vermischt, ist neben Muskelkontraktionen des Penis und Beckenbodens einer der Faktoren, die dafür sorgen, dass die Samenzellen ihren Weg aus dem männlichen Körper finden.

Aha!

Relativ oft wird das „starke“ Geschlecht durch eine Prostataentzündung geschwächt. So diagnostizieren Ärzte weltweit bei etwa zehn Prozent der Männer eine Prostatitis.1 Gründe, weshalb die Prostata anfällig für Entzündungen ist, sind unter anderem ihr häufiges Anschwellen (beispielsweise beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr) und ihre verstärkte Durchblutung.

Prostataentzündung: Formen und Ursachen

Für alle Männer gilt: Prostatitis ist nicht gleich Prostatitis. Dem National Institute of Health (NIH) in den Vereinigten Staaten zufolge, gibt es vier verschiedene Formen einer Prostataentzündung:

  • akute bakterielle Prostatitis: Bei dieser Variante sind Bakterien die Ursache.
  • chronische bakterielle Prostatitis: Eine Prostatitis gilt nach einem dreimonatigen Verlauf als chronisch.2 Bakterien sind auch bei dieser Art einer Prostataentzündung die Auslöser.
  • chronische abakterielle Prostatitis: Hier können keine Bakterien als Verursacher nachgewiesen werden. Eher sind vermutlich Faktoren wie Blasenentleerungsstörungen oder Rückfluss von Harn in die Vorsteherdrüse verantwortlich.
  • asymptomatische entzündliche Prostatitis: Sie wird meist zufällig diagnostiziert, weil typischerweise keine Krankheitszeichen in Erscheinung treten. Eine mögliche Ursache können Bakterien sein.

Aufgepasst – dieses Wissen bringt Sie nicht nur am Stammtisch weiter: Bei der Hälfte aller Fälle hat ein betroffener Mann eine chronisch abakterielle Prostatitis.2

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Chronisch abakterielle und bakterielle Prostataentzündung – die Symptome

Besonders die chronisch abakterielle Prostatitis – auch chronisches Beckenschmerzsyndrom genannt – ist eine Variante der Prostataentzündung, mit der es Männer oftmals zu tun bekommen. Ebenso wie diese Form einer Prostatitis hat auch die chronisch bakterielle Prostataentzündung keine charakteristische Gesamtheit von Symptomen. Dennoch gibt es Krankheitszeichen, über die Betroffene häufiger klagen. Zu ihnen zählen unter anderem:

  • Blasenentleerungsstörungen
  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Erektionsstörungen

Darüber hinaus berichten einige Patienten auch von einem Kälte-, Spannungs- und Druckgefühl am Hoden, im Bereich der Leisten und am Damm (Weichteilgewebe zwischen Hoden und After). Zudem ziehen mitunter eventuell vorhandene Sexualprobleme für einen Mann mit einer Prostataentzündung einen Teufelskreis nach sich: Ängste, Erhöhung des Stresslevels, Beziehungsprobleme – sie alle können zu einer psychischen Belastung werden.

Symptome einer akuten bakteriellen Prostatitis

Wenn ein Mann an einer akuten, von Bakterien ausgelösten Prostataentzündung leidet, können unter anderem folgende Symptome in Erscheinung treten:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Schmerzen am After
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • kleine Harnmengen bis Harnverhalt
  • Ausfluss aus der Harnröhre
  • hohes Fieber (ab 39,1 Grad Celsius)3 mit Schüttelfrost

Fieber ist ein besonderes Kennzeichen der akuten bakteriellen Prostatitis. Es tritt nur bei dieser Form einer Prostataentzündung auf und nicht etwa bei einer chronisch bakteriellen, chronisch abakteriellen oder asymptomatisch entzündlichen Prostatitis.

Prostataentzündung: Mögliche Ursachen

Haben Bakterien – beispielsweise Escherichia Coli – Schuld an einer Prostataentzündung, sind sie in aller Regel aus dem Darm über die Harnröhre zur Prostata gelangt und haben dort Beschwerden verursacht. Mangelnde Hygiene nach dem Stuhlgang kann ein Grund dafür sein, dass sich Darmbakterien ihren Weg zur Vorsteherdrüse bahnen können.

Bei einer chronischen abakteriellen Prostatitis ist es zur Entzündung der Prostata gekommen, ohne dass Erreger im Sperma oder Urin des Betroffenen nachgewiesen werden können. Zu den möglichen Ursachen gehören unter anderem: Stress, Blasenentleerungsstörungen und Rückfluss von Harn in die Kanälchen der Prostata.

Die Prostatodynie

Im Übrigen gibt es auch eine Unterform der chronisch abakteriellen Prostatitis: die Prostatodynie, welche zu den psychosomatischen Erkrankungen zählt. Obwohl keine Entzündung nachweisbar ist – eine erhöhte Anzahl an weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut gehört zu den typischen Entzündungskennzeichen –, haben Patienten Schmerzen im Bereich der Prostata.

Die Therapie einer Prostataentzündung

Die Behandlung einer Prostataentzündung richtet sich nach der Diagnose. Bei den Formen einer Prostatitis, die durch Bakterien ausgelöst werden, ist der Einsatz von Antibiotika sinnvoll. Ein geeignetes, verschreibungspflichtiges Antibiotikum ist dazu in der Lage, die entzündungsauslösenden Bakterien abzutöten. Zudem sind auch Medikamente anwendbar, die das vermehrte Wasserlassen fördern, um die Erreger aus dem Körper zu spülen.

Varianten einer Prostataentzündung, die nicht durch Krankheitserreger ausgelöst wurden, sind unter anderem durch

  • warme Bäder,
  • Massagen oder
  • Saunagänge therapierbar.

Den genannten Punkten ist gemeinsam, dass sie zur Entspannung – nicht nur der Prostata, sondern auch des Patienten – beitragen. Ein Urologe ist der beste Ansprechpartner, wenn Sie wissen wollen, was Sie bei einer Prostataentzündung tun sollten. Denn es gibt kein Schema X für die Therapie einer abakteriellen Prostatitis. Helfen können in vielen Fällen unterstützende Medikamente oder die Reduzierung von Stress.