Brennen und Probleme beim Wasserlassen: Was hat es damit auf sich?

Ein Brennen beim Wasserlassen ist meist sehr belastend. Oftmals führt es dazu, dass Betroffene wegen der Schmerzen am liebsten überhaupt nicht mehr auf die Toilette gehen würden. Glücklicherweise sind die Probleme bei der Miktion (Wasserlassen) in den meisten Fällen behandelbar. Doch was steckt hinter den Beschwerden?

Mann auf Toilette leidet unter Schmerzen beim Wasserlassen


Überblick:


Problemen beim Wasserlassen und ihre Ursachen

Das Brennen beim Wasserlassen ist ein besonders unangenehmes Gefühl. Schmerzen dieser Art entstehen unter anderem durch Probleme mit der Prostata oder Infektionen im Urogenitaltrakt. Zu den Problemen beim Wasserlassen — unter Medizinern auch Blasenentleerungsstörungen (Miktionsstörungen) genannt — zählen:

  • Algurie: Schmerzen beim Wasserlassen
  • Dysurie: erschwertes Urinieren
  • Pollakisurie: vermehrtes Wasserlassen bei meist kleinen Harnmengen
  • Strangurie: Harnzwang mit tröpfchenweiser Harnentleerung und Blasenkrämpfen
  • Harninkontinenz: unwillkürliche Entleerung der Blase
  • Harnverhalt: Unfähigkeit der Blasenentleerung

Die Ursachen von Miktionsstörungen sind zahlreich. Ihren Ursprung haben die Probleme zum Beispiel in Harnblase, Prostata oder Harnröhre. So ist es möglich, dass die Beschwerden beispielsweise aufgrund einer Infektion des Urogenitaltraktes oder durch eine Prostataentzündung — auch Prostatitis genannt – entstehen. Nicht selten treten zusätzlich zu den Infektionen auch Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost oder Unterleibsschmerzen auf.

Während beim starken Geschlecht zudem häufig Geschlechtskrankheiten für Probleme beim Wasserlassen verantwortlich sind, steckt bei Frauen nicht selten ein Scheidenpilz dahinter.

Manchmal sind Miktionsstörungen Nervensache!

Auch Fehlfunktionen von Nerven, die beispielsweise die Entleerung der Harnblase steuern, bedingen mitunter Miktionsstörungen. Ein Beispiel dafür ist das Erschlaffen oder Verkrampfen der Blasenmuskulatur. Verletzungen am Rückenmark oder Parkinson sind nur zwei Nervenkrankheiten, die zu Miktionsstörungen führen können.

Algurie (Schmerzen beim Wasserlassen) – genauer erklärt

Eine häufig in Erscheinung tretende Miktionsstörung ist die sogenannte Algurie. Dabei handelt es sich um den Fachbegriff für Schmerzen beim Wasserlassen. Meist liegen ihnen mehr als eine Ursache zugrunde. Infrage kommen beispielsweise:

  • Fremdkörper in der Blase: Sie fragen sich, wie Fremdkörper in die Blase gelangen können? Aufgefallen ist dies zum Beispiel bei Patienten mit einer geistigen Verwirrung oder Demenz, die sich über die Harnröhre Gegenstände eingeführt haben. Fremdkörper reizen die Blase und führen zu Schmerzen beim Wasserlassen oder ständigem Harndrang.
  • Verletzung der Harnröhre: Eine derartige Verwundung ist relativ selten. Ursachen, die dazu führen, sind beispielsweise eine starke äußere Krafteinwirkung (etwa ein Schlag oder Aufprall) oder das Einführen eines Blasenkatheters (ein Kunststoffschlauch, der den Urin zum Beispiel nach einer Operation aus der Blase leitet). Harnröhrenverletzungen sollten umgehend von einem Arzt behandelt werden.
  • Blasensteine: Es besteht die Möglichkeit, dass bestimmte Salze im Urin kristallisieren (beispielsweise wenn wir zu wenig trinken) und einen Harnstein bilden. Befindet sich dieser in der Blase, ist von einem Blasenstein die Rede. Eine Steinbildung macht sich etwa durch Symptome wie Brennen beim Wasserlassen oder die Unfähigkeit der Blasenentleerung bemerkbar.
  • Blasenentzündung: Die Blasenentzündung entsteht vielfach aufgrund einer vorangegangenen Harnröhrenentzündung, die zum Beispiel von Bakterien aus dem Darm, wie Escherichia coli, ausgelöst wird. Gelangen derartige Krankheitserreger in die Blase, steigt dort die Wahrscheinlichkeit für eine Entzündung an. Eine gute Hygiene nach dem Stuhlgang ist, zur Vorbeugung derartiger Beschwerden, sehr zu empfehlen.

Wenn es bei einer Frau zu Schmerzen beim Wasserlassen beziehungsweise einem vermehrten Harndrang kommt, liegt in sehr vielen Fällen eine Blasenentzündung vor. Bei Männern sind Entzündungen an der Blase oder Harnröhre jedoch etwas seltener. Der Grund dafür ist, dass die Harnröhre von Männern länger ist. Entzündungsauslösende Keime haben es daher schwerer, in den Organismus zu gelangen – wahrscheinlicher ist, dass sie mit dem Urin hinausgeschwemmt werden.

Viel häufiger leiden männliche Patienten mit einer Miktionsstörung an einer Prostataentzündung. Diese wird nicht zwangsläufig durch Bakterien ausgelöst. Wissenschaftler vermuten vielmehr, dass auch Faktoren wie Stress oder ein Zurückfließen von Urin in die Drüsenkanälchen der Prostata die Erkrankung bedingen können.

Kein Altmännerproblem – Video zum Thema Prostatitis

Auch junge Männer leiden bei einer Prostatitis unter erheblichen Beschwerden. Was Markus Maria Profitlich dazu zu sagen hat und wozu er rät, erfahren Sie im nachfolgenden Video.


Brennen beim Wasserlassen: Was tun?

Um herauszufinden, was die Probleme beim Wasserlassen verursacht, ist ein Gang zum Arzt ratsam. In Sachen Miktionsstörungen sind Sie am besten bei einem Urologen aufgehoben. Nach einem ersten Gespräch zur Krankengeschichte, kann ein solcher Fachmann beispielsweise mithilfe einer Urinprobe herausfinden, welche Erkrankung Ihren Schmerzen beim Wasserlassen zugrunde liegt. Diese Untersuchung dient unter anderem dazu, eine Aussage über:

  • Trübung,
  • Geruch und
  • Nitritgehalt

des Urins zu treffen. Ein strenger Geruch des Urins, oder ein positiver Test der Nitritwerte, deuten zum Beispiel auf einen Bakterienbefall hin. Bei einer weißlichen Trübung ist es möglich, dass sich weiße Blutkörperchen (Leukozyten) oder Fette im Blut befinden. Ist der Harn eher rötlich getrübt, gehen Mediziner in der Regel von Blut im Urin aus. Weitere Diagnosemethoden stellen die Untersuchung des Blutes, Ultraschalluntersuchungen der Nieren- oder Blasengegend sowie eine Blasenspiegelung dar. Auf diese Weise können beispielsweise Entzündungen der Prostata oder Nieren- beziehungsweise Blasensteine aufgespürt werden.

Nach der Diagnose legt der Urologe die weiteren Behandlungsschritte fest, die sich an der zugrunde liegenden Ursache orientieren. Ist etwa eine bakterielle Infektion als Auslöser festzumachen, verschreibt der Arzt für gewöhnlich Antibiotika. Werden die Beschwerden von einer Pilzinfektion herbeigeführt, wendet er hingegen pilztötende Medikamente (Fungizide) an. Bei Blasen- oder Harnleitersteinen, die sich nicht von selbst lösen, können mitunter chirurgische Eingriffe notwendig werden. Für gewöhnlich verabreicht der Urologe auch Schmerzmittel, um den Gang zur Toilette für die Betroffenen zu erleichtern.

Einige Maßnahmen, die Ihnen dabei helfen, den Beschwerden vorzubeugen, können Sie jedoch auch selbst umsetzen. Dazu zählen:

  • Unterleib stets warmhalten
  • ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen
  • Harnblase immer ganz entleeren
  • Toilettenpapier zum Reinigen von vorne nach hinten führen
  • übertriebene Intimhygiene vermeiden
  • beim Geschlechtsverkehr Kondom benutzen
  • nach dem Sex zum Urinieren auf die Toilette gehen (spült mögliche Erreger aus)

Darüber hinaus gibt es eine Reihe verschiedener pflanzlicher Wirkstoffe, die harntreibend wirken und somit das Ausspülen von Krankheitserregern fördern. Unter anderem sind hierbei Moosbeere, Brennnessel, Wacholder, Preiselbeere, Meerrettich und Kapuzinerkresse zu nennen. Kaffee, Alkohol oder scharfe Gewürze können hingegen die Harnwege reizen, weshalb sie nur in Maßen konsumiert werden sollten.

Regina Lopes Bombinho Brandt
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