So geben Sie der Erektionsstörung keine Chance:

  • Lassen Sie sich vom Arzt auf mögliche Erkrankungen checken.
  • Medikamente und Injektionen werden häufig von Medizinern gegen Erektionsschwäche verschrieben, diese sind nach Gebrauchsanweisung anzuwenden.
  • Nutzen Sie auch mechanische Hilfsmittel, wie eine Penispumpe und einen Stauring.
  • Bei Bedarf sollten Sie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, um Stress zu therapieren.
  • Beugen Sie mit einer gesunden Lebensweise samt bewusster Ernährung und ausreichend Regenerationszeit (Schlaf, Erholungspausen) Erektionsproblemen vor oder lindern Sie damit auch bereits bestehende Schwierigkeiten.
  • Lösen Sie sich von Leistungsdruck und Versagensängsten.

Keine falsche Scham Ab zum Arzt


Über seine Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrecht zu halten, spricht sicher kein Mann gerne, nicht mal mit der Partnerin oder dem Partner. Und noch weniger mit Dritten. Doch ist bei erektiler Impotenz das Gespräch mit einem Mediziner bei anhaltender Erektionsstörung (erektile Dysfunktion, kurz ED) sehr wichtig. Denn manchmal können auch schwerwiegende Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Multiple Sklerose oder Krebs hinter dem erektilen Unvermögen stecken — und dies gilt es abzuklären. Des Weiteren erleichtert eine klare Diagnose das Finden einer individuell abgestimmten Behandlung.

Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt. Dieser überweist dann bei begründetem Verdacht an einen Urologen. Neurologen werden zu Rate gezogen, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Nervenschädigung, zum Beispiel nach einer Prostata-Operation (wie z.B. nach einer Prostatavergrößerung), für die erektile Dysfunktion verantwortlich ist.

Viele meiden den Besuch beim Arzt und kaufen lieber diskret Potenzmittel wie Viagra im Internet. Davon ist aber dringend abzuraten, denn die Ursache für die erektile Dysfunktion wird dadurch nicht ermittelt und bei bestimmten Erkrankungen wie Herzschwäche ist die Einnahme sogar gefährlich. Besonders von sehr günstig angebotenen Potenzmitteln sollten Sie die Hände lassen, deren Zusammensetzung ist als fragwürdig einzustufen. Denken Sie bitte daran: Geprüfte Arzneien haben ihren Preis.

Die konservative Therapie mit Medikamenten


Häufig verordnen Ärzte bei einer erektilen Dysfunktion Medikamente. Sogenannte PDE-5 Hemmer (Phosphodiesterase-5 Hemmer) wie Sildenafil und Tadalafil waren zur Behandlung eines Lungenbluthochdrucks gedacht, hatten jedoch den interessanten Nebeneffekt, dass sich die Gefäße im Penis weiteten, mehr Blut in das Glied gelangte und die erektile Funktion sich verbesserte. Fortan wurden die Wirkstoffe überwiegend für die Standhaftigkeit des Mannes eingesetzt. Für gewöhnlich gibt es dieses rezeptpflichtige Potenzmittel in Tablettenform.

Eine PDE-5 Einnahme kann auch Nebenwirkungen aufweisen. Bekannt sind Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck und Sehstörungen wie verschwommenes Sehen und eine Farbsehschwierigkeit. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder Apotheker umfassend beraten.

Eine weitere Möglichkeit, die gegen Erektionsschwäche helfende Arznei zu verabreichen, ist die Schwellkörperautoinjektion (SKAT). Dafür wird das jeweilige Medikament einmalig zum Testen der richtigen Dosis vom Arzt direkt in den Penis gespritzt. Später kann die die Anwendung vom Patienten vor dem Geschlechtsverkehr selbst durchgeführt werden. Es wurden spezielle Fertigspritzen entwickelt, die an einen Diabetiker-Pen erinnern. Die Injektion ist weitestgehend schmerzfrei,. Wie bei den Tabletten kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße.

Übrigens: Viele Medikamente, die zur Therapie anderer Erkrankungen verschrieben werden, können auch richtige Potenzkiller sein. Harntreibende sowie entwässernde Arzneien (Diuretika) und Mittel gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva) oder Depressionen (Antidepressiva) verursachen mitunter sexuelle Funktionsstörungen.

Hilfestellung durch Penispumpe und Schwellkörperprothese


Mechanisch kann eine sogenannte Penispumpe zu einer ausreichenden Erektion beitragen. Ein Plastikzylinder fungiert als Saugglocke um den Penis, durch Pumpen wird ein Vakuum im Inneren erzeugt. So weitet sich das Gewebe und damit die Gefäße: Mehr Blut kann in das Glied fließen. Ist es erigiert, streift der Mann vom Zylinder einen Stauring aus Gummi (auch als Restriktionsring bezeichnet) über den Penis. Das Blut bleibt nach dem Abnehmen der Apparatur in den Schwellkörpern und die Erektion erhalten.

In seltenen Fällen – und wenn zuvor alle anderen Therapieverfahren keinen Erfolg zeigten – gibt es noch die Möglichkeit, der Erektionsstörung mit einem operativen Eingriff beizukommen. Das Einsetzen einer Schwellkörperprothese ermöglicht das Steuern einer Erektion. Dahinter steckt ein hydraulischer Ventilmechanismus.

Zwei Silikonzylinder übernehmen die Funktion der Penisschwellkörper. Über eine kleine, im Hodensack positionierte Pumpe, wird Flüssigkeit aus einem befüllten Reservoir in die Zylinder befördert. Auf diese Weise lässt sich eine Erektion aktivieren beziehungsweise deaktivieren. Das Gefühl des erigierten Glieds entspricht dem natürlich entstandenen, die Fähigkeit zu Orgasmus und Ejakulation bleibt erhalten.

Wichtig zu wissen: Bei der Implantation wird in die natürliche Schwammstruktur des Schwellkörpers eingegriffen, weswegen der Vorgang irreversibel (unumkehrbar) ist. Lassen Sie sich umfangreich von Ihrem behandelnden Urologen beraten.

Wenn die Seele drückt Psychotherapie


Lassen sich keine organischen Gründe für die Erektionsprobleme finden, dann besteht noch die Option, den Auslöser in der Psyche zu suchen. Oft ergibt sich bereits nach der Anamnese dieser Verdacht. Denn eine Erektion ist auch Kopfsache.

Vor allem immer mehr junge Männer – die zunehmend mehr Stress und Leistungsdruck ausgesetzt sind, als noch frühere Generationen – leiden häufiger an Erektionsausfällen. Rund 26 Prozent der unter 40-Jährigen ließen sich einer Studie zufolge wegen ED behandeln.1

Doch was kann die Psyche so sehr belasten, dass es sich auch körperlich auswirkt?

  • Stress bei der Arbeit
  • Probleme in der Familie, im Freundeskreis oder in der Beziehung
  • Versagensängste und Leistungsdruck
  • negatives Körperbild

In vielen Fällen kann eine Psychotherapie dabei helfen, diese Stressfaktoren zu behandeln. Zusammen mit einem Therapeuten lassen sich Probleme leichter und effektiver lösen. Auch eine Paartherapie ist bei Beziehungsproblemen erfolgsversprechend und sollte in Betracht gezogen werden. Ein Psychologe oder Psychotherapeut wird Betroffenen nach ersten Gesprächen eine gute Einschätzung geben und Behandlungsansätze vorstellen können.

Und welche Hausmittel können helfen?


Vor allem bei leichter Erektionsschwäche ist die Veränderung der Lebensweise eine gute Maßnahme zur Behandlung – und zur Vorbeugung. Die Ernährung zum Beispiel hat einen wesentlichen Einfluss auf die Standfestigkeit des Glieds. Viel Obst und Gemüse, Fisch und linolsäure- sowie kaliumreiche Lebensmittel sind sehr hilfreich für die Vermeidung von Erektionsproblemen. Ungesättigte Fettsäuren sollten Betroffene gesättigten vorziehen. Wie überhaupt für die gesamte Gesundheit, ist ein Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Drogen auch für die Erektionsfähigkeit förderlich.

Lecker – und gesund!

Es gibt Lebensmittel, die als natürliche Potenzmittel wirken sollen. Dazu gehören Knoblauch, Ingwer, Austern, Chili, Lachs, Kirschen und Spargel.

Körperliche Betätigung beim Sport dient dem Abbau von Stresshormonen, kurbelt den Blutdurchfluss an, versorgt den Körper mit Sauerstoff und stärkt die Muskulatur im Beckenboden. Denn ja, auch Männer profitieren von einer trainierten Beckenbodenmuskulatur. Die Durchblutung des gesamten Urogenitalbereichs wird angeregt, was dazu beiträgt, den Druck im Penis zu halten und den Blutrückfluss aus den Schwellkörpern zu verhindern.

Gegen Stress können bereits kleinere Auszeiten helfen: Spaziergänge an der frischen Luft, das Lesen eines guten Buchs oder Meditation sind Möglichkeiten, vom Alltagstrubel abzuschalten und Anspannungen zu lösen.

Eine Frage der inneren Haltung Wie mit Erektionsschwäche umgehen?


Der Mensch ist kein Automat, es ist nicht sicher, dass bei der Betätigung bestimmter Knöpfe auch eine gewünschte Aktion erfolgt. Und ja, manchmal, da klappt es nicht, obwohl Mann möchte. Wichtig ist in diesem Moment, nicht in Panik zu geraten und sich selbst unter Druck zu setzen. Denn Gedanken wie „Ich muss doch jetzt funktionieren!“ blockieren mehr, als dass sie wirklich helfen.

Seien Sie sich bewusst, dass ein Erektions-Ausfall passieren kann – und kein Weltuntergang ist. Gehen Sie unverkrampft an die Sache heran, ohne Versagensangst oder Leistungsdruck. Psychischen Stress können Sie nicht gebrauchen.

Wenn eine erektile Störung zum anhaltenden Problem wird, haben Sie hier einige Tipps mit auf den Weg bekommen, die dazu beitragen sollten, dass die Schwierigkeiten bald der Vergangenheit angehören. Dennoch ist ein Abstecher beim Arzt sehr wichtig, denn Erektionsstörungen können Symptom einer Erkrankung sein und dies gilt es auszuschließen. Außerdem ist eine medikamentöse Behandlung nur unter ärztliche Aufsicht möglich.

An alle Partnerinnen und Partner: Unterstützen Sie Ihren Liebsten in der Aufrechterhaltung seines Selbstwertgefühls, vergewissern Sie ihm, dass er als Mann nicht „versagt“ hat. Sie können ihn auch dazu ermutigen, sich ärztliche Hilfe zu suchen. Dabei ist darauf zu achten, ihm nicht unbewusst zu vermitteln, Sie seien unzufrieden mit der Situation. Betonen Sie ihm gegenüber, um sein Wohlergehen besorgt zu sein. Gemeinsam meistert man auch solche kleinen Hürden leichter.

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Carolin Stollberg Schreiben ist ihre Leidenschaft – und das am liebsten über Themen, die die Menschen wirklich bewegen. Nachdem sich Carolin Stollberg in ihrem Studium der Germanistik alle Instrumente angeeignet hat, die sie für das Schreiben guter Texte benötigt, konnte sie sich voll und ganz Ihren Interessensschwerpunkten widmen: Gesundheit und Medizin. Carolin Stollberg Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Quellen anzeigen
  • 1Paolo Capogrosso MD u. a.: „One Patient Out of Four with Newly Diagnosed Erectile Dysfunction Is a Young Man—Worrisome Picture from the Everyday Clinical Practice“. Abstract. In: The Journal of Sexual Medicine. Volume 10 Issue 7, 2013. Pages 1833-18411. URL: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jsm.12179 - Stand 12.04.2019