Häufig gestellte Fragen 

Was ist Genitalherpes?

Bei Genitalherpes handelt es sich um eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane.

Wie erkennt man Genitalherpes bei Männern?

Bei einer Infektion mit Herpes genitalis bildet sich ein schmerzhafter Ausschlag an den Geschlechtsteilen. Bei Männern sind in der Regel Penis, Vorhaut und Hodensack betroffen.

Wie werden die Viren bei Genitalherpes übertragen?

Die Infektion mit Herpes findet meist über ungeschützten Geschlechtsverkehr statt. Auch gemeinsam genutztes Sexspielzeug kann die Viren übertragen.

Wie lange dauert es von der Ansteckung mit Genitalherpes bis zum Ausbruch?

Bereits nach wenigen Tagen kann Genitalherpes zum ersten Mal ausbrechen. Nicht selten kann es aber auch Wochen, Monate oder gar Jahre dauern bis das erste Mal Beschwerden auftreten.

Wie lange ist Genitalherpes ansteckend?

Genitalherpes ist vor allem während eines Ausbruchs der Infektion sehr ansteckend. In den symptomfreien Phasen ist das Ansteckungsrisiko deutlich geringer, dennoch ist auch in diesem Stadium eine Übertragung nicht auszuschließen.

Wie lässt sich Genitalherpes bei Männern behandeln?

Bei einem Erstausbruch oder starken Beschwerden werden virushemmende Medikamente eingesetzt.

Genitalherpes ohne sexuellen Kontakt – ist das möglich?

Ja, das ist äußerst selten, aber denkbar. Herpesviren können einige Stunden auch außerhalb des Körpers, zum Beispiel auf Handtüchern, überleben und so für eine Schmierinfektion sorgen.

Was sind die Ursachen von Herpes genitalis?


Zu einer Infektion mit Genitalherpes kommt es durch direkten Schleimhautkontakt mit einer infizierten Person. Häufig ist das bei ungeschütztem Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr der Fall, aber auch bei der Verwendung von Sexspielzeug kann das Virus übertragen werden. 

Genitalherpes wird durch Herpes-simplex-Viren ausgelöst. Dieser unterteilen sich in zwei verschiedene Arten: 

  • Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) 
  • Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2) 

Bei Genitalherpes ist zumeist der Typ-2 des Herpesvirus die Ursache der Erkrankung, während das Typ-1-Virus hauptsächlich Lippenherpes auslöst. 

Achtung!

Auch Lippenherpes (HSV-1) kann zu Genitalherpes führen. Daher sollte während eines Ausbruchs von Lippenherpes auf Oralverkehr verzichtet werden.

Nicht immer sofort erkennbar – die Symptome


Meist dauert es von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit nur circa 6 bis 8 Tage.ii Allerdings kann der Virus mehrere Wochen, Monate oder Jahre im Körper ruhen, bevor die ersten Symptome auftreten.

Gut zu wissen

Genitalherpes verläuft nicht selten asymptomatisch, so dass Betroffene eine Infektion kaum oder gar nicht bemerken.

Typische Symptome sind hierbei:

  • eine schmerzhaft entzündete Haut  
  • kleine Bläschen in Gruppen, die einreißen und nässen können 
  • Juckreiz 
  • Brennen 
  • Geschwollene Lymphknoten in der Leiste 
  • Fieber und grippeähnliche Zustände (vor allem bei einer Erstinfektion) 

Die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen sind beim Mann meist

  • am Penis,
  • auf der Vorhaut
  • am Hodensack,
  • im Analbereich
  • am Po oder 
  • an den Innenseiten der Oberschenkel zu finden. 
Darstellung der von Genitalherpes betroffenen Geschlechtsteile beim Mann.

Wenn Genitalherpes erstmals ausbricht, treten die Beschwerden häufig deutlich verstärkt auf und halten ohne Behandlung circa drei Wochen an.2 Bei späteren Ausbrüchen (sogenannten Rezidiven) sind die Symptome für gewöhnlich schwächer und verheilen schneller. 

Verlauf und Ansteckungsrisiko bei Genitalherpes


Das Ansteckungsrisiko von Genitalherpes steigt mit der Häufigkeit von ungeschütztem Geschlechtsverkehr und der Anzahl der Sexualpartner. Nach einer Primärinfektion, sogar wenn diese ohne Symptome stattfindet, verbleibt der Herpesvirus dauerhaft im Körper. Auch eine Therapie mit Medikamenten kann diese sogenannte Erregerpersistenz nicht beenden. Stattdessen ruht der Virus (Latenzphase) bis zu einer erneuten Reaktivierung in den Nervenknoten im Rückenmark.2

Darstellung Ablauf einer Infektion mit Genitalherpes.

Wann es zu einer Reaktivierung und somit einem Wiederausbruch von Genitalherpes kommt, hängt unter anderem mit dem Virustyp zusammen: 

  • HSV-1: Bei ca. 20 bis 50 % der Betroffenen tritt innerhalb eines Jahres durchschnittlich ein weiterer Ausbruch auf. 
  • HSV-2: Bei ca. 70 bis 90 % der Betroffenen treten innerhalb eines Jahres durchschnittlich bis zu vier weitere Ausbrüche auf.3 

Zu einem Wiederausbruch können bestimmte Faktoren führen, z. B.: 

  • starke UV-Strahlung 
  • Hitze oder Kälte 
  • Hautverletzungen 
  • Stress und seelische Belastung 
  • körperliche Faktoren wie Fieber und Krankheit 

Die Virenlast ist zu Beginn der Krankheit höher als zu einem späteren Zeitpunkt. Somit sind Betroffene, die sich erst kürzlich infiziert haben, ansteckender als jemand, dessen Ansteckung schon länger zurück liegt. Während der Ruhephase sind die Herpesviren inaktiv und das Risiko, die Krankheit weiterzugeben, ist in diesem Zeitraum deutlich geringer.  

Grundsätzlich ist das Ansteckungsrisiko für Frauen höher als für Männer.2 Dies kann zum einen daran liegen, dass Männer häufiger unbemerkt infiziert sind und das Virus so verbreiten, zum anderen kann die empfindliche vaginale Schleimhaut Infektionen im Intimbereich begünstigen.1 

Nicht ganz einfach – Die Diagnose bei Genitalherpes


Rein über die Symptome ist Genitalherpes nicht eindeutig erkennbar. Zum einen, weil die Krankheitsmerkmale nicht immer typisch sind. Zum anderen ähneln die Beschwerden auch anderen Hautkrankheiten, beispielsweise Schuppenflechte oder sexuell übertragbaren Krankheiten wie Chlamydien. 

Bei einem Verdacht auf Genitalherpes bringt erst ein Abstrich beim Arzt Klarheit. Die Probe wird im Labor auf Herpesviren und bei Bedarf auch auf den jeweiligen Herpestyp hin untersucht.

Doch was, wenn bei einem Sexualpartner Genitalherpes ausbricht, obwohl man selbst keinerlei Symptome hat? In einem solchen Fall kann mit einem Antikörpertest kontrolliert werden, ob sich Antikörper auf Herpes im Blut befinden. Bei HSV-2-Antikörpern im Blut kann es zu Genitalherpes kommen. Werden jedoch HSV-1-Antikörper entdeckt, ist es schwer zu sagen, ob sich daraus Lippen- oder Genitalherpes entwickelt.  

Aha!

Mit den Tests können keine Aussagen darüber getroffen werden, wann es zu einer Infektion gekommen ist. Handelt es sich allerdings um einen Erstausbruch der Krankheit und es können keine Antikörper nachgewiesen werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Ansteckung erst vor kurzem passiert ist.

Behandlung von Herpes genitalis


Bei einer Primärinfektion kann es zu starken Beschwerden und in seltenen Fällen auch zu Komplikationen kommen. Daher sollten Betroffene zeitnah den Gang zur Ärztin oder zum Arzt wagen. Dort können sie sich ein virushemmendes Medikament mit den Wirkstoffen  

  • Aciclovir,  
  • Famciclovir oder  
  • Valaciclovir verschreiben lassen.2  

Die Tabletten mildern die Beschwerden und verkürzen die Dauer der Erkrankung.  

Bei nachfolgenden Ausbrüchen von Genitalherpes sind die Symptome meist nicht so stark ausgeprägt und eine Behandlung ist unter diesen Umständen oft unnötig. In seltenen Fällen jedoch gibt es Betroffene, die unter sehr häufigen Wiederausbrüchen oder sehr starken Beschwerden während des Rezidivs leiden. In diesem Fall kann eine längerfristige Anwendung von virushemmenden Medikamenten, auch in der beschwerdefreien Zeit, nötig sein. 

Mit dem Einsatz von Hausmitteln sollten Betroffene eher vorsichtig sein. Da die genitalen Schleimhäute äußerst empfindlich sind, eignen sich viele Hausmittel, die bei Lippenherpes ihren Einsatz finden, nicht bei Genitalherpes. Zudem ist die Studienlage in diesem Bereich eher dünn. Daher raten Ärzte davon ab, Hausmittel wie Zitronenmelissen, Zinksalben oder Bienenprodukte zur Genitalherpestherapie einzusetzen.4  

Genitalherpes und Partnerschaft


Die Diagnose „Genitalherpes“ kann sehr belastend sein, vor allem wenn die Infektion während einer festen Partnerschaft erstmals auftritt. Da der Virus bisweilen monate- oder jahrelang im Körper verweilen kann, bis die Krankheit zum ersten Mal in Erscheinung tritt, lassen sich nur schwer Rückschlüsse ziehen, wer sich bei wem wann infiziert hat. 

Wichtig!

Sollten Sie sich mit Genitalherpes infiziert haben, ist es ratsam, mit Ihren Sexualpartnern offen über die Krankheit zu reden und sich gemeinsam über Behandlungsmöglichkeiten und vorbeugende Maßnahmen zu informieren. Vor allem bei einem bestehenden Kinderwunsch ist Ehrlichkeit wichtig, denn für Babys kann eine Herpesinfektion lebensbedrohlich sein.

Betroffene können aber Vorsichtsmaßnahmen treffen, um andere vor einer Ansteckung zu schützen: 

  • Während eines Ausbruchs auf Sex verzichten. 
  • In symptomfreien Phasen Kondome oder Lecktücher verwenden. 
  • Bei sehr häufigen Ausbrüchen: vorbeugende Behandlung mit virushemmenden Medikamenten. 
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Susanne Wolf Schon seit Kindheitstagen sind Schreiben und das Internet wichtige Bestandteile im Leben von Susanne Wolf. So erstellte sie ihren ersten Blog mit zwölf und konzentrierte sich später im Studium vor allem auf digitales Publizieren. Da sie selber jedes Zipperlein erst einmal googelt, weiß sie, wie wichtig gut recherchierte und gleichzeitig verständliche Artikel im Internet sind. Susanne Wolf Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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