Häufige Fragen zur Strahlentherapie bei Prostatakrebs 

Wie funktioniert eine Bestrahlung von Prostatakrebs?

Ziel einer Bestrahlung ist es, die entarteten Zellen des Tumors in der Prostata zu zerstören und zu verhindern, dass sie sich weiter vermehren. Dazu kommen entweder elektromagnetische oder leicht radioaktive Strahlen zum Einsatz.

Welche Mehoden gibt es bei der Prostatakrebs-Strahlentherapie?

Allgemein findet eine Unterscheidung zwischen äußerer und innerer Bestrahlung statt. Die Bestrahlung von außen wird ambulant mit einem sogenannten Linearbeschleuniger vorgenommen, der Strahlen durch die Haut in das Krebsgewebe schickt. Von einer Bestrahlung von innen ist die Rede, wenn Ärzte radioaktive Metallteilchen in das Protstatakarzinom einbringen. Dieser Vorgang erfordert einen operativen Eingriff.

Welche Nebenwirkungen sind möglich bei der Prostatabestrahlung?

Je nach Dauer der Behandlung und Größe des bestrahlten Bereichs fallen die Nebenwirkungen unterschiedlich aus. Denkbar sind Rötungen und Juckreiz im Bestrahlungsbereich beziehungsweise entzündete Schleimhäute in Harnröhre, Blase oder Darm. Weitaus seltener sind Langzeitfolgen wie Inkontinenz, Durchfall oder Erektionsstörungen.

Wie viel kostet eine Prostata-Strahlentherapie?

Die Kosten für eine Radiotherapie bei Prostatakrebs belaufen sich etwa auf einen Betrag zwischen 2000 und 5000 Euro.1 Dieser steht jedoch in Abhängigkeit von Art und Umfang der individuellen Behandlungsmethode, kann also auch variieren. Im Speziellen informiert Sie der behandelnde Arzt über die anfallenden Kosten. Fragen Sie auch bei Ihrer Krankenkasse nach, ob die jeweilige Behandlung übernommen wird.

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Wie funktioniert die Bestrahlung des Prostatakarzinoms?


Im Rahmen der Strahlentherapie von Prostatakrebs setzen Radiologen (Spezialisten für Strahlenbehandlungen) gezielte, hochenergetische und elektromagnetische Röntgenstrahlen (mit Photonen, also Lichtpartikeln) oder leicht radioaktive Strahlen (zum Beispiel Iridium-192 und Jod-125) ein, die gegen die Krebszellen in der Prostata verwendet werden. 

Die Strahlung soll das in den entarteten Zellen vorhandene Erbgut (DNA) beschädigen, um deren Vermehrung zu verhindern. Anders als gesunde Zellen können Tumorzellen derartige Beschädigungen der eigenen DNA nämlich nicht selbständig reparieren. Sie sterben in der Folge ab.

Gut zu wissen!

Nach einer Strahlenbehandlung sind Sie nicht dauerhaft „radioaktiv“ oder auf andere Weise verstrahlt und somit ungefährlich für andere Menschen. Sie müssen also keine Bedenken haben, dass Sie künftig im Umgang mit Freunden oder Familie besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen müssen.

Welche Methoden zur Bestrahlung gibt es?


Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwischen zwei verschiedenen Varianten der Strahlentherapie bei Prostatakrebs. Einerseits gibt es die Möglichkeit einer äußeren Anwendung (perkutan, „durch die Haut“) und andererseits kann auch mittels Einbringung von kleinen Strahlungsquellen von innen bestrahlt werden. Letztere wird auch als Brachytherapie oder Afterloading bezeichnet

Hierbei handelt es sich um eine gängige und weit verbreitete Strahlenbehandlung bei Prostatakarzinomen. Vornehmlich kommt sie bei lokal begrenzten oder leicht fortgeschrittenen Krebsformen zum Einsatz. Im Vorfeld der Behandlung findet eine ausführliche Berechnung der individuellen Strahlendosis (in „Gray“ (Gy) angegeben) statt, die für gewöhnlich deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als die Behandlung selbst. Letztere kann von nur wenigen Sekunden bis hin zu ein paar Minuten dauern.2

Grundlage sind hier Aufnahmen aus einem Computertomographen (CT), die die Größe der Prostata bestimmen und im Anschluss dabei helfen, den genauen Bereich, der mit den Strahlen getroffen werden soll, zu bestimmen. Üblicherweise findet diese Form der Strahlentherapie ambulant — also ohne längeren Klinikaufenthalt — statt. Meist erstreckt sie sich über den Zeitraum von etwa sieben bis neun Wochen, in denen an jedem Werktag eine Sitzung vorgenommen wird.3 

Im Einzelnen dauern diese nicht länger als ein paar Minuten. Auf diese Weise verteilt sich die Gesamtstrahlungsdosis gleichmäßig (Fraktionierung) und belastet das gesunde Gewebe nicht unnötig.  

Während der Behandlung nimmt der Patient auf einer Liege unter einem sogenannten Linearbeschleuniger Platz. Bei diesem handelt es sich um ein dreh- und schwenkbares Gerät, das den Tumor von verschiedenen Seiten der Strahlung aussetzt. Diese durchdringt die Haut und greift die Zellen des Geschwürs an (was für den Betroffenen aber nicht spürbar ist).  

Im Zusammenhang mit der herkömmlichen perkutanen Strahlentherapie unterscheiden Mediziner zudem die folgenden beiden Ansätze: 

  • intensitätsmodulierende Radiotherapie (IMRT): Darunter ist eine Weiterentwicklung der perkutanen Strahlentherapie zu verstehen, bei der die Bestrahlung von einem Computer —und nicht mehr allein vom Arzt — gesteuert wird. Aufgrund der Kombination von PC und Bestrahlungsgerät, kann eine deutlich zielgenauere Verteilung der Strahlendosis erreicht werden, die genau der Form der Prostata und dem dort bestehenden Karzinom angepasst ist.  
  • bildgesteuerte Strahlentherapie (IGRT): Bei dieser Variante erstellt der Arzt im Verlauf der Behandlung immer wieder neue CT-Bilder des Prostatakrebses. So kann detailliert verfolgt werden, wie sich Größe und Lage der entarteten Zellen verändern und welche Anpassungen der Bestrahlung möglicherweise nötig sind.  

Darüber hinaus existieren auch einige Behandlungsansätze, die sich derzeit in einer experimentellen Phase befinden. Das heißt, sie sind noch nicht für den massenhaften Einsatz geeignet. Dazu zählt beispielsweise die sogenannte Schwerionen- oder Protonentherapie, bei der keine Lichtpartikel (Photonen) — wie etwa bei der Röntgenstrahlung — sondern Kohlenstoffionen oder Protonen (Bestandteile von Atomen) von außerhalb des Körpers in das Krebsgewebe gelenkt werden.  

Prostatakrebs von innen bestrahlen: Brachytherapie & Afterloading

Das Prinzip der „inneren“ Bestrahlung von Tumorzellen in der Prostata ist es, kleine Strahlungsquellen (sogenannte Seeds) in das befallene Gewebe einzubringen. Diese Behandlungsmethode, auch Brachytherapie oder LDR-Brachytherapie (englisch: „low dose rate“, also geringe Dosis) genannt, eignet sich vor allem bei Krebs, der nur auf das Prostatagewebe beschränkt ist.  

Der Eingriff erfolgt ambulant — der Patient kann im Anschluss also wieder nach Hause gehen — und meist unter Betäubung des Unterleibs oder einer kurzen Vollnarkose. Implantiert werden die Seeds über den Damm (Bereich zwischen After und Hoden) in die Prostata.

Dabei führt der Mediziner feine Hohlnadeln ein, die mit sehr kleinen, radioaktiven Metallteilchen bestückt sind. Beim Herausziehen der Nadeln verbleiben die Seeds im Krebsgewebe und geben dort ihre Strahlung ab. In der Regel haben sie nur eine sehr kleine Reichweite von wenigen Millimetern und eine Halbwertszeit (Lebensdauer) von ein paar Wochen.4 

Üblicherweise kann die gesamte Strahlendosis hier deutlich höher gewählt werden als bei der perkutanen Bestrahlung, da die Einbringung punktgenau stattfindet. Nach der Behandlung, wenn die Strahlung wieder abgeklungen ist, können die Metallteilchen problemlos im Körper verbleiben.  

Was kostet eine Prostatabestrahlung?

Für gewöhnlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Strahlentherapie bei Prostatakrebs. Diese sind zwar von Fall zu Fall unterschiedlich und hängen stark von Art und Dauer der Behandlung ab, in etwa belaufen sie sich jedoch auf einen Betrag zwischen 2000 und 5000 Euro.1

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Als Erweiterung der LDR-Brachytherapie ist das sogenannte Afterloading (Nachladeverfahren) zu verstehen. Hierbei werden ebenfalls Hohlnadeln in den Prostatakrebs eingebracht, die allerdings erst nach der genauen, computergesteuerten Platzierung im Krebsgewebe mit radioaktivem Material befüllt werden. Dieses ist meist deutlich stärker als bei der regulären Brachytherapie, weshalb es auch nicht länger als ein paar Minuten im Körper verbleibt.  

Die Implantierung der Nadeln — beziehungsweise des sogenannten Applikators — geschieht während einer Narkose. Der Patient ist für diesen Eingriff mehrere Tage stationär im Krankenhaus untergebracht. Häufig wird im Anschluss an das Afterloading zusätzlich mit einer normalen Brachytherapie behandelt. Auch hier gilt: Der Betroffene stellt keine Gefahr für seine Mitmenschen dar, da die Strahlungsquellen im Verlauf der Therapie wieder entfernt werden.  

Prostatakrebs bestrahlen: Diese Nebenwirkungen sind möglich


Mögliche Beschwerden, die mit einer Strahlentherapie einhergehen, sind abhängig von der Dauer der Behandlung und der Größe des bestrahlten Bereichs. Je zielgerichteter die Bestrahlung stattfindet, desto geringer sind die zu erwartenden Beschwerden. Bei vielen Betroffenen stellen sich die Probleme erst mehrere Wochen nach Beginn der Therapie ein und klingen im Anschluss folgenlos ab. Langzeitschäden sind vergleichsweise selten. 

Zu den potenziellen Nebenwirkungen einer Strahlentherapie zählen: 

  • gereizte Haut im Bestrahlungsbereich (etwa mit sonnenbrandähnlichen Rötungen oder Juckreiz) 
  • entzündete Schleimhäute in Harnröhre oder Blase (beispielsweise mit Gefühl von Blasenentzündung, selten Blut im Urin
  • entzündete Darmschleimhaut (leichter Durchfall und Schmerzen beim Stuhlgang sind möglich) 

Ihr behandelnder Arzt wird Sie im Vorfeld der Behandlung auch auf die Wahrscheinlichkeit von Langzeitfolgen hinweisen, die eine Strahlentherapie mit sich bringen kann. In manchen Fällen berichten Betroffene beispielsweise von Problemen wie Durchfall, Inkontinenz oder Erektionsstörungen. Der Mediziner informiert Sie vorab über derartige Beschwerden und steht Ihnen mit entsprechender Expertise und individuellen Behandlungsmöglichkeiten zur Seite. 

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Jan Zimmermann Egal ob Video, Foto oder Text – Hauptsache die Kreativität kommt nicht zu kurz. Noch während seines Masterstudiums der Medienwissenschaften und der Arbeit als Multimedia Content Creator in München, entwickelte Jan Zimmermann eine Passion für das Schreiben. Seit 2018 lebt er diese als Medizinredakteur bei kanyo® aus. Jan Zimmermann Medizinredakteur und Medienwissenschaftler kanyo® mehr erfahren
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