Familienplanung und Sexualität

15. April 2019
7 Min.

Ihr Gefühl sagt es Ihnen – jetzt endlich ist der richtige Moment für ein Baby gekommen. Die Familienplanung ist im Groben abgeschlossen. In neun Monaten soll der Sohn oder die Tochter das Licht der Welt erblicken – mit der Partnerin ist das bereits abgesprochen. Wenn das doch alles nur so leicht wäre. Ob es mit dem ersten Kind funktioniert, hängt natürlich nicht nur von dem bloßen Willen ab, eines haben zu wollen. Manchmal funktioniert es einfach nicht so, wie man es sich vorgestellt hat. Denn verschiedene Gründe wie Erektionsstörungen oder sogar Zeugungsunfähigkeit können sich dem Kinderwunsch in den Weg stellen. Wir beantworten Ihnen hier noch offene Fragen rund um das Thema Familienplanung und Sexualität.

Ein Mann und seine Partnerin, die sich mitten in der Familienplanung befinden.


Übersicht:

Zeugungsunfähigkeit

Manchmal liegt es an einer Zeugungsunfähigkeit, wenn die Umsetzung der Familienplanung auf sich warten lässt beziehungsweise die Frau nicht schwanger wird. Ob ein Mann zeugungsfähig ist, hat in der Regel etwas mit der Qualität und/oder der Anzahl seiner Spermien zu tun.

Einen Einfluss auf die Spermienzellbildung haben manchmal etwa:

  • Geschlechtskrankheiten (beispielsweise Chlamydien),
  • Hodenverletzungen wie eine Hodenverdrehung durch einen Sportunfall oder
  • Rauchen beziehungsweise Nikotin.

Azoospermie – was bedeutet das?

Von einer Azoospermie sprechen Experten dann, wenn sich bei der Analyse des Spermas (Ejakulats) im Labor keine Samenzellen vorfinden lassen. Die Gründe, die dazu führen können, sind zahlreich. Zu Ihnen gehören zum Beispiel:

Es ist jedoch auch möglich, dass überhaupt keine Ursache dafür feststellbar ist.

Vasektomie – Sterilisation des Mannes

Frauen haben beispielsweise mit der Pille die Option, bewusst einen Einfluss darauf zu nehmen, ob sie schwanger werden oder nicht. Doch falls Sie es noch nicht wussten: Auch Männer können verhüten. Eine Möglichkeit dafür, ist die sogenannte Vasektomie – ebenfalls bekannt unter der Bezeichnung Sterilisation des Mannes.

Bei einer Vasektomie handelt es sich also um einen operativen Eingriff zur Empfängnisverhütung. Wenn ein Mann sich für diese Operation entscheidet, durchtrennt der Operateur bei ihm die Samenleiter im Hodensack. Sperma kann dadurch nicht mehr aus dem Penis in den weiblichen Körper gelangen.

Gut zu wissen: Mit der Vasovasostomie haben Mediziner eine Möglichkeit eine Sterilisation des Mannes wieder rückgängig zu machen. In Kleinstarbeit lassen sich die Samenleiter unter einem Mikroskop zusammennähen. Dennoch sollte eine Vasektomie wohl überlegt sein. Nicht immer gelingt das erfolgreiche Rückgängigmachen.

Die zweite Chance auf ein Kind

Lebensumstände können sich ändern und der Kinderwunsch entflammt (erneut). Eine mikrochirurgische Refertilisierung kann die Lösung sein für Männer, bei denen eine Sterilisation erfolgt ist. Die häufigste OP-Methode dabei ist die sogenannte Vasovasostomie.

Ein Spezialist mit hoher Expertise auf diesem Gebiet erklärt, wie der Eingriff abläuft und zeigt auf, warum eine ausführliche Vordiagnose maßgeblich für den Erfolg ist.

Vorzeitiger Samenerguss alias Ejaculatio praecox

Ejaculatio praecox ist der medizinische Fachbegriff für einen vorzeitigen Samenerguss, der sich in die Kategorie der sexuellen Störungen einordnen lässt. Ohne, dass es zum Orgasmus kommt, erfolgt dabei die Ejakulation – beispielsweise direkt beim Einführen des Glieds in die Vagina.

Ein vorzeitiger Samenerguss kann sehr belastend sein. Betroffene Männer sind zum Beispiel oftmals frustriert, verlieren die Lust am Sex und setzen sich einem hohen Erwartungsdruck aus. Nicht selten kommt es auch zu Streitigkeiten mit dem Partner. Zum Glück gibt es jedoch Möglichkeiten der Behandlung. Eine gute erste Anlaufstelle für Betroffene ist der Hausarzt.

Erektionsstörung – wenn Mann nicht kann

Wenn die Versteifungsfähigkeit des männlichen Penis eher zu wünschen übrig lässt beziehungsweise die Dauer des erigierten Zustandes kurz ist, sprechen Experten von einer Erektionsstörung. Im Falle, dass es über einen längeren Zeitraum hinweg einfach nicht so richtig mit der Erektion funktioniert, stufen Ärzte eine Erektionsstörung als Krankheit ein.

Sollten Sie eine erste Einschätzung darüber haben wollen, ob Sie an einer Erektionsstörung leiden, können Sie sich durch unseren online Selbsttest „Erektionsprobleme“ klicken. Beachten Sie jedoch, dass nur Mediziner eine zuverlässige Diagnose stellen kann. Der Gang zum Arzt lohnt sich im Übrigen in dieser Sache. Denn es gibt neben der Möglichkeit einer Penisprothese noch weitere Optionen zur Behandlung und Vorbeugung.

Auch Männer kommen in die Wechseljahre

Ein Mann kommt nicht in die Wechseljahre. Diese Aussage ist in gewisser Hinsicht falsch. Denn Männer haben tatsächlich eine Art Klimakterium – wie die Wechseljahre auch genannt werden. Jedoch ist die männliche Variante abgeschwächter als bei Frauen.1

Ab circa dem 50. Lebensjahr1 beginnt der Organismus eines Mannes damit, weniger Testosteron zu bilden. Es geschieht jedoch sehr langsam, sodass ein Testosteronmangel nicht gleich befürchtet werden muss. Mit anderen Worten sind Hormonveränderungen im Alter ein Phänomen, das beide Geschlechter betrifft. Für einige Männer – es ist eher seltener der Fall1 – bringen die Wechseljahre unter anderem eine Abnahme der Libido (Lust auf Sex) mit sich.

Asexualität – was war das gleich noch einmal?

Der Begriff Asexualität lässt sich durchaus mit Männern in Verbindung bringen. Nämlich dann, wenn ein Mann

  • sich von anderen nicht sexuell angezogen fühlt oder
  • kein inneres Verlangen nach sexuellen Handlungen hat.2
Regina Lopes Bombinho Brandt
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
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