Harnleiterstein – Symptome, Entstehung eines Harnleiterkonkrements

28. Januar 2019
6 Min.

Sie fühlen sich wie Wehen an – Schmerzen, die durch einen Harnleiterstein entstehen. Für einen Mann in gewisser Art und Weise eine Möglichkeit, um eine Ahnung davon zu bekommen, was Frauen bei der Geburt eines Kindes durchleben müssen. Andererseits möchte man niemandem einen Harnleiterstein – auch Harnleiterkonkrement genannt – wünschen. Womöglich fragen Sie sich nun, was zu einer Steinbildung führt? Zu wenig zu trinken, kann einer der Gründe dafür sein, dass sich ein Harnleiterstein bildet. Doch es gibt weitere Ursachen für Harnleitersteine und deren Symptome.

Symbolbild für Harnleitersteine (Harnleiterkonkremente)

Was genau ist ein Harnleiterstein?

Steine im Körper? Wie ist das denn möglich? Und dennoch ist es nicht auszuschließen, dass ein Arzt irgendwann im Laufe Ihres Lebens einen Harnleiterstein bei Ihnen findet.

Sämtliche Steine im Körper – seien es Nieren-, Blasen- oder Harnleitersteine – bilden sich aus Mineralien oder Säuresalzen, die sich im Urin eines jeden Menschen auf ganz natürliche Art und Weise befinden. Diese Substanzen im Harn können kristallisieren, sprich, sich zu einem kristallähnlichen Gebilde formen. In den meisten Fällen bemerken Sie überhaupt nichts davon, wenn es bei Ihnen zur Kristallisierung gekommen ist. Denn oftmals sind die entstandenen Steine so klein, dass sie sich beim Wasserlassen problemlos aus Ihrem Körper spülen lassen.

Bei einem größeren Kristall ist ein Ausschwemmen jedoch nicht mehr so einfach möglich. Der Stein, der im Urin schwimmt, kann auf seinem Weg nach außen – über Nieren, Harnleiter, Blase und Harnröhre – stecken bleiben. Je nachdem, wo genau im Körper ein Stein hängen bleibt, erhält er eine andere Bezeichnung. So sprechen Ärzte von einem Harnleiterstein oder Harnleiterkonkrement, wenn Symptome wie Schmerzen die Folge von kristallisiertem Urin im Harnleiter sind.

Wissenswertes rund um das Harnleiterkonkrement

  • Die Wissenschaft geht davon aus, dass im Durchschnitt einer von zehn Menschen im Laufe seines Lebens einen Harnleiterstein bekommt.
  • Männer haben mit einer Quote von drei zu eins öfter als Frauen ein Harnleiterkonkrement.1
  • In den meisten Fällen bilden sich Harnleitersteine bei Personen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.1
  • Patienten, die schon einmal ein Harnleiterkonkrement hatten, tragen ein höheres Risiko, dass es erneut zu einer Steinentwicklung kommt.1

Harnleitersteine: Diese Symptome sind möglich

Bleibt bei Ihnen ein Harnleiterkonkrement stecken, bemerken Sie dies in der Regel. Das liegt daran, dass sich bei einem Harnleiterstein relativ schnell begleitende Symptome spürbar machen. Starke, krampfartige Schmerzen sind das charakteristischste Symptom von Harnleitersteinen. Mediziner beschreiben derartige Schmerzen auch mithilfe der Bezeichnung „Harnleiterkolik“.

Ein Arzt, der von seinem Patienten hört: „Ich habe höllische Schmerzen. Sie sind plötzlich gekommen und fühlen sich so an, wie ich mir Wehen vorstelle. Ständig werden sie schwächer und dann wieder stärker – fast wellenartig würde ich sagen.“, geht vermutlich von einer Harnleiterkolik aus. Besonders dann, wenn sich das Zentrum der Krämpfe in der linken oder rechten Flankenregion (seitlicher Bauchbereich) befindet und die Schmerzen zum Unterbauch und den Leisten (Übergänge vom Bauch zum Oberschenkel) hin ausstrahlen.

Bei Harnleitersteinen sind jedoch noch weitere Symptome möglich, wie etwa:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • innere Unruhe
  • ständiges Hin- und Herlaufen

In der Regel handelt es sich bei diesen Symptomen eines Harnleitersteins um die Begleiterscheinungen einer Harnleiterkolik.

Welche Ursachen haben Harnleitersteine (Harnleiterkonkremente)?

Vielfach löst eine zu hohe Salzkonzentration im Harn die Bildung eines Harnleiterkonkrements aus. Zu den Faktoren, die dies herbeiführen können, zählen unter anderem:

  • Zu viel tierisches Eiweiß: Wenn Sie zu den Menschen gehören, die viel Fleisch essen, haben Sie eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit, einen Harnleiterstein und dessen Symptome zu bekommen. Der Grund dafür ist, dass ein erhöhter Fleischkonsum zur Bildung von mehr Harnsäure führt, die mitunter kristallisiert.
  • Zu wenig Flüssigkeit: Möglicherweise hat sich bei Ihnen ein Harnsteinkonkrement gebildet, weil Sie zu wenig getrunken haben. Bei Menschen, die weniger als die täglich empfohlenen eineinhalb Liter (Wasser) aufnehmen, ist das Gleichgewicht zwischen Flüssigkeit, Mineralien und Salzen im Harn gestört.2 Die Gefahr besteht, dass Steine schneller Entstehen.

Doch auch wenn Sie kaum Fleisch essen und genügend trinken, ist es nicht 100-prozentig auszuschließen, dass Sie einen Harnleiterstein bekommen. Denn unter anderem gehören auch genetische Veranlagungen, Harnleiterverengungen oder Erkrankungen des Verdauungstrakts wie Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung) zu den Ursachen, die hinter der Bildung eines Harnsteinkonkrements stecken können.

Behandlungsmöglichkeiten – und warum Seilspringen bei einem Harnleiterstein helfen kann

Wenn Sie vom Wartezimmer einer Praxis aus einen Menschen beobachten, der wie von der Tarantel gestochen das Treppenhaus auf und ab läuft oder gar mit einem Seil springt, ist es gut möglich, dass sein behandelnder Arzt ihn dazu angewiesen hat. Denn Hüpfen oder ähnliche Bewegungen führen manchmal dazu, dass sich ein steckengebliebener Harnleiterstein löst und später mit dem Urin aus dem Harnleiter gespült wird.

Bei Harnleiterkonkrementen, die nicht von alleine abgehen, haben Mediziner die Möglichkeit, diese mithilfe einer sogenannten Ureterorenoskopie (URS) zu entfernen. Diese Methode erfolgt nur unter Vollnarkose. Ein dünner Schlauch – ausgestattet mit einer Lichtquelle, Kamera und winzigen Zange – wird dabei über die Harnröhre bis zum Harnleiter befördert, um den Harnleiterstein zu greifen und schlussendlich zu entfernen.