Diese Symptome können auftreten


Setzt das Vorhautbändchen (Frenulum praeputii) nicht unterhalb der Penisfurche, dem Übergang der Eichel zum Peniskörper, sondern weiter vorne an der Harnröhrenöffnung an, spannt das Bändchen. Vor allem, wenn der Penis erigiert ist. Statt eine lustvolle Zeit zu erleben, leidet der Mann unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder bei der Masturbation.

Weitere Beschwerden bei einem verkürzten Vorhautbändchen (Frenulum breve):

  • Die Vorhaut lässt sich nur schwer oder gar nicht zurückschieben.
  • Beim Versuch, die Vorhaut zurückzustreifen oder bei einer Erektion krümmt sich die Eichel nach unten.
  • Es kommt zu einer starken Blutung, wenn das Bändchen (ein)reißt

Im Vorhautbändchen verläuft eine Arterie. Wird also das Bändchen in Folge mechanischer Belastung verletzt, kann die einsetzende Blutung relativ stark und länger anhaltend sein. Daher ist es wichtig, die Stelle fest abzudrücken und umgehend ein Krankenhaus aufzusuchen.

Kurzer Anatomie-Exkurs

Circa 20.000 Nervenenden münden in ihr – der sensiblen Vorhaut.1 Sie besteht aus zwei Schichten, der äußeren, sichtbaren Haut und der inneren Schleimhaut, die unter anderem ein Sekret bildet, welches die Eichel feucht hält. Das sich auf der Unterseite der Eichel befindende Bändchen verbindet Eichel mit der inneren Vorhaut. Es lässt sich als kleine Falte der Schleimhaut beschreiben und sich mit dem kleinen Bändchen unterhalb der Zunge vergleichen.

Ursachen im Überblick


Sofern nicht angeboren, sondern im Laufe des Lebens erworben, kann ein verkürztes Bändchen verschiedene Gründe haben:

Übrigens: Zwar kann ein verkürztes Vorhautbändchen die Stimmung im Schlafzimmer erheblich trüben, eine Erektionsstörung ist aber nur in den seltensten Fällen die Folge.

Warum, um Himmels Willen, geht das denn nicht?

Mögliche Ursachen, warum sich die Vorhaut schwer oder gar nicht zurückziehen lässt, sind:

  • Verklebungen zwischen Eichel und Vorhaut
  • ein zu kurzes Vorhautbändchen
  • eine verengte Vorhaut (Phimose)

Was kann man(n) gegen ein verkürztes Vorhautbändchen tun?


Auch wenn es eine konservative Therapie mit einer kortisonhaltigen Salbe gibt, wird meist eine OP bevorzugt. Bei dem Eingriff wird das Vorhautbändchen entweder komplett entfernt (Frenulektomie) oder verlängert (Frenulotomie/Frenulumplastik), um auch eine gegebenenfalls vorhandene Verkrümmung des Peniskopfes zu beheben.

So läuft die Frenulotomie ab:

  • Um zu vermeiden, dass der Patient während der ambulanten und unter Lokalanästhesie durchgeführten Operation viel Blut verliert, klemmt der Chirurg die durch das Vorhautbändchen verlaufende Arterie ab.
  • Erst dann schneidet der Arzt das Vorhautbändchen horizontal ein.
  • Die Wunde in Rautenform wird anschließend vertikal mit selbstauflösenden Fäden vernäht. Die „abstehende“ Haut (sieht aus wie ein Dreieck) wird begradigt und anschließend weggeschnitten.
  • Eine abschließend aufgetragene Salbe soll verhindern, dass die Naht am Penis verklebt.
  • Der Eingriff dauert circa 15 Minuten.2
  • Patienten sollten circa 2 Wochen warten, bis sie wieder Geschlechtsverkehr haben. Auch in Sachen Selbstbefriedigung ist Zurückhaltung geboten, damit die Nahtstelle nicht aufreißt und gut verheilen kann.

Wie bei jeder Operation kann es bei der Frenulotomie ebenfalls zu Nebenwirkungen kommen. Unter anderem sind Nachblutungen, Entzündungen und Wundheilungsstörungen denkbar. Ihr behandelnder Arzt berät Sie umfassend, welche Behandlungsmethode in Ihrem individuellen Fall die geeignetste ist.

Leiden Sie zusätzlich unter einer Phimose, kommt auch eine Beschneidung in Frage, bei der die Vorhaut teilweise (plastische Beschneidung) oder komplett (radikale Beschneidung) entfernt wird.

Keine Doktorspiele!

Versuchen Sie bitte nicht, das Vorhautbändchen selbst zu dehnen, in der Hoffnung, während einer Erektion keine unangenehme Spannung mehr zu verspüren. Einrisse und Vernarbungen sind die mögliche Folge.

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Julia Lindert Die Ressortjournalistin Julia Lindert spezialisierte sich während ihres Studiums auf die Themenfelder Medizin und Biowissenschaften. Medizinische Sachverhalte in verständlicher Sprache zu formulieren, ist das, was sie an ihrer Arbeit besonders mag. Ihr Credo in Bezug auf Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten: Nichts beschönigen, aber auch keine unnötigen Ängste schüren. Julia Lindert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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