Chronisches abakterielles Beckenschmerzsyndrom & Co. – Ursachen und Formen der Prostatitis

25. Januar 2019
6 Min.

Eine Prostatitis (Prostataentzündung) ist vielen Menschen auch unter dem Namen Beckenschmerzsyndrom bekannt. Denkbar ist die Erkrankung nur bei Männern, denn Frauen besitzen keine Prostata, die sich entzünden könnte. In 90 Prozent der Fälle wird ein chronisches, abakterielles Beckenschmerzsyndrom diagnostiziert. Doch was für weitere Formen einer Prostatitis gibt es? Und welche Ursachen können die verschiedenen Varianten haben?

Arzt klärt Patient über die Formen von Prostatis auf

Überblick über die Formen der Prostatitis – chronisches Beckenschmerzsyndrom und weitere

Eine Prostatitis ist eine der am häufigsten in Erscheinung tretenden Erkrankungen der Prostata. In aller Regel handelt es sich dabei um eine Entzündung der Vorsteherdrüse, wie die Prostata auch genannt wird. Vom National Institute of Health (NIH) in den Vereinigten Staaten wird die Prostatitis in die folgenden vier Formen eingeteilt:

  • chronische abakterielle Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom
  • akute bakterielle Prostatitis
  • chronisch bakterielle Prostatitis
  • asymptomatische Prostatitis
Wissenswert:

Das chronische Beckenschmerzsyndrom kann noch einmal unterteilt werden in eine entzündliche und nicht-entzündliche Form. Ein Arzt erkennt beispielsweise anhand einer vermehrten Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in einer abgegebenen Blutprobe, ob eine Entzündung der Prostata vorliegt.

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Chronisches Beckenschmerzsyndrom

Die meisten Männer mit einer Prostatitis leiden an einer chronisch abakteriellen Prostatitis. Diese wird auch chronisches Beckenschmerzsyndrom genannt. Zu den typischen Symptomen dieser Erkrankung zählen unter anderem:

  • Unterbauchschmerzen
  • Dammschmerzen (der Damm ist der Bereich zwischen Hoden und After)
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Ejakulationsbeschwerden

Vor allem Letzteres sorgt oftmals dafür, dass Betroffene ihre Lust am Sex verlieren oder dabei Schmerzen verspüren. Ein Faktor, der mitunter sogar depressive Verstimmungen mit sich bringen kann.

Abakteriell – was heißt das?

Der Begriff „abakteriell“ bedeutet so viel wie „nicht-bakteriell“, sodass Bakterien als Ursache der Prostatitis ausgeschlossen werden. Urologen können zum Beispiel anhand einer Urinprobe erkennen, ob Bakterien die Auslöser sind.

Bisher gibt es nur Vermutungen darüber, was genau die Ursachen eines chronischen Beckenschmerzsyndroms sind. Ausgegangen wird unter anderem davon, dass

  • unentdeckte Infektionen,
  • Harnrückfluss in die Prostatakanälchen,
  • Störungen des Immunsystems oder
  • Blasenentleerungsstörungen für eine chronisch abakterielle Prostatitis verantwortlich sein könnten.

Darüber hinaus liegt die Vermutung nahe, dass Stress eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielt. Deshalb empfehlen viele Ärzte Ihren Patienten im Zuge der Behandlung eines chronischen Beckenschmerzsyndroms auch Stress reduzierende Maßnahmen wie Saunagänge oder autogenes Training.

Gut zu wissen

Im Gegensatz zu einer akuten bakteriellen Prostatitis tritt bei einem chronischen Beckenschmerzsyndrom für gewöhnlich kein Fieber in Erscheinung.

Akute und chronische bakterielle Prostatitis

Eine akute bakterielle Prostatitis erkennt ein Urologe oftmals anhand des Ertastens der Prostata über den After. Die Vorsteherdrüse ist im Krankheitsfall für gewöhnlich geschwollen. Zudem sind Betroffene in diesem Bereich meist übermäßig druckempfindlich. Zu den weiteren Symptomen gehören darüber hinaus:

  • hohes Fieber (ab 39,1 Grad Celsius)2
  • Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit
  • ständiger Harndrang (trotz leerer Blase)
  • Ejakulationsschmerzen

Im Gegensatz zur chronisch abakteriellen Prostatitis können bei der akuten wie auch bei der chronisch bakteriellen Prostatitis Bakterien die Schuldigen sein. In den meisten Fällen sind Escherichia coli-Bakterien die Ursache einer Erkrankung. Wenn diese Darmbakterien über die Harnröhre zur Prostata gelangen, ist dort die Entstehung einer Entzündung möglich. Neben den genannten Keimen aus dem Darm sind unter anderem aber auch sexuell übertragbare Erkrankungen wie eine Infektion mit Chlamydien oder Tripper mögliche Ursachen einer Prostatitis.

Hat ein Mann eine akut bakterielle Prostatitis, besteht beim Ausbleiben einer passenden Behandlung das Risiko, dass sie zu einer chronischen wird. Fünf bis zehn Prozent der Männer mit der Diagnose „Entzündung der Prostata“ leiden an ihr.1 Von einer chronischen Prostatitis ist dann die Rede, wenn sie länger als drei Monate anhält.3

Charakteristischerweise sind die Symptome einer chronisch bakteriellen Prostatitis sehr ähnlich zu denen eines akuten und eines chronischen Beckenschmerzsyndroms. Der wesentliche Unterschied besteht meist darin, dass die Krankheitszeichen für gewöhnlich in einer etwas abgeschwächteren Form in Erscheinung treten. Aber auch wenn beim Arzt das Wort „chronisch“ fällt, sollten Betroffene nicht verzweifeln. Ebenso wie die akute bakterielle Prostatitis ist auch die chronische oftmals mit einem geeigneten Antibiotikum oder anderen passenden Medikamenten und Maßnahmen behandelbar.

Asymptomatische Prostatitis

Bei der asymptomatischen Prostatitis liegt eine Entzündung der Prostata vor, ohne dass der Betroffene Beschwerden in dieser Körperregion angibt. Ein Arzt erkennt eine vorhandene Entzündung in diesem Fall unter anderem an einer erhöhten Anzahl von weißen Blutkörperchen in der abgegebenen Blutprobe seines Patienten. Meist wird diese Variante einer Prostatitis nur zufällig entdeckt.