Die Symptome einer Prostatitis

25. Januar 2019
6 Min.

Sie kann jeden Mann treffen – die Prostataentzündung (Prostatitis). In den allermeisten Fällen haben Betroffene eine chronisch abakterielle Prostatitis, doch auch andere Formen sind möglich. Lesen Sie hier mehr zu den typischen Symptomen der verschiedenen Arten einer Prostatitis.

Prostatitis-Symptome zeigen sich bei einem Mann durch Schmerzen der Blase

Symptome wovon? Hintergrundwissen zur Prostatitis

In der Regel handelt es sich bei einer Prostatitis um eine Prostataentzündung, bei der verschiedene Symptome möglich sind. Die Prostata – oder auch Vorsteherdrüse – ist ein Organ, das nur Männer besitzen. Demzufolge ist eine Prostataentzündung eine Erkrankung, die Frauen nicht bekommen können.

Die Prostata: Eine Kurzdefinition

Die Prostata hat in etwa die Größe einer Kastanie. Sie besteht im Wesentlichen aus mehreren Einzeldrüsen und Muskeln und befindet sich unterhalb der Harnblase, sodass sie den oberen Abschnitt der Harnröhre umschließt. Zum Rücken hin grenzt die Vorsteherdrüse an den Enddarm. Die Nervenfasern, welche die Drüsentätigkeiten und das muskuläre Zusammenziehen der Prostata steuern, haben ihren Ursprung zum einen im Plexus hypogastricus inferior – einem Nervengeflecht, das rechts und links des Mastdarms bis zur Harnblase hin verläuft – und zum anderen in einem unteren Abschnitt des Rückenmarks (aus dem Kreuzbein).

Die wesentliche Aufgabe der Prostata besteht darin, beim sexuellen Höhepunkt eines Mannes Sekret zu produzieren und abzugeben. In der Harnröhre vermischt sich die hergestellte Flüssigkeit mit den Spermien und hilft diesen dabei, zum Ziel – der weiblichen Eizelle– zu gelangen.

Die Symptome und die Behandlung einer Prostatitis hängen von der diagnostizieren Form ab. Das National Institute of Health (NIH) in den USA unterscheidet die folgenden Varianten einer Prostataentzündung1:

  • chronisch abakterielle Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom
  • akute bakterielle Prostatitis
  • chronisch bakterielle Prostatitis
  • asymptomatische Prostatitis
Wissenswert: Die Besonderheit bei der asymptomatischen Prostatitis besteht darin, dass keine Symptome in Erscheinung treten. Diese Form einer Prostataentzündung, die unter anderem Bakterien verursachen, wird daher meist nur zufällig diagnostiziert.

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Mögliche Symptome einer chronisch abakteriellen Prostatitis

Ein weiterer Name für eine chronisch abakterielle Prostatitis lautet: chronisches Beckenschmerzsyndrom. Zu den Symptomen, die bei dieser am häufigsten vorkommenden Ausprägung einer Prostatitis denkbar sind, zählen unter anderem:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • häufiges Wasserlassen mit geringen Urinmengen (Pollakisurie)
  • ständiger (imperativer) Harndrang
  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
  • Schmerzen am Damm (Weichteilgewebe zwischen Hoden und After)
  • Schmerzen am After
  • Schmerzen am Hoden
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schmerzen in der Leistengegend
  • Rückenschmerzen
  • Druckgefühl im Prostatabereich
  • vermehrter Ausfluss aus der Harnröhre
  • Erektionsstörungen
  • verminderte Lust auf Sex

Das chronische Beckenschmerzsyndrom lässt sich noch einmal unterteilen in eine entzündliche und in eine nicht entzündliche Form. Da bei der ersteren Variante eine Entzündung nachweisbar ist – oft durch eine erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in der Blutprobe eines Erkrankten – sind Symptome wie Fieber und Schüttelfrost möglich. Die meisten Männer erkranken jedoch an der nicht entzündlichen Variante der Prostatitis.

Psychische Belastung – ein besonderes Symptom der Prostatitis

Eventuell bestehende Sexualstörungen sind Symptome einer Prostataentzündung, die bei manchen betroffenen Männern einen Teufelskreis nach sich ziehen. Wenn auf einmal nichts mehr wie früher funktioniert, steigen Druck, Angst und Stresslevel. Daraus können Beziehungsprobleme entstehen, die aufgrund der Belastungssituation mitunter erneute Erektionsstörungen hervorrufen – ein Teufelskreis entsteht. Die Folge ist oftmals eine große psychische Belastung. Einige Ärzte setzen daher bei der Behandlung einer Prostatitis und deren Symptomen auch auf stressreduzierende Maßnahmen wie autogenes Training und Beratungsgespräche.

Symptome einer akuten und chronisch bakteriellen Prostatitis

Bei der akuten bakteriellen Prostatitis handelt es sich um eine Infektion der Vorsteherdrüse. Im Gegensatz zur abakteriellen Variante wird sie in der Regel von Bakterien wie Escherichia Coli ausgelöst. Es ist denkbar, dass diese Darmbakterien zum Beispiel aufgrund einer mangelnden Hygiene nach dem Stuhlgang zur Vorsteherdrüse gelangen können.

Die Ursachen einer chronisch abakteriellen Prostatitis sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird, dass Faktoren wie Stress oder Rückfluss von Harn in die Drüsenkanälchen der Prostata eine Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen.

Unter anderem sind die nachfolgenden Symptome bei einer akut bakteriellen Prostataentzündung typisch:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • hohes Fieber (ab 39,1 Grad Celsius)2
  • Schüttelfrost
  • Rückenschmerzen
  • Beckenschmerzen
  • Schmerzen am Damm
  • Schmerzen am After
  • Schmerzen am Hoden
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren (Harnverhalt)
  • häufiger Harndrang (trotz leerer Blase)
  • Ejakulationsschmerzen

Von einer chronischen Prostatitis ist dann die Rede, wenn ihre Symptome länger als drei Monate lang andauern.1 In der Regel sind die Krankheitszeichen hier jedoch nicht so stark ausgeprägt wie bei der akuten Form.

Aha!

Dieselben Nerven, die auch eine Erektion regulieren, durchziehen unter anderem die Prostata. Einer der Gründe, weshalb es bei einer Prostatitis zum Symptom der Erektionsstörung kommen kann. Da die Vorsteherdrüse die Harnröhre umschließt, fällt das Wasserlassen unter Umständen schwerer als sonst. Eine entzündete, geschwollene Prostata drückt mitunter die Harnröhre etwas ab.