Prostataentzündung: So erfolgt die Behandlung

25. Januar 2019
8 Min.

Eine Prostataentzündung – auch Prostatitis genannt – ist für Betroffene sehr unangenehm. Beschwerden wie Schmerzen beim Wasserlassen oder Erektionsstörungen sind alles andere als schön. Die gute Nachricht für Erkrankte: Es gibt Möglichkeiten zur Behandlung einer Prostataentzündung. Doch welche Medikamente und Therapieansätze kommen infrage?

Medikamente zur Behandlung von Prostatitis

Prostataentzündung: Hintergrundwissen zur Behandlung

Die Behandlung einer Prostataentzündung erfolgt nie ohne eine vorangegangene Untersuchung. Denn nur so kann erkannt werden, welche Form der Erkrankung vorliegt. Diese Information wirkt sich auch auf die Wahl der Medikamente aus, die der Arzt einem Patienten zur Behandlung der Prostataentzündung verschreibt beziehungsweise empfiehlt.

Unter anderem kommen folgende Untersuchungsmethoden vor der Behandlung einer Prostataentzündung zum Einsatz:

  • Abtasten: Diese Methode ist auch unter dem Namen digital-rektale Untersuchung (DRU) bekannt. Die Prostata (Vorsteherdrüse) grenzt an den Enddarm. Für einen Urologen ist es daher möglich, über den After, beziehungsweise den unteren Enddarmteil, die Vorsteherdrüse abzutasten. Faktoren wie eine Schwellung, Druck- und Schmerzempfindlichkeit können ein Hinweis auf eine Prostatitis sein.
  • Urinbefund: Eine Urintrübung kann bereits einen Hinweis darauf geben, dass eine Prostatitis vorliegt. Darüber hinaus ist es möglich, über Teststreifen festzustellen, ob sich eine erhöhte Anzahl an weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Harn befindet. Diese liegt meist bei einer Entzündung im Körper vor.
  • Blutuntersuchung: Anhand einer abgegebenen Blutprobe ist der PSA-Wert (Prostata-spezifische Antigen) ermittelbar. Bei einer Prostatitis ist dieser oftmals erhöht. Das PSA zählt zur Gruppe der Eiweiße (Proteine). Es dient dazu, die Samenflüssigkeit eines Mannes nach der Ejakulation zu verflüssigen, um den Samenzellen dabei zu helfen, leichter aus dem Körper zu gelangen.

Eine genaue Untersuchung des Patienten ist notwendig, um zu erkennen, wie die Prostatitis entstanden ist. Einerseits können Bakterien die Verursacher sein, dann spricht man von einer bakteriellen Prostatitis. Andererseits kann eine Prostatitis auch auftreten, ohne, dass Bakterien identifiziert werden konnten. Für die Ermittlung des Auslösers sind in diesem Fall weitere Untersuchungen nötig. Je nachdem, wer Schuld an der Prostatitis ist, erfolgt auch die Behandlung, beziehungsweise die Gabe von Medikamenten bei einer Prostataentzündung.

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Prostatitis: Wann kommen Antibiotika zum Einsatz?

Relativ einfach ist die Behandlung einer Prostataentzündung für einen Mediziner, wenn er feststellt, dass Bakterien zur Erkrankung geführt haben. Die Rede ist dann von einer bakteriellen Prostatitis – unterschieden wird eine akute und eine chronische Variante.

Aha!

Die meisten Patienten leiden an einer chronisch abakteriellen Prostatitis, die nicht durch Bakterien ausgelöst wird.

Antibiotika können jedoch nur eine effektive Waffe gegen Bakterien sein. Daher ist ihr Einsatz bei einer Prostatitis, die bakteriell bedingt ist, ein wesentlicher Teil der Therapie. Für gewöhnlich wird der Betroffene darum gebeten über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen die verschriebenen Antibiotika zur Behandlung seiner Prostatitis einzunehmen.1

Prostatitis und Antibiotika: Das gilt es zu beachten

Antibiotika sind nicht gleich Antibiotika. Das bedeutet unter anderem, dass es Bakterien gibt, gegen die nur ein ganz bestimmtes Antibiotikum wirkt. Mithilfe eines Antibiogramms – ein Labortest mit dem Abstrich des auslösenden Krankheitserregers – kann ein Mediziner feststellen, welche Erreger vorliegen und darauf basierend das richtige Antibiotikum wählen. Oftmals finden bei einer Prostatitis Antibiotika Anwendung, die der Gruppe der Fluorchinolone zuzuordnen sind. Diese zeichnen sich beispielsweise durch ihr vielfältiges Wirkspektrum aus, das einen erfolgreichen Antibiotikaeinsatz etwas wahrscheinlicher macht.

Bleibt bei einer Prostatitis der Behandlungsversuch mit Antibiotika erfolglos, gibt es weitere Therapieoptionen. So kommt zum Beispiel bei einer chronisch bakteriellen Prostataentzündung noch die Behandlung mit einer Transurethralen Prostataresektion (TUR-P) infrage. Es handelt sich dabei um eine Operation, die darauf abzielt, das erkrankte Prostatagewebe abzutragen. Die TUR-P kann unter Vollnarkose, aber auch mit einer Spinalanästhesie erfolgen, bei der nur bestimmte Körperbereiche betäubt werden und der Patient bei vollem Bewusstsein bleibt. Der behandelnde Arzt entscheidet, welche Art der Narkose im jeweiligen Fall am besten geeignet ist.

Wissenswert

Vor allem die Ursachen der chronisch abakteriellen Prostatitis, die nicht durch Bakterien verursacht wird und an der die meisten Betroffenen erkranken, sind noch nicht vollständig geklärt. Fest steht nur, dass bei dieser Art der Prostatitis für gewöhnlich keine Antibiotika helfen. Vielmehr setzen Fachmänner bei der Behandlung einer solchen Prostataentzündung auf alternative Maßnahmen – auch weil Stress als möglicher Auslöser infrage kommt – wie etwa warme Sitzbäder, Massagen oder den Einsatz von pflanzlichen Präparaten. Letztere wirken unter anderem beruhigend auf die Schleimhäute im Bereich des Afters und den unteren Teil des Dickdarms – die Prostata befindet sich genau in dieser Region.

Weitere Medikamente für die Behandlung einer Prostataentzündung

Eine Prostatitis macht sich durch die unterschiedlichsten Symptome bemerkbar – zum Beispiel Schmerzen in der Leistengegend oder Probleme beim Wasserlassen. Abhängig davon, welche Probleme eine Prostataentzündung mit sich bringt, findet eine Vielzahl von Medikamenten bei der Behandlung Anwendung. So zum Beispiel:

  • Alpha-Blocker: Diese Präparate können hilfreich für Betroffene sein, denen das Wasserlassen schwerfällt. Sie sorgen dafür, dass sich die Muskulatur der Vorsteherdrüse entspannt, wodurch der Harn leichter aus der Blase gelangt.
  • Schmerzmittel: Vertreter dieser Gruppe sind unter anderem nicht-steroidale Antirheumatika (NASR). Zu deren bekanntesten Wirkstoffen gehören beispielsweise Diclofenac oder Ibuprofen. Sie können Erleichterung bei Schmerzen im Rücken, Unterleib sowie Genitalbereich verschaffen.
  • Spasmolytika: Sie bewirken mitunter eine Linderung von Schmerzen im Beckenbereich. Denn Spasmolytika haben einen entkrampfenden Effekt auf die Muskulatur des Beckens.

Einige Medizinprodukte, die bei der Behandlung einer Prostataentzündung eingesetzt werden, sind auf pflanzlicher Basis hergestellt. Sie enthalten beispielsweise Weihrauch oder Kürbiskernöl.

Prostataentzündung: Warum sind auch Medikamente für die Psyche gefragt?

Eine Prostataentzündung kann durchaus zu einer großen psychischen Belastung werden. Ständige Schmerzen oder Erektionsstörungen lassen mitunter das Leben eines Betroffenen aus dem Runder laufen. Die Lust auf Sex kann vergehen, was möglicherweise zu Beziehungsproblemen führt. Eine geeignete Gesprächstherapie und/oder hierfür geeignete ergänzende Medikation sind Möglichkeiten, um besser mit eventuell vorhandenem Druck und Ängsten umzugehen. Darüber hinaus finden neben Medikamenten gegen Prostataentzündungen auch Stressbewältigungsansätze wie Yoga oder Autogenes Training im Rahmen einer Behandlung Anwendung.