Prostatakrebs erkennen: Das sind die Symptome

25. Januar 2019
8 Min.

Starker Durst kann auf Diabetes mellitus hindeuten, eine himbeerfarbene Zunge spricht für Scharlach – aber was ist eigentlich typisch für Prostatakrebs? Gibt es Symptome, an denen die Erkrankung frühzeitig erkannt werden kann? Mehr über Beschwerden und Diagnosemethoden lesen Sie hier.

Prostatakrebs-Symptome zeigen sich bei einem Mann durch Probleme beim Wasserlassen

Prostatakrebs: Welche Symptome gibt es?

Das rechtzeitige Erkennen von Prostatakrebs ist unerlässlich, um die Heilungschancen zu verbessern. Dabei ist es gar nicht so leicht, die Erkrankung festzustellen. Das Problem: Da das Karzinom sehr langsam wächst, macht es sich kaum bemerkbar – zu Beginn zeigt sich Prostatakrebs daher meist ohne typische Symptome.

Erst im weiteren Verlauf, wenn das Karzinom so groß geworden ist, dass es auch auf andere Bereiche Einfluss nimmt, sind Beschwerden möglich. So kann es beispielsweise zu Problemen beim Wasserlassen kommen, wenn der Prostatakrebs die Harnröhre einengt. Ein anderes Symptom, das sich im späteren Stadium zeigt, sind zum Beispiel Knochenschmerzen, die bei Bildung von Metastasen außerhalb der Prostata (Vorsteherdrüse) auftreten. Weitere mögliche Anzeichen sind:

  • Schmerzen in der Prostata
  • beeinträchtigte Blasen- und Darmentleerung
  • Blut im Urin
  • häufiges Wasserlassen vor allem nachts
  • Harntröpfeln
  • Impotenz
Männer, aufgepasst!

Nicht immer sind Probleme beim Wasserlassen ein Hinweis auf Prostatakrebs. Die Symptome können auch bei anderen Erkrankungen wie einer Prostatavergrößerung oder einer Harnwegsentzündung auftreten. Daher ist es in jedem Fall ratsam, zur Abklärung der Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten.

Auch wenn sich ein Prostatakarzinom anfangs ohne Symptome zeigt, ist es dennoch möglich, der Erkrankung auf die Schliche zu kommen – und zwar im Rahmen der Prostatakrebsfrüherkennung. Die Vorsorgeuntersuchung steht allen Männern einmal jährlich kostenlos ab einem Alter von 45 Jahren zur Verfügung.

Dem Prostatakarzinom ohne Symptome auf der Spur – dank Anamnese, Biopsie und Co.

Die Diagnose Prostatakrebs zu erhalten, ist wohl für alle Männer schwer. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn einen die Angst packt und der Gang zum Arzt gemieden wird. Doch: Je früher das Prostatakarzinom entdeckt wird, desto besser stehen die Heilungschancen. Zögern Sie daher nicht, bei Verdacht oder Symptomen einen Urologen aufzusuchen.

Seine Ziele sind

  • einerseits herauszufinden, ob es sich tatsächlich um Krebs handelt oder ob möglicherweise eine andere Erkrankung der Prostata hinter den Beschwerden steckt,
  • und andererseits bei Bestätigung des Verdachts zu klären, um welche Art von Krebs es sich handelt (gut- oder bösartig), wie groß der Tumor ist, wo genau er sitzt und ob sich bereits Metastasen (Tochtergeschwüre) gebildet haben.

Um Antworten auf diese und andere Fragen zu erhalten, greift der Arzt auf verschiedene Untersuchungsmethoden zurück.

Anamnese

Um dem Prostatakrebs auf die Spur zu kommen, steht am Anfang die Anamnese, also die ausführliche Befragung des Patienten zu seiner Krankengeschichte. Sie beinhaltet nicht nur die Klärung aktueller Symptome und wie lange diese schon bestehen, sondern auch Vor- und Begleiterkrankungen sowie Risikofaktoren wie das familiäre Krebsvorkommen. Schildern Sie Ihrem Arzt ganz genau Ihre Probleme und nennen Sie auch – Ihrer Meinung nach – unwichtige Details, beispielsweise, welche (verschreibungspflichtigen) Medikamente Sie einnehmen. Der Arzt wird nach weiteren Informationen fragen, um ein umfassendes Bild zu erhalten.

Tastuntersuchung

Diese Methode beinhaltet in erster Linie das Abtasten der Prostata vom Enddarm aus – die anatomische Lage der Vorsteherdrüse macht’s möglich. Aber keine Angst, das ist weder kompliziert noch schmerzhaft. In der Regel liegt der Patient auf der Seite mit leicht angewinkelten Beinen und sollte versuchen, sich zu entspannen, da dies die Untersuchung erleichtert. Mit dem Finger ertastet der Arzt schließlich die Prostata und achtet dabei auf folgende Faktoren:

  • Veränderung der Größe
  • Knoten oder Verhärtungen
  • Druck- und Schmerzempfindlichkeit
  • Schwellungen

Da die Tastuntersuchung als alleinige Diagnosemethode nicht ausreichend Informationen liefert, ordnet der Arzt meist weitere Verfahren an.

Blutuntersuchung

Ob mit oder ohne Symptome – erhärtet sich der Verdacht auf Prostatakrebs, muss der Arzt weiterforschen. Sein nächster Schritt: Mithilfe des PSA-Tests, eines Bluttests, wird er die Menge des sogenannten Prostata-spezifischen Antigens (PSA) bestimmen. Dabei handelt es sich um einen Eiweißstoff, der allein im Gewebe der Vorsteherdrüse zu finden und nur geringfügig im Blut nachweisbar ist. Ein erhöhter Wert kann ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Allerdings: Auch andere Erkrankungen wie eine Prostataentzündung oder -vergrößerung sind mitunter dafür verantwortlich. Ist das Ergebnis auffällig und der Verdacht auf ein Karzinom noch nicht ausgeschlossen, müssen andere Untersuchungen folgen.

Biopsie

Die Entnahme von Gewebe eignet sich dafür, noch genauere Informationen zu erhalten beziehungsweise den Verdacht auf Krebs zu widerlegen oder zu bestätigen. Da die Prostata über den „Hintereingang“ gut zugänglich ist, erfolgt die Biopsie über diesen Weg. Dabei handelt es sich um einen vergleichsweise harmlosen Eingriff, bei dem der Arzt mithilfe einer dünnen Hohlnadel in die verschiedenen Abschnitte der Prostata sticht, um mehrere kleine Gewebeproben zu entnehmen. Das klingt im ersten Moment schmerzhaft – die Nadel steht aber derart unter Spannung, dass die Gewebeentnahme schnell und (meist) schmerzfrei erfolgt.

Gut zu wissen:

Auch wenn die Biopsie zu den Routineuntersuchungen bei Prostatakrebs-Verdacht zählt, ist es dennoch möglich, dass Komplikationen auftreten. Ein Symptom, das Männer relativ häufig im Anschluss verspüren, ist ein leichtes Druckgefühl.
Sollten Sie nach der Untersuchung allerdings plötzlichen Schüttelfrost oder Fieber bekommen, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf. Unter Umständen hat sich eine Prostataentzündung entwickelt.

Das gewonnene Gewebe kommt im Anschluss zur weiteren Untersuchung ins Labor, wo nicht nur der Nachweis von Prostatakrebs erbracht, sondern auch der Schweregrad des bösartigen Gewebes festgestellt wird. Im nächsten Schritt ist in der Regel die Verordnung einer geeigneten Behandlung vorgesehen.

Übrigens: In einigen Fällen, beispielsweise wenn sich in der Biopsie Krebszellen trotz niedrigem PSA-Wert finden, kann der Arzt zusätzlich bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CRT) oder Kernspintomografie (MRT) anordnen. Diese sind vor allem zur Vorbereitung auf operative Eingriffe oder die Strahlentherapie von Nutzen.

Fazit: Gehen Sie zum Arzt!

Ein Arztbesuch mag Ihnen unangenehm oder gar peinlich sein – trotzdem: Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchung wahr beziehungsweise suchen Sie bei Verdacht oder Symptomen von Prostatakrebs Ihren Arzt auf. Nur so kann eine Diagnose rechtzeitig gestellt und die Behandlung begonnen werden. Je früher Sie sich darum kümmern, desto besser sind die Aussichten auf Heilungserfolg.