Prostatavergrößerung: Symptome im Überblick

25. Januar 2019
7 Min.

Die meisten Männer wissen von ihrer Existenz, mehr meistens aber nicht. Denn die Prostata ist so lange unscheinbar wie sie keine Probleme bereitet. Bei Männern über 50 Jahren kann sich das allerdings ändern. Denn dann macht sich eine vergrößerte Prostata vermehrt bemerkbar. Wir klären auf, was es mit solch einer Prostatavergrößerung auf sich hat und welche Symptome auftreten, wenn diese histologische (das Gewebe betreffende) Veränderung zu einem sogenannten benignen Prostatasyndrom führt.

Mann mit Prostatavergrößerung: Symptome äußern sich oft beim Toilettengang

Die Prostata – sie wächst

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein Organ, das nur Männer besitzen. Sie gehört zu den Geschlechtsteilen und ist normalerweise ungefähr so groß wie eine Kastanie. Im Laufe des Lebens eines Mannes vergrößert sich die Prostata – bei einigen schneller, bei anderen wiederum langsamer. Dieser Prozess beginnt grundsätzlich ab dem 30. Lebensjahr. Unter den 50-Jährigen hat bereits etwa jeder Zweite eine Prostata, die nachweisbar vergrößert ist – bei Männern über 80 Jahren annähernd jeder.1

Was ist los im Körper?

Sie möchten wissen, was zu einer krankhaft vergrößerten Prostata (Prostatahyperplasie) und letztendlich zu den Symptomen dieser führt? In jedem Fall mischt das Geschlechtshormon Testosteron dabei kräftig mit. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel „Prostatavergrößerung“.

Prostatavergrößerung – diese Symptome treten auf

Die gutartige Prostatavergrößerung, auch als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet, entsteht durch die Zunahme von Bindegewebs-, Muskel- und Drüsenzellen. Die meisten Männer nehmen sie aufgrund fehlender Symptome überhaupt nicht zur Kenntnis. Einzig bei einer Blutuntersuchung kann der Arzt durch einen erhöhten Wert des Prostataspezifischen Antigens (PSA) — ein von Prostatazellen gebildetes Eiweiß — die veränderte Prostata diagnostizieren. Kurzum: Ist von einer benignen Prostatahyperplasie die Rede, ist damit die anatomische Veränderung, genauer die Vergrößerung der Prostata gemeint.

Vom benignen Prostata-Syndrom (BPS) sprechen Mediziner dann, wenn Beschwerden auftreten, weil beispielsweise die Prostata so stark vergrößert ist, dass sie die Harnröhre verengt und das Urinieren beeinträchtigt. Die Symptome lassen sich obstruktive (verschließende) und irritative (reizende) Symptome einteilen, die durch eine Reizausstrahlung hervorgerufen werden.

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Obstruktive Symptome bei einer Prostatahyperplasie

Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre, den ableitenden Gang des Urins. Vergrößert sie sich, wird die Harnröhre verengt. Sogenannte obstruktive Symptome treten auf:

  • Die Entleerung der Blase beginnt mit Verzögerung (Anlaufhemmung).
  • Der Harnstrahl ist abgeschwächt.
  • Die Blase fühlt sich nicht vollständig entleert an (Restharn).
  • Es wird weniger Urin ausgeschieden (kleine Miktionsvolumina).
  • Die Blasenentleerung dauert länger als gewöhnlich.
  • Urin träufelt nach.

Neben den obstruktiven gibt es die sogenannten irritativen Symptome, die laut einer internationalen Studie die Betroffenen noch mehr belasten und ihrer Lebensqualität einschränken.

Prostatahyperplasie und deren irritative Symptome

Diese Art der Symptome hat ebenfalls Auswirkungen auf die Harnblasenentleerung. Es liegen vor allem Störungen der Harnspeicherfunktion vor:

  • Sie müssen tagsüber häufiger zur Toilette.
  • Der Harndrang wird akuter wahrgenommen (Dranginkontinenz).
  • Sie stehen nachts häufiger auf, um Wasser zu lassen.
  • Der Harndrang lässt sich nur schwer beherrschen, Urin kann unkontrolliert ausgeschieden werden (imperativer Harndrang).

Wichtig zu wissen ist, dass das Ausmaß der benignen Prostatahyperplasie nicht mit den Symptomen zusammenhängt. Das heißt, es gibt Männer mit stark vergrößerter Prostata, die nur geringe Symptome wahrnehmen. Anderen wiederum macht bereits eine gering vergrößerte Prostata zu schaffen. Somit hängt die Therapieentscheidung in erster Linie von den Beschwerden des Patienten ab.

Schweregrade des benignen Prostatasyndroms

Die Ausprägung lässt sich in verschiedene Stadien unterteilen:
  1. Reizstadium: Typisches Symptom bei einer krankhaft vergrößerten Prostata ist eine verzögerte Blasenentleerung. Zudem muss „Mann“ häufig zur Toilette – auch nachts.
  2. Restharnstadium: Die Harnröhre ist so verengt, dass immer Restharn in der Blase übrigbleibt – dadurch können Infektionen entstehen. Auch eine Blasensteinbildung ist möglich, wodurch sich die Symptome der Prostatavergrößerung verstärken.
  3. Dekompensationsstadium: Es entwickelt sich eine Überlaufblase. Das heißt, der Urin staut sich, die Blasenwände dehnen sich übermäßig und der Urin läuft über den Harnleiter zurück in die Nieren. Mögliche Folge: Nierenversagen.

Um es nicht so weit kommen zu lassen, sollten Sie bei einer festgestellten Veränderung bei der Blasenentleerung medizinische Hilfe suchen und einen Termin beim Urologen vereinbaren.

Interessant

Nur rund 10 bis 20 Prozent aller Männer mit einer vergrößerten Prostata müssen sich im Laufe ihres Lebens einer Behandlung unterziehen.1

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Wenn die Prostata vergrößert ist – mögliche Komplikationen

In der Regel verursachen die Symptome der Prostatavergrößerung keine weiteren Schäden – vorausgesetzt sie werden behandelt. In einigen Fällen kann es allerdings zu Komplikationen kommen. Mögliche Schwierigkeiten sind:

  • Harnverhalt: Die Entleerung der Blase ist nicht mehr spontan möglich, sodass sie mithilfe eines Arztes durch einen Katheter erfolgen muss.
  • Entzündungen: Im verbleibenden Restharn vermehren sich Bakterien, da sie nicht mehr hinausgespült werden. Diese verursachen untere und obere Harnwegsinfekte, wie eine Blasen-, Harnröhren- oder sogar eine Nieren- und Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis).
  • Blutungen: Blutgefäße der vergrößerten Prostata sowie der Blase können einreißen, der Urin wird dadurch blutig. Gerinnungshemmende Medikamente, beispielsweise mit Acetylsalicylsäure (ASS), verstärken die Blutungen.
  • Blasensteine: Durch die hohe Konzentration an Harnsalzen bilden sich zunächst kleine Blasensteine, die aber wachsen. Normalerweise wird dieser sogenannte Grieß mit dem Urin ausgespült.
  • Nierenschädigung: Durch die Überlaufblase gelangt Urin zurück in die Nieren. Die Funktion des Organs lässt nach.

Selbst wenn solche Komplikationen eher selten sind, da eine vergrößerte Prostata gut behandelbar ist, sollten Sie diese nicht unterschätzen. Die Symptome einer Prostatahyperplasie ärztlich abklären zu lassen, ist daher dringend anzuraten. Denn mit der richtigen, individuellen Therapie können Sie die Symptome abschwächen oder sogar wieder beschwerdefrei leben.