Vergrößerte Prostata: Wann eine Operation nötig ist

25. Januar 2019
7 Min.
Muss eine vergrößerte Prostata behandelt werden, da sie sich auf das Urinieren auswirkt (benignes Prostata-Syndrom), kann der Urologe zunächst eine medikamentöse Therapie einläuten. Schlägt diese nicht an oder sind die Beschwerden durch eine besonders stark vergrößerte Prostata zu ausgeprägt, wird sie durch eine Operation verkleinert. Chirurgen bei der Operation einer Prostatavergrößerung

Diagnostik – wie der Urologe eine Prostatavergrößerung feststellt

Bevor eine Behandlung der vergrößerten Prostata in Form einer Operation oder von Medikamenten erfolgen kann, muss der Arzt zunächst die Diagnose der gutartigen Prostatavergrößerung stellen. Dem Urologen stehen dabei folgende Methoden zur Verfügung:

  • Anamnese (Patientenbefragung mit Fragebogen)
  • Urinuntersuchung (Urinprobe)
  • körperliche Untersuchung (Abtasten der Prostata)
  • Uroflowmetrie (Harnstrahlmessung)
  • transrektale Sonografie (Ultraschall)
  • Blutuntersuchung (zur Früherkennung von Tumoren)
  • Miktionsprotokoll (schriftliche Dokumentation der Urinausscheidungen)
  • Druck-Fluss-Studien (Messung des Drucks in Blase und Bauchraum)
  • Blasenendoskopie (Blasenspiegelung)

Normalerweise führt der Arzt mehrere dieser Diagnostikmethoden durch, um sicherzugehen, dass es sich um eine gutartige Prostatavergrößerung handelt. Je nach Größe des Organs und Beschwerdebild legt er fest, ob die vergrößerte Prostata durch eine Operation behandelt werden muss oder ob eine medikamentöse Therapie ausreicht.

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Vergrößerte Prostata: Wann ist eine Operation nötig?

Für gewöhnlich ist der Urologe in der Lage, die Prostatavergrößerung durch Medikamente in Schach zu halten. Unter gewissen Umständen wird er dem Patienten allerdings eine Operation der vergrößerten Prostata nahelegen. Dazu gehören:
  • zunehmende Beschwerden mit starkem Leidensdruck
  • hohe Restharnmengen (als Folge sind Entzündungen oder in die Nieren zurücklaufender Harn möglich)
  • frühere Harnprobleme (wie Harnsteine oder prostatabedingte Blutungen)
Vorsicht: Schädigung der Nieren

Wird eine Prostata nicht behandelt, kann sie zu einer chronischen Überlaufblase führen. Das bedeutet, dass die Blase – dadurch, dass sie sich nicht mehr vollständig entleeren lässt – irgendwann überläuft. Der Urin gelangt durch die Harnleiter zurück in die Nieren, was das Organ schädigen kann. Im schlimmsten Fall führt dies zu einem Nierenversagen.

Embolisation der Prostata: Minimal-invasive Behandlungsmöglichkeit

Neben der Option, eine vergrößerte Prostata durch eine Operation zu verkleinern, besteht die Alternative einer minimal-invasiven Behandlungsmöglichkeit – der Prostata-Arterien-Embolisation (PAE). Und so funktioniert’s: Nach einer örtlichen Betäubung wird durch die Leiste ein besonders dünner Katheter in die Arterie der Prostata eingeführt. Winzige Kügelchen (aus Polyvinylalkohol) verschließen die Äste der Arterie. Die Durchblutung der Prostata wird dauerhaft und stark reduziert, was zur Folge hat, dass die Prostatazellen schrumpfen. Die Schmerzen bei diesem Eingriff sind sehr gering, eine Vollnarkose ist somit nicht nötig. Unter anderem ist das ein Grund, warum die Embolisation eine beliebte Alternative zu einer Operation der vergrößerten Prostata ist.

Weitere Vorteile der Embolisation der Prostata:

Während nach anderen operativen Eingriffen als Nebenwirkung der Samenerguss gelegentlich in die Harnblase austritt, fällt das bei dieser Behandlungsmethode weg. Auch das Risiko einer Inkontinenz ist bei der Embolisation der Prostata sehr gering.

Im Allgemeinen gilt die Embolisation der Prostata als sicher und komplikationsarm.1 Männer, für die diese Behandlungsmethode nicht infrage kommt, haben bei einer vergrößerten Prostata die Wahl zwischen mehreren Operationen.

Operative Eingriffe – so wird die Prostata behandelt

Ziel einer Operation bei vergrößerter Prostata ist es, das Organ durch Entfernung von Prostatagewebe zu verkleinern und dadurch den Druck auf die Harnröhre zu minimieren. Die Prostata wird nicht vollständig entfernt – dies geschieht nur bei einem bösartigen Tumor (Prostatakarzinom).

  • Offene Operation: Dabei erfolgt ein Schnitt unterhalb des Bauches, sodass der Arzt das Gewebe der Prostata entfernen kann. Diese Operation eignet sich vor allem bei einer stark vergrößerten Prostata, wird heutzutage aber nur noch selten durchgeführt. Die Gründe: Es gibt einerseits neue, weniger invasive Alternativen, andererseits kommt eine derart große Prostata dank der Vorsorgeuntersuchungen nicht mehr so häufig vor.
  • Transurethrale Elektro-Resektion: Bei dieser Methode trägt der Arzt mit einer elektrischen Schlinge, die er durch die Harnröhre einführt, das Gewebe der Prostata ab. Eine Kamera am Kopf des Instrumentes ermöglicht dem behandelnden Arzt eine bessere Übersicht.
  • Transurethrale Inzision: Diese Operation eignet sich für eine vergrößerte Prostata, die noch nicht so weit fortgeschritten ist. Dabei wird die Prostata durch den Blasenhals eingeschnitten, was den Harnfluss verbessert.
  • Laserverfahren: Der Mediziner schiebt Laserfasern durch die Harnröhre bis zur Prostata und schneidet dort überschüssiges Gewebe heraus. (Resektion). Alternativ erhitzt der Laser das Gewebe und löst es auf diese Weise auf (Koagulation) oder lässt es verdampfen. (Vaporisation). Die Methode weist ein geringes Blutungsrisiko auf und lässt sich sogar als Alternative zur offenen Operation der vergrößerten Prostata anwenden.
  • Transurethrale Nadel-Ablation: Eine feine Sonde wird in unterschiedliche Bereiche der Prostata eingestochen und so Gewebe etappenweise durch Radiofrequenzwellen erhitzt und zerstört.
  • Transurethrale Mikrowellenthermotherapie: Ein Katheter, den der Arzt in die Harnröhre einführt, strahlt Mikrowellen ab, die zu einer Überwärmung des Prostatagewebes führen. Ähnlich wie bei der transurethralen Nadel-Ablation tritt nach dem Eingriff zunächst kurzzeitig durch die Schwellung der Prostata eine Verschlechterung der Beschwerden beim Urinieren auf.

Ist die vergrößerte Prostata so weit fortgeschritten, dass der Allgemeinzustand des Patienten schlecht und das Harnverhalten akut ist, legt der Arzt vor der Operation einen Katheter. Auf diese Weise kann der Urin aus der Blase abfließen und die Schmerzen werden vorerst gelindert. Nach der Operation sind die meisten Männer beschwerdefrei.