Hilfe bei Prostatavergrößerung: So sieht die Behandlung aus

25. Januar 2019
8 Min.

Eines vorweg: Eine Prostatavergrößerung ist in der Regel gutartig! Die meisten Männer bemerken sie überhaupt nicht. Erst, wenn Beschwerden wie Schmerzen oder Probleme beim Wasserlassen auftreten, fragt Mann nach den Gründen. Dann handelt es sich womöglich um das benigne Prostata-Syndrom (BPS). Die Behandlung der Prostatavergrößerung erfolgt häufig in Form von Medikamenten.

Mann kauft in der Apotheke Medikamente zur Behandlung einer Prostatavergrößerung

Eine vergrößerte Prostata mit Medikamenten behandeln

Wenn die gutartige Prostatavergrößerung festgestellt wurde, richtet sich die Behandlung nach dem Schweregrad der Beschwerden. Bei einem BPS, das nur geringe Schmerzen verursacht, wird von einer Operation abgesehen. Stattdessen kommen bei einer vergrößerten Prostata Medikamente zum Einsatz. Dem Urologen stehen dabei unterschiedliche Präparate zur Wahl.

Phytotherapie

Dabei handelt es sich um eine pflanzliche Therapie. Bevor zu stärkeren Arzneimitteln gegriffen wird, kann Ihnen Ihr Arzt zunächst empfehlen, die Behandlung der Prostatavergrößerung mit Kürbiskernen, Extrakten aus Brennnesselwurzeln oder Sägezahnpalmenfrüchten zu versuchen. Bei einigen Betroffenen schlägt die Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln gut an. Fragen Sie im Rahmen der Behandlung einer Prostatavergrößerung ruhig Ihren Arzt nach natürlichen Methoden.

Alpha-Blocker

Die Medikamente können dabei helfen, dass die vergrößerte Prostata nicht weiter wächst, und lindern mäßige Beschwerden. Die Wirkstoffe lassen die Muskulatur im Bereich der Prostata und des Blasenhalses erschlaffen, sodass der Urin wieder besser abfließen kann. Die Beschwerden des Patienten verbessern sich. Einige dieser Medikamente gegen eine vergrößerte Prostata haben eine starke blutdrucksenkende Wirkung, was unter Umständen zu Schwindelanfällen führt.

5-Alpha-Reduktasehemmer

Der Grund der Prostatavergrößerung: Das im Blut befindliche Geschlechtshormon Testosteron wird in sein Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron umgewandelt. Dieses ist für die Zellteilung in der Prostata verantwortlich und somit auch für die Vergrößerung des Organs. Die 5-Alpha-Reduktasehemmer vermindern die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron. Dadurch wächst das Organ langsamer. Wenn die Behandlung der Prostatavergrößerung mit diesen Medikamenten erfolgt, tritt die Verbesserung der Beschwerden meist erst nach einigen Monaten auf. Wie andere Arzneimittel haben auch die 5-Alpha-Reduktasehemmer Nebenwirkungen; die Einnahme muss ausführlich mit dem Arzt abgesprochen werden.

Kombinationsmöglichkeit

Bei vielen Patienten erzielt die kombinierte Behandlung von Alpha-Blockern und 5-Alpha-Reduktasehemmern besonders gute Resultate. Die Prostatavergrößerung wird so längerfristig zwar nicht vollständig aufgehalten, aber stark verlangsamt.

Anticholinergika

Bei einigen Patienten tritt in Verbindung mit der Prostatavergrößerung verstärkter Harndrang und unkontrollierter Urinabgang (Inkontinenz) auf. Um diese Beschwerden zu behandeln, setzt der Urologe sogenannte Anticholinergika ein. Diese Medikamente wirken direkt auf die Blasenmuskulatur und behandeln deren Reizbarkeit.

Wann muss operiert werden?

Ein solcher Eingriff ist dann nötig, wenn Komplikationen möglich sind. Dazu zählen zum Beispiel prostatabedingte Blutungen, große Blasensteine oder sehr starke Beschwerden. Doch keine Panik, Ihr Urologe wählt die für Sie – und Ihre Prostatavergrößerung – vielversprechendste Behandlung.


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Vor der Behandlung der Prostatavergrößerung: Die Diagnostik

Damit der Arzt weiß, welche Behandlung in Ihrem Fall am besten geeignet ist, führt er vorab verschiedene Untersuchungen durch. Um eine gutartige Prostatavergrößerung zu diagnostizieren, stehen dem Urologen mehrere Methoden zur Verfügung:

  • Anamnese: Bei einer systematischen Patientenbefragung erfährt der Arzt die vorliegenden Symptome und eruiert weitere Beschwerden. Dem Mediziner liegt ein spezieller Fragebogen vor, die Internationale Prostata-Beschwerde-Skala, den der Arzt mithilfe des Patienten ausfüllt. Eventuell hat der Urologe den Betroffenen bereits vor dem Termin aufgefordert, ein Urinprotokoll zu führen, um die Stärke und Häufigkeit des Wasserlassens (Miktion) zu dokumentieren.
  • Körperliche Untersuchung: Davor fürchten sich die meisten Männer – dem Abtasten der Prostata. Dabei ist dieser Vorgang nicht weiter tragisch. Der Urologe führt seinen Finger durch den After ein und kontrolliert die Größe und Beschaffenheit der Prostata. Das ist möglich, weil die Prostata am Mastdarm anliegt. Eine gesunde beziehungsweise auch gutartig vergrößerte Prostata fühlt sich wie der Daumenballen bei geballter Faust an. Liegen bösartige Veränderungen vor, spürt der Urologe eine verhärtete Prostata – etwa so fest wie die Fingerknöchel. Der Experte kann zudem feststellen, ob die Blase übermäßig gefüllt ist, und erhält so einen Hinweis auf mögliche Probleme bei der Entleerung.
  • Urinuntersuchung: Durch eine Urinprobe wird festgestellt, ob dem Harn Blut beigemischt ist und ob Entzündungsanzeichen bestehen.
  • Ultraschall: Die Sonografie verrät dem Arzt mehr über Größe und Form der Prostata. Am besten funktioniert dies durch eine transrektale Sonografie, also eine Untersuchung der Prostata über den Enddarm mittels Ultraschall. Mit dieser Methode lassen sich auch Restharn, eine Veränderung der Blase oder Blasensteine ausfindig machen.
  • Blutuntersuchung: Auf diese Weise wird der Wert des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) geprüft. Die Maßnahme ist erforderlich, wenn eine Prostatavergrößerung ausgeschlossen wurde und der Verdacht besteht, dass es sich womöglich um einen Tumor handelt.

Für gewöhnlich findet der Arzt mithilfe einer Kombination der genannten Untersuchungen heraus, ob eine Prostatavergrößerung vorliegt und wie stark sie fortgeschritten ist. Im Anschluss daran kann er eine passende Behandlung empfehlen. Manchmal entpuppt sich die Diagnostik allerdings als etwas schwieriger – dann stehen dem Arzt noch andere Untersuchungsmethoden zur Verfügung.

Wenn die Prostata Probleme bereitet: Weitere Diagnosemöglichkeiten

Kann der Arzt anhand der beschriebenen Methoden keine Behandlung der Prostatavergrößerung einleiten, greift er zur weiteren Klärung auf folgende Diagnosemaßnahmen zurück:

  • Uroflowmetrie Dabei handelt es sich um eine Harnstrahlmessung. Auf der Patiententoilette ist eine Apparatur unter einem Urin-Auffangtrichter montiert, mit welcher der Harnstrahl in Millilitern pro Sekunde gemessen wird. Die Auswertung gibt Aufschluss über die Stärke des Strahls und Hinweise auf eine mögliche Prostatavergrößerung.
  • Miktionsprotokoll: Der Patient wird aufgefordert, die Häufigkeit und Stärke des Strahls zu dokumentieren. Eventuell ist auch das Aufzeichnen der Menge der Urinausscheidungen nötig. Die genaue Dokumentation hilft dem Arzt dabei, die richtigen Medikamente gegen die vergrößerte Prostata zu verschreiben.
  • Druck-Fluss-Studien: Die Urodynamik kommt nur selten zum Einsatz und zwar dann, wenn sich durch die anderen Maßnahmen nichts finden lässt. Über einen Katheter misst der Fachmann unter anderem den Druck in Blase und Bauchraum.
  • Blasenspiegelung: Die Zystoskopie wird in der Regel bei Verdacht auf Tumorerkrankungen eingesetzt. Mit einem Endoskop prüft der Arzt Harnröhre sowie Harnblase und erhält weitere Hinweise auf eine bösartige Prostatavergrößerung.

Mithilfe dieser Diagnosemaßnahmen weiß der Urologe, wie die Behandlung der Prostatavergrößerung auszusehen hat und ist in der Lage, die geeigneten Medikamente gegen die vergrößerte Prostata zu verschreiben – oder gegebenenfalls eine operative Maßnahme in Erwägung zu ziehen.